Kyklopengrab (Mykene)

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Zuweg und eingestürzter Torweg des Kyklopengrabes
Eingestürzte Tholos des Grabes

Kyklopengrab (griechisch Τάφος Κυκλώπειος) wird ein Tholosgrab in Mykene genannt. Benannt wurde das Grab nach seiner kyklopischen Bauweise des Torweges (Stomion) und der Grabkuppel. Hierbei wurden unbearbeitete Feldsteine aufeinander geschichtet und in die verbliebenen Zwischenräume kleine Steine gesteckt. Das Tholosgrab liegt am westlichen Abhang des Panagitsa-Hügels etwa 650 m westlich der Oberstadt von Mykene und 60 m südlich des Grabes der Genien. Nach der Klassifizierung von Alan Wace gehört es zur ersten Tholos-Gruppe und datiert in die Späthelladische Zeit (SH II A Früh).[1] Vermutlich ist es das älteste Tholosgrab von Mykene und wurde um 1500 v. Chr. errichtet.

Der Zuweg (Dromos) wurde in den Fels gegraben. Seitenmauern wie bei den späteren Gräbern fehlen. Die heute eingestürzte Kuppel hatte einen Durchmesser von 8 m und die Höhe wird ebenfalls auf etwa 8 m geschätzt. Das Grab erscheint bereits 1878 auf Vasilios Drosinos Plan von Mykene.[2] 1891 wurde es von Christos Tsountas ausgegraben. 1922 führte Alan Wace Nachgrabungen durch. Hierbei untersuchte er den Dromos, das Stomion und den Schutt, den Tsountas aus dem Grab geschafft hatte. Er machte nur wenige Funde: ein Spinnwirtel aus Steatit (SH III), eine späthelladische und eine geometrische Tonscherbe und ein hellenistisches Ziegelfragment.

Im Archäologischen Nationalmuseum in Athen sind weitere Funde ausgestellt: ein Elfenbeinstab, der mit Gold verkleidet wurde, ein Bronzering und ein Bronzemesser.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Richard Speich: Peloponnes. 2. Auflage. W. Kohlhammer, Stuttgart / Berlin / Köln 1989, ISBN 3-17-010031-9, S. 126; 129.
  • Carla M. Antonaccio: An Archaeology of Ancestors: Tomb Cult and Hero Cult in Early Greece. Rowman & Littlefield Publishers, Stuttgart, Berlin, Köln 1994, ISBN 0-8476-7942-X, S. 32 (books.google.de [abgerufen am 1. Mai 2014]).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Löwengrab – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alan Wace, Leicester Bodine Holland: Excavations at Mycenae. The Tholos tombs. In: The Annual of the British School at Athens. Band 25, 1923, S. 283–402, doi:10.1017/S0068245400010352.
  2. Heinrich Schliemann: Mykenae. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1964, Plan D (digi.ub.uni-heidelberg.de [abgerufen am 25. April 2014]).

Koordinaten: 37° 43′ 43″ N, 22° 44′ 58″ O