Ländliche Entwicklung

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Dieser Artikel erläutert die Entwicklung des ländlichen Raumes, zu der ganzer Länder siehe Landesentwicklung.
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Als Ländliche Entwicklung, auch Landentwicklung. wird die Entwicklung des ländlichen Raumes mit dem Ziel, die Lebensbedingungen der Landbevölkerung zu verbessern, bezeichnet.

Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Allgemein ist der Lebensstandard auf dem Land oft niedriger und der Entwicklungsstand geringer als in städtischen Gebieten. Industrie- und Dienstleistungssektor sind meistens auf die Städte konzentriert, während in ländlichen Gebieten die Landwirtschaft eine wichtige Rolle einnimmt. Oft fehlt es im ländlichen Raum an Arbeitsplätzen und Perspektiven, was zur Abwanderung vor allem junger Menschen in die Städte (Landflucht) führt. In den Entwicklungsländern landen Landflüchtlinge oftmals in den städtischen Slums, wo die Bedingungen kaum besser sind. Sind die Disparitäten zwischen Stadt und Land sehr groß, kann dies auch Konfliktpotenzial bergen.

Da 80 % der Hungernden auf der Welt auf dem Land leben (50 % Kleinbauern, 22 % landlose Landarbeiter, 8 % Fischer, Viehzüchter usw.), muss sich auch die Bekämpfung von Welthunger und Armut auf den ländlichen Raum konzentrieren. Ländliche Entwicklung genießt daher in Entwicklungshilfe und Entwicklungspolitik hohe Priorität. In der Agenda 21 der Vereinten Nationen nimmt die ländliche Entwicklung (rural development) eine Schlüsselrolle ein.

Ein Unterthema der Landentwicklung ist die Dorfentwicklung, mit Fokus auf die kleinstregionalen Zentren, und eine umlandgerechte Stadtentwicklung. Überspannender Rahmen ist die Regionalentwicklung, die sich um größere urbane wie auch rurale Räume kümmert.

Maßnahmen zur Förderung der ländlichen Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während die Bedeutung der ländlichen Entwicklung weitgehend unumstritten ist, ist es sehr umstritten, welche Maßnahmen zu deren Förderung geeignet sind und in welche Richtung die Entwicklung des ländlichen Raumes überhaupt gehen soll.

Subventionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Möglichkeit zur Förderung der ländlichen Entwicklung ist die Subventionierung des ländlichen Raumes und von dessen Entwicklung durch den Staat und insbesondere durch Gelder aus den Städten. Dieses Modell wurde beispielsweise in der Schweiz seit etwa 1925 mit Erfolg praktiziert. Hier investierte der Staat große Summen in den Ausbau von Infrastruktur, Bildung und sozialer Sicherheit und in die Modernisierung der Landwirtschaft in den ärmeren Gebirgskantonen.

Das Modell der Subventionierung zieht allerdings Kritik auf sich, etwa wenn Zweifel an der effizienten Nutzung der bereitgestellten Mittel laut werden. Auch wird befürchtet, dass Subventionen die Eigeninitiative und Innovation der Landbevölkerung selbst lähmen können. In Entwicklungsländern fehlen meistens die Mittel für Subventionen, sodass die entsprechenden Aufgaben teilweise von internationalen Hilfsorganisationen übernommen werden.

Schaffung von Standortvorteilen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, durch die Schaffung von künstlichen Standortvorteilen den ländlichen Raum für Investitionen attraktiv zu machen. Dieses geschieht vor allem durch Steuervergünstigungen. An diesem Modell wird kritisiert, dass sich ländliche Gebiete auf diese Weise „ungerechte“ Vorteile gegenüber den Städten verschafften, dass bisweilen der Grundsatz einer „gerechten“ Besteuerung untergraben, die Steuerflucht gefördert und ein letztlich für Stadt und Land ruinöser „Wettlauf nach unten“ ausgelöst werde.

Strukturreformen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Strukturreformen auf dem Land werden heutzutage vor allem für Entwicklungsländer propagiert, wo nicht nur die Unterschiede zwischen Stadt und Land, sondern auch die sozialen Gegensätze innerhalb des ländlichen Raumes wesentlich extremer sind als in Industrieländern. Der Mehrheit der oft in großer Armut lebenden Kleinbauern und Landlosen steht meistens eine wohlhabende Minderheit von Großgrundbesitzern entgegen. Diese lassen oft einen Großteil ihrer Ländereien brach liegen und investieren die Gewinne, die sie erzielen, kaum wieder in die Landwirtschaft oder in die weitere Entwicklung der Umgebung.

Daher existieren in vielen Entwicklungsländern Bestrebungen zu Landreformen, die jedoch meistens nur langsam umgesetzt werden. Auch gewährleistet eine Landreform allein noch keinen Erfolg.

Ziele der ländlichen Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Allgemein anerkannt ist das Ziel, dass ländliche Entwicklung die Lebensbedingungen der Landbevölkerung verbessern und langfristige Perspektiven für diese schaffen soll. Darüber, wie genau diese Entwicklung aussehen soll, gibt es jedoch höchst unterschiedliche Auffassungen. Während die Einen eine „nachhaltige Entwicklung“ des ländlichen Raumes mit einer kleinbäuerlich dominierten, nach ökologischen Prinzipien ausgerichteten Landwirtschaft inklusive der Erhaltung alter Kulturlandschaften anstreben, visieren die Anderen eine Entwicklung hin zu einer modernen, rationalisierten Landwirtschaft sowie eine Abwertung der Landwirtschaft zugunsten einer Aufwertung von Industrie und Dienstleistungen an.

Nationales[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Europa[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Europäische Union stellt die Programme PROLAND und LEADER+ zur Verfügung, die gezielt die Verbesserung der Lebensbedingung in ländlichen Gebieten verbessern wollen. Außerdem verfolgt sie die Lokale Agenda 21, das ist die regionalisierte, kleinräumige Umsetzung der Agenda 21 der UNCED. Das Programm INTERREG soll in Europa der Regionen die grenzübergreifende Stadt- und Landentwicklung fördern.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

International:

Deutschland: