Westdeutsche Zeitung

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Westdeutsche Zeitung
WZ Logo.jpg
Beschreibung Abonnement-Tageszeitung
Verlag Westdeutsche Zeitung GmbH & Co. KG
Hauptsitz Wuppertal,
DeutschlandDeutschland Deutschland
Erstausgabe 1887
Erscheinungsweise täglich
Verkaufte Auflage
(IVW 1/2018, Mo–Sa)
67.409 Exemplare
Reichweite (MA 2017) 0,302 Mio. Leser
Chefredakteur Ulli Tückmantel
Weblink www.wz.de

Die Westdeutsche Zeitung (WZ) ist eine regionale Abonnement-Zeitung. Sie wird seit 1887 herausgegeben. Ihr Leitsatz lautet „Westdeutsche Zeitung – unabhängig, kritisch, überparteilich“. Die Tageszeitung wird vom Verlag Westdeutsche Zeitung GmbH & Co. KG herausgegeben und hat ihren Hauptsitz in Wuppertal. Weitere Standorte sind Düsseldorf und Krefeld.

Ihr Verbreitungsgebiet liegt im Herzen Nordrhein-Westfalens, von Wuppertal über Düsseldorf und Krefeld bis zur niederländischen Grenze, dort leben rund vier Millionen Menschen. Hauptaugenmerk liegt auf der lokalen und regionalen Berichterstattung rund um das Verbreitungsgebiet.

Die verkaufte Auflage beträgt 67.409 Exemplare[1], welche sich auf drei Regionen bzw. acht Lokalausgaben verteilt, darunter u. a. Mettmann oder Neuss. Die WZ hat rund 150 Mitarbeiter, davon sind ca. 70 in der Redaktion tätig. Der überregionale, redaktionelle Mantelteil wird auch an das Solinger Tageblatt und den Remscheider General-Anzeiger geliefert. Es besteht ebenfalls eine Kooperation mit der Rheinischen Post, von der lokale Inhalte für die kleineren Randausgaben bezogen werden, die aber auch Inhalte von der WZ erhält. Die WZ wird in der Rheinisch-Bergischen Druckerei gedruckt.

Auflage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den vergangenen Jahren hat die Westdeutsche Zeitung erheblich an Auflage einbüßen müssen. Die verkaufte Auflage ist seit 1998 um 60,3 Prozent gesunken.[2] Sie beträgt gegenwärtig 67.409 Exemplare.[3] Das entspricht einem Rückgang von 102.584 Stück. Der Anteil der Abonnements an der verkauften Auflage liegt bei 87 Prozent. Die Reichweite beträgt 302.000 Leser pro Ausgabe (lt. Media-Analyse 2017).

Die WZ besitzt in Wuppertal eine Alleinstellungsposition mit einer verkauften Auflage von 33.184 Exemplaren[4]. In Krefeld ist sie mit 22.195 Exemplaren[5] verkaufter Auflage die größte Abonnement-Zeitung, in Düsseldorf ( 12.030 Exemplare[6]) die zweitgrößte Abozeitung.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1876 wurde der General-Anzeiger für Düsseldorf und Umgegend gegründet und 1887 gab Kommerzienrat Wilhelm Girardet die erste Ausgabe des General-Anzeigers für Elberfeld-Barmen heraus. 1903 übernahm er mit seinem Sohn Paul den seit 1876 erscheinenden General-Anzeiger für Düsseldorf und Umgegend, den sie ab 1917 unter dem neuen Titel Düsseldorfer Nachrichten fortführten. Von 1905 bis 1909 wurde in Düsseldorf das Girardet-Verlagshaus auf einem Eckgrundstück an der Königsallee (heute WZ-Center, Königsallee 27–31) nach Entwürfen von Hermann vom Endt erbaut.

Von 1934 an erschienen in Krefeld der General Anzeiger, der erstmals 1876 von Edmund Busch-du Fallois herausgegeben wurde, und die Crefelder Zeitung (mindestens seit 1855) unter dem gemeinsamen Titel Westdeutsche Zeitung. 1936 übernahm Hellmut Girardet, der zweite Sohn von Wilhelm Girardet, den General-Anzeigers für Elberfeld-Barmen.

Im Jahr 1937 gehörten unter dem Untertitel Vereinigte Tageszeitungen am Niederrhein auch der General-Anzeiger für den Niederrhein, die Zeitung Niederrheinisches Echo, die Viersener Zeitung, die Linksrheinische Rundschau und Die Wacht am Rhein zu diesem Verbund.

Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges stellten die Düsseldorfer Nachrichten ihr Erscheinen ein.

