Westdeutsche Zeitung

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Westdeutschen Zeitung, zu der gleichnamigen Publikation siehe Westdeutsche Zeitung. Demokratisch politisches Tageblatt begründet 1849.
Westdeutsche Zeitung
WZ Logo.jpg
Beschreibung Abonnement-Tageszeitung
Verlag Westdeutsche Zeitung GmbH & Co. KG
Erstausgabe 1887
Erscheinungsweise täglich
Verkaufte Auflage
(IVW 2/2016, Mo–Sa)
75.878 Exemplare
Reichweite (MA  2014) 0,282 Mio. Leser
Chefredakteur Ulli Tückmantel
Weblink wz

Die Westdeutsche Zeitung (WZ) ist eine regionale Abonnement-Zeitung. Sie wird seit 1887 herausgegeben. Ihr Leitsatz lautet „Westdeutsche Zeitung – unabhängig, kritisch, überparteilich“. Die Tageszeitung wird vom Verlag Westdeutsche Zeitung GmbH & Co. KG herausgegeben und hat ihren Sitz in Wuppertal.

Das Verbreitungsgebiet der Zeitung liegt im Herzen Nordrhein-Westfalens, von Wuppertal über Düsseldorf und Krefeld bis zur niederländischen Grenze, dort leben rund vier Millionen Menschen.

Die verkaufte Auflage beträgt 75.878 Exemplare, ein Minus von 55,4 Prozent seit 1998.[1] Die Redaktion wurde im Zuge mehrerer Entlassungswellen seit 2009 von 300 auf 50 Mitarbeiter verkleinert.[2][3] Die Auflage verteilt sich auf 8 Lokalausgaben. Der überregionale, redaktionelle Mantelteil wird auch an das Solinger Tageblatt und den Remscheider General-Anzeiger geliefert. Umgekehrt bezieht das Blatt mehrere Lokalteile von der Rheinischen Post.

Auflage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Westdeutsche Zeitung hat in den vergangenen Jahren erheblich an Auflage eingebüßt. Die verkaufte Auflage ist seit 1998 um 55,4 Prozent gesunken.[4] Sie beträgt gegenwärtig 75.878 Exemplare.[5] Das entspricht einem Rückgang von 94.115 Stück. Der Anteil der Abonnements an der verkauften Auflage liegt bei 87,3 Prozent.

Entwicklung der verkauften Auflage[6]


Die WZ besitzt in Wuppertal eine Alleinstellungsposition. In Krefeld ist sie laut IVW II. Quartal 2008 mit 63,7 % Marktanteil (IVW II. Quartal 2007: 66,1 %) die größte Abonnement-Zeitung, in Düsseldorf und Mönchengladbach die zweitgrößte Abozeitung.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verlagsgebäude in Wuppertal

Von 1934 an erschienen in Krefeld der General Anzeiger, der erstmals 1876 von Edmund Busch-du Fallois herausgegeben wurde, und die Crefelder Zeitung (mindestens seit 1855) unter dem gemeinsamen Titel Westdeutsche Zeitung.

Im Jahr 1937 gehörten unter dem Untertitel Vereinigte Tageszeitungen am Niederrhein auch der General-Anzeiger für den Niederrhein, die Zeitung Niederrheinisches Echo, die Viersener Zeitung, die Linksrheinische Rundschau und Die Wacht am Rhein zu diesem Verbund.

Die Zeitung erschien in dieser Zeit sieben Mal wöchentlich und kostete mit der illustrierten Sonntagszeitung Volksschatz halbmonatlich 1,20 Mk (inkl. Botenlohn).

Zu diesem Zeitpunkt befand sich diese Zeitung noch nicht im Besitz der Familie Girardet. Deren Aktivitäten auf dem Zeitungsmarkt reichen bis 1887 zurück. In jenem Jahr gab Kommerzienrat Wilhelm Girardet die erste Ausgabe des General-Anzeigers für Elberfeld-Barmen heraus. Ab 1936 ging die Zeitung auf seinen Sohn Hellmut Girardet über. 1903 übernahm er mit seinem Sohn Paul den seit 1876 erscheinenden Düsseldorfer General Anzeiger, den sie ab 1917 unter dem neuen Titel Düsseldorfer Nachrichten fortführten. Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 stellten die Düsseldorfer Nachrichten – wie alle deutschen Zeitungen – ihr Erscheinen ein.

1949 erschien die Westdeutsche Zeitung erstmals nach Kriegsende 1945 wieder. Westdeutsche Zeitung und Düsseldorfer Nachrichten schlossen sich zusammen; die Westdeutsche Zeitung übernahm politische Mantelseiten aus Düsseldorf; Lokal- und Anzeigenseiten wurden in Krefeld erstellt; der Druck der Zeitung erfolgt in Krefeld. 1970 wurde der Verlag C. Busch-du Fallois Söhne vom Verlag W. Girardet und damit als neuen Herausgeber Michael Girardet übernommen, wodurch auch die Westdeutsche Zeitung aus Krefeld an den Verlag fiel. Seit 1973 erscheinen alle drei Zeitungen des Verlages unter dem gemeinsamen Obertitel Westdeutsche Zeitung.

