Kurbad Friedrich-Engels-Allee

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Kurbad Friedrich-Engels-Allee (2007)

Das Kurbad Friedrich-Engels-Allee ist ein historisches Gebäude im Wuppertaler Stadtteil Barmen.[1]

Das Stadtbad an der Friedrich-Engels-Allee war eine der letzten Badeanstalten und wurde in dieser Form fast hundert Jahre lang betrieben. Das Schwimmbecken mit einer Größe von 10,5 × 25 Meter bot einen Schwimmer- und einen Nichtschwimmerbereich. Die Baudenkmal-Eigenschaft wurde 1997 geprüft.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nutzung als kommunale Badeanstalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Baukörper mit dem eigentlichen Bad, Sicht von der Wittensteinstraße (2014)

Ab 1890 wurde hier lediglich ein „Wannenbad“ betrieben, die Stadt Barmen kaufte später das Grundstück mit dem Gebäude und eröffnete die Badeanstalt im April 1902. Man warb damals mit:

Brausebädern und einer ‚elektrischen Lichtanlage‘, mit einer ‚Schwitzbadevorrichtung‘ und einem ‚Massage- und Knetraum‘!

Eine weitere Attraktion war damals eine FKK-Sonnfläche auf dem Dach des Gebäudes, die eine Rohrgeflechtumzäunung vor fremden Blicken schützte. Von Schwimmvereinen wurde das Bad stark frequentiert, unter anderem vom Schwimmerbund Barmen und dem Arbeiter-Schwimmer-Bund. Dieser wurde 1933 von den Nationalsozialisten verboten.

Bei dem Luftangriff auf Barmen im Zweiten Weltkrieg in der Nacht vom 29. zum 30. Mai 1943 wurde das Bad erheblich beschädigt, der Eingangsbereich wurde völlig zerstört. Nach dem Krieg ruhte der Badebetrieb bis 1946, dann machte ein Notdach den Betrieb wieder möglich. Es wurde verändert wieder aufgebaut und konnte im März 1955 mit renovierter Fassade und Vorhalle sowie reparierter Wannen- und Brauseanlage wieder eröffnet werden.

Nach dem Krieg wurden neben dem eigentlichen Bad noch medizinische Bäder und eine Sauna angeboten. Die Wannenbäder wurden mangels Nachfrage in den 1980er-Jahren geschlossen. Am 1. Juni 1998 wurde das Angebot medizinischer Bäder und Massagen eingestellt. Im Jahr 2004 wurden noch 93.201 Gesamt-Besuche von geschätzten 2500 Personen im gesamten Kurbad gezählt. Bei einem ungefähren Zuschussbedarf von 479.000 Euro im Jahr 2003 wurde die Schließung des Bades beschlossen.[3]

Nachfolgenutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kurbad Friedrich-Engels-Allee (2009)

Als im Juni 2005 Risse im Becken festgestellt wurden, die Reparatur aber für die Stadt Wuppertal zu teuer war, stand die Schließung des Bades vorzeitig im Oktober 2005 endgültig fest. Im Juni 2007 wurde bekannt, dass die Stadt das Gebäude an einen Essener Unternehmer (Kellermann & Partner) verkauft hat. Das Fachunternehmen für Großküchentechnik hatte seinen Firmensitz von Essen nach Wuppertal verlegt. Der Kaufpreis betrug nach Presseberichten 70.000 Euro, die Essener müssten aber erhebliche Finanzmittel in Sanierung und Umbau stecken.[4] So wurde unter anderem die Fassade zur Friedrich-Engels-Allee in roter Farbe aufgefrischt.

Kellermann & Partner hat die Nutzung des Gebäudes Mitte 2013 wieder aufgegeben.[5] Die weitere Nutzung beschränkte sich auf ein paar Büroräume und eine Wohnung. Der Makler stellt im Juni 2014 sein neues Nutzungskonzept der Presse vor, in diesem Konzept ist vorgesehen, zwei der vier Gebäudeteile niederzulegen, um so mehr als die acht Parkplätze vorm Gebäude zu erhalten. Der Makler verspricht sich davon eine bessere Vermarktung der Immobilie.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ein verborgener Schatz in Wuppertal – Kurbad in Unterbarmen (Memento vom 29. September 2004 im Internet Archive)
  2. Denkmalseintrag mit negativer Bescheinigung vom RhAD vom 10. Dezember 1997
  3. Kurbad in Barmen (VO/1271/05) Bericht: Beratung im Sportausschuss am 27. Oktober 2005 PDF-Datei
  4. Westdeutsche Zeitung vom 6. Juni 2007
  5. Neue Ideen für das Kurbad Westdeutsche Zeitung (online) vom 11. Juni 2014

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kurbad Friedrich-Engels-Allee – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 51° 15′ 56″ N, 7° 11′ 11″ O