1949 erschien die Westdeutsche Zeitung erstmals nach Kriegsende wieder. Westdeutsche Zeitung und Düsseldorfer Nachrichten schlossen sich zusammen, die Westdeutsche Zeitung übernahm politische Mantelseiten aus Düsseldorf. Lokal- und Anzeigenseiten wurden in Krefeld erstellt und auch der Druck der Zeitung erfolgte dort. 1970 wurde der Verlag C. Busch-du Fallois Söhne vom Verlag W. Girardet übernommen, neuer Herausgeber wurde Michael Girardet. Dadurch gehörte nun auch die Westdeutsche Zeitung aus Krefeld zu dem Verlag. Seit 1973 erscheinen alle drei Zeitungen des Verlages unter dem gemeinsamen Obertitel Westdeutsche Zeitung.

Gegenwart[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Girardet-Verlag ist heute mit 6,7 % an der Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH, der Holding der Rheinischen Post, direkt beteiligt.[7] Obwohl beide Zeitungen im Bereich Düsseldorf Konkurrenten sind, kooperieren sie: Die Rheinische Post druckt die Westdeutsche Zeitung in der eigenen Rheinisch-Bergischen Druckerei,[8] außerdem organisiert die Rheinische Post die Verteilung und beide Zeitungen geben gemeinsame Anzeigenblätter heraus.[9]

Ende 2009 arbeiteten rund 300 Journalisten für die Westdeutsche Zeitung, Ende 2012 sollen es nur noch knapp 200 sein. Die damit verbundenen Kündigungen rechtfertigte der Geschäftsführer mit dem Medienwandel. Innerhalb von zehn Jahren sank die Auflage um über 36 Prozent.[9]

Ende März 2014 wurde bekannt, dass die Anzahl der Redakteure auf 50 halbiert werden soll. Die bislang von der WZ erstellten Lokalausgaben für den Kreis Mettmann, am Niederrhein und Neuss sollen künftig von der Rheinischen Post bezogen werden.[10][11] Die Internetinhalte sind seit Ende April 2016 nach fünf Minuten am Tag nur noch mit einem kostenpflichtigen PaidTime-Konto zugänglich.[12]

Redaktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verlagsgebäude an der Düsseldorfer Königsallee 27-31

Im August 2002 wurde der langjährige Chefredakteur Michael Hartmann abgelöst, nachdem es Ermittlungen gegen ihn im GWG-Skandal gab.[13] Zwei Jahre später wurde das Verfahren gegen Geldbuße eingestellt, laut Staatsanwaltschaft soll sich Hartmann in den 1990er Jahren bei der GWG für den Kauf des Bremme-Geländes eingesetzt und dafür von seinem Auftraggeber 23.000 Euro erhalten haben, außerdem soll er der GWG versprochen haben, den Kauf mit positiven Berichten in der Westdeutschen Zeitung zu begleiten. Hartmann selbst wies die Vorwürfe stets zurück.[14]

Von Februar 2003 bis Januar 2010 war Friedrich Roeingh Chefredakteur der Westdeutschen Zeitung. Zuvor war der gebürtige Ostwestfale Chefredakteur des Wiesbadener Kuriers und Leitender Redakteur beim Badischen Tagblatt in Baden-Baden. Sein Nachfolger war der bisherige stellvertretende Chefredakteur Martin Vogler.[15] Im Januar 2014 wurde bekannt, dass sich die Westdeutsche Zeitung GmbH & Co. KG von Vogler getrennt hat. Kommissarisch übernahm sein bisheriger Stellvertreter Lothar Leuschen die Leitung der WZ,[16] bis im April 2014 Ulli Tückmantel zum Chefredakteur ernannt wurde.[17]

Online und Digital[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1999 ging die Westdeutsche Zeitung neue Wege und veröffentlicht seitdem ihre Nachrichten auf dem eigenen Online-Portal. Neben der Veröffentlichung der täglichen Lokalnachrichten umfasst die digitale Berichterstattung der Westdeutschen Zeitung auch regionale und überregionale Themen. Seit 1. Mai 2015 nutzt die Westdeutsche Zeitung das Paid Content-System des Dienstleisters PaidTime. Dabei müssen die Leser nach einer täglichen kostenfreien Testphase für die darüberhinausgehende Nutzung bezahlen.

Mit dem WZ-E-Paper, der elektronischen Ausgabe der gedruckten Tageszeitung, ist die Westdeutsche Zeitung seit 2012 in den App-Stores von Apple und Google vertreten. Zusammen mit dem Web E-Paper erzielen die Apps für Smartphones und Tablets eine verkaufte Auflage von 3.613 Stück.[18]

Verlagsbeteiligungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen ist unter anderem am Verlag des Düsseldorf-Express, der montags bis samstags erscheint und zusammen mit der WZ eine verkaufte Auflage von 87.528 Exemplaren[19] hat, an der Programmzeitschrift Prisma und an diversen Hörfunksendern im Verbreitungsgebiet beteiligt. Zusammen mit dem Solinger Tageblatt und dem Remscheider Generalanzeiger wird der überregionale Teil publiziert und ein gemeinsamer Anzeigenteil unter Westdeutsche Zeitung plus angeboten. Zudem ist die WZ Partner und Mitglied der nationalen Vermarktungsallianz Score Media Group.

Medienprojekt Texthelden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Medienprojekt „Texthelden“ spricht die Zeitung die Schülerinnen und Schüler im Verbreitungsgebiet der WZ an. Teilnehmende Klassen erhalten vier beziehungsweise sechs Wochen lang die Tageszeitung in Klassenstärke in ihre Schule geliefert. Texthelden stärkt den kompetenten Umgang mit Print- und Online-Medien und schult die Lese- und Schreibfähigkeit von Schülerinnen und Schülern der Klassenstufen 3 bis 10. Bei Texthelden lernen sie, sich in den verschiedenen Medien zu orientieren, Informationen zu recherchieren, die Sprache der Zeitungen zu verstehen, Nachrichten einzuordnen und sich auf dieser Basis eine eigene Meinung zu bilden. Zusätzlich motiviert das Medienprojekt die Schülerinnen und Schüler dazu, eigene Artikel zu schreiben und sich selbst in der Zeitung wiederzufinden.

Wurzel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wurzel, ein Comic Strip über einen Hund der Rasse Basset, ist seit 1975 Teil der Westdeutschen Zeitung.[20] Er ist in allen sechs Ausgaben in der Woche präsent.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Westdeutsche Zeitung – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. laut IVW, erstes Quartal 2018, Mo–Sa (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  2. laut IVW, (Details auf ivw.eu)
  3. laut IVW, erstes Quartal 2018, Mo–Sa (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  4. laut IVW, erstes Quartal 2018, Mo–Sa (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  5. laut IVW, erstes Quartal 2018, Mo–Sa (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  6. laut IVW, erstes Quartal 2018, Mo–Sa (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  7. Beteiligungen der Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH. KEK. Abgerufen am 22. August 2012.
  8. Über uns – Rheinisch-Bergische Druckerei. Rheinisch-Bergische Druckerei. Abgerufen am 22. August 2012.
  9. a b Bülend Ürük: Kahlschlag in Düsseldorf: „Westdeutsche Zeitung“ entlässt knapp ein Fünftel aller Mitarbeiter. Newsroom.de. 22. August 2012. Abgerufen am 22. August 2012.
  10. Focus: 'Westdeutsche Zeitung' baut 50 Stellen ab und kauft Lokalinhalte zu, 28. März 2014, abgerufen am 7. März 2015
  11. Horizont: „Westdeutsche Zeitung“ entlässt jeden zweiten Redakteur, 28. März 2014, abgerufen am 7. März 2015
  12. [1]
  13. Michael Hartmann verlässt „Westdeutsche Zeitung“. HORIZONT. 7. August 2002. Abgerufen am 22. August 2012.
  14. Verfahren gegen Ex-„WZ“-Chefredakteur eingestellt: Geldbuße für Michael Hartmann. Rheinische Post. 18. Oktober 2004. Abgerufen am 22. August 2012.
  15. Wechsel in der Chefredaktion, Westdeutsche Zeitung vom 11. Januar 2010, Seite 1
  16. „Westdeutsche Zeitung“ trennt sich von Chefredakteur Vogler. In: focus.de. 14. Januar 2014, abgerufen am 24. Februar 2014.
  17. Ulli Tückmantel: Langjähriger „RP“-Ressortleiter wird Chefredakteur von „Westdeutsche Zeitung“. In: newsroom.de. 9. April 2014, abgerufen am 25. Juni 2015.
  18. laut IVW, http://www.ivw.de/aw/print/qa/titel/1034
  19. laut IVW, erstes Quartal 2018, Mo–Sa (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  20. Anne Grages: Wurzel ist auch nur ein Mensch. Westdeutsche Zeitung, 5. Juli 2013, abgerufen am 22. Dezember 2016.

Koordinaten: 51° 15′ 19″ N, 7° 6′ 26″ O