Gegenwart[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Girardet-Verlag ist heute mit 6,7 % an der Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH, der Holding der Rheinischen Post, direkt beteiligt.[7] Obwohl beide Zeitungen im Bereich Düsseldorf Konkurrenten sind, kooperieren sie: Die Rheinische Post druckt die Westdeutsche Zeitung in der eigenen Rheinisch-Bergischen Druckerei,[8] außerdem organisiert die Rheinische Post die Verteilung und beide Zeitungen geben gemeinsame Anzeigenblätter heraus.[2]

Ende 2009 arbeiteten rund 300 Journalisten für die Westdeutsche Zeitung, Ende 2012 sollen es nur noch knapp 200 sein. Die damit verbundenen Kündigungen rechtfertigte der Geschäftsführer mit dem Medienwandel. Innerhalb von zehn Jahren sank die Auflage um über 36 Prozent.[2]

Ende März 2014 wurde bekannt, dass die Anzahl der Redakteure auf 50 halbiert werden soll. Die bislang von der WZ erstellten Lokalausgaben für den Kreis Mettmann, am Niederrhein und Neuss sollen künftig von der Rheinischen Post bezogen werden.[9][3]

Redaktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verlagsgebäude an der Düsseldorfer Königsallee

Im August 2002 wurde der langjährige Chefredakteur Michael Hartmann abgelöst, nachdem es Ermittlungen gegen ihn im GWG-Skandal gab.[10] Zwei Jahre später wurde das Verfahren gegen Geldbuße eingestellt, laut Staatsanwaltschaft soll sich Hartmann in den 1990er Jahren bei der GWG für den Kauf des Bremme-Geländes eingesetzt und dafür von seinem Auftraggeber 23.000 Euro erhalten haben, außerdem soll er der GWG versprochen haben, den Kauf mit positiven Berichten in der Westdeutschen Zeitung zu begleiten. Hartmann selbst wies die Vorwürfe stets zurück.[11]

Von Februar 2003 bis Januar 2010 war Friedrich Roeingh Chefredakteur der Westdeutschen Zeitung. Zuvor war der gebürtige Ostwestfale Chefredakteur des Wiesbadener Kuriers und Leitender Redakteur beim Badischen Tagblatt in Baden-Baden. Sein Nachfolger war der bisherige stellvertretende Chefredakteur Martin Vogler.[12] Im Januar 2014 wurde bekannt, dass sich die Westdeutsche Zeitung GmbH & Co. KG von Vogler getrennt hat. Kommissarisch übernahm sein bisheriger Stellvertreter Lothar Leuschen die Leitung der WZ,[13] bis im April 2014 Ulli Tückmantel zum Chefredakteur ernannt wurde.[14]

Medienprojekt Texthelden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Medienprojekt „Texthelden“ spricht die Zeitung die Schüler im Verbreitungsgebiet an. Sie erhalten vier bis sechs Wochen lang kostenlos die Zeitung und können mit Hilfe von Begleitmaterial lernen, wie eine Tageszeitung aufgebaut ist, welche journalistischen Genres es gibt und wie Medien an der Information und Meinungsbildung beteiligt sind. Die WZ will damit auch Leseförderung betreiben. Zusätzlich sollen die Schüler zum kritischen Umgang mit Medien aller Art angeleitet werden.

Texthelden hat im Jahr 2014 das Vorgängerprojekt Klasse! abgelöst. Das Teilprojekt „Klasse! Kids“ richtete sich bis dahin an die Klassen 2 bis 4, das Teilprojekt „Klasse“ wurde für die Klassen 8 bis 10 konzipiert.

Wurzel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wurzel, ein Comic Strip über einen Hund der Rasse Basset, ist seit 1975 Teil der Westdeutschen Zeitung.[15] Er ist in allen sechs Ausgaben in der Woche präsent.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Westdeutsche Zeitung – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. laut IVW, (Details auf ivw.eu)
  2. a b c Bülend Ürük: Kahlschlag in Düsseldorf: „Westdeutsche Zeitung“ entlässt knapp ein Fünftel aller Mitarbeiter. Newsroom.de. 22. August 2012. Abgerufen am 22. August 2012.
  3. a b Horizont: „Westdeutsche Zeitung“ entlässt jeden zweiten Redakteur, 28. März 2014, abgerufen am 7. März 2015
  4. laut IVW, (Details auf ivw.eu)
  5. laut IVW, zweites Quartal 2016, Mo–Sa (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  6. laut IVW, jeweils viertes Quartal (Details auf ivw.eu)
  7. Beteiligungen der Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH. KEK. Abgerufen am 22. August 2012.
  8. Über uns – Rheinisch-Bergische Druckerei. Rheinisch-Bergische Druckerei. Abgerufen am 22. August 2012.
  9. Focus: 'Westdeutsche Zeitung' baut 50 Stellen ab und kauft Lokalinhalte zu, 28. März 2014, abgerufen am 7. März 2015
  10. Michael Hartmann verlässt „Westdeutsche Zeitung“. HORIZONT. 7. August 2002. Abgerufen am 22. August 2012.
  11. Verfahren gegen Ex-„WZ“-Chefredakteur eingestellt: Geldbuße für Michael Hartmann. Rheinische Post. 18. Oktober 2004. Abgerufen am 22. August 2012.
  12. Wechsel in der Chefredaktion, Westdeutsche Zeitung vom 11. Januar 2010, Seite 1
  13. „Westdeutsche Zeitung“ trennt sich von Chefredakteur Vogler. In: focus.de. 14. Januar 2014, abgerufen am 24. Februar 2014.
  14. Ulli Tückmantel: Langjähriger „RP“-Ressortleiter wird Chefredakteur von „Westdeutsche Zeitung“. In: newsroom.de. 9. April 2014, abgerufen am 25. Juni 2015.
  15. Wurzel ist auch nur ein Mensch Westdeutsche Zeitung (online) vom 5. Juli 2013

Koordinaten: 51° 15′ 19″ N, 7° 6′ 26″ O