Löschwasser-Außenlastbehälter für Hubschrauber

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Eine Superpuma der Bundespolizei bei der Demonstration des Löschsystems

Löschwasser-Außenlastbehälter für Hubschrauber sind Behältnisse zur Aufnahme von Löschmitteln, die von einem Hubschrauber unter dem Rumpf mitgeführt werden. Sie dienen der Brandbekämpfung an schwer zugänglichen Stellen (z. B. Gebirge) und bei Flächenbränden (z. B. Waldbrände).

Bei der Brandbekämpfung aus der Luft wird das Löschmittel (meist Wasser) gezielt auf den Brand abgegeben.

Der Außenlastbehälter hat ein Bodenventil, welches vom Helikopter aus entweder mittels eines Seilzuges, über eine Druckluftleitung (z. B. beim Typ Smoky) oder über ein elektrisches Steuersignal (z. B. beim Bambi Bucket bzw. Semat) geöffnet wird. Die Wasseraufnahme erfolgt üblicherweise aus einem offenen Gewässer, kann aber auch durch Bodenkräfte (sog. Flughelfern) direkt aus Feuerwehrfahrzeugen(z.B. TLF) mit Hilfe von Schläuchen erfolgen.

Sikorsky S-70 des österreichischen Bundesheeres beim Entleeren eines 3000 Liter Feuerlöschbehälters SEMAT "F" 3000.

Feste Behälter[Bearbeiten]

Das deutsche Bundesland Niedersachsen veröffentlichte 1979 infolge des Heidebrands von 1975 die Technische Weisung Nr. 6 "Löschwasser-Außenlastbehälter für Hubschrauber". Darin werden zwei Behältertypen beschrieben: Behälter I hat ein Fassungsvermögen von mindestens 800 Litern und ein Gesamtgewicht von maximal 1000 kg, Behälter II fasst mindestens 5000 l und wiegt höchstens 5500 kg. Für eine optimale Befüllung wird eine Wassertiefe von 1,2 bzw. 2 m vorausgesetzt. Sie lassen sich innerhalb von zehn Sekunden entleeren.

In Bayern sind 900-Liter-Behälter weit verbreitet, die bei 16 verschiedenen Feuerwehren im ganzen Land untergebracht sind. Andere Bundesländer setzen hauptsächlich größere Behälter (z. B. 3000 oder 5000 l) ein, die meist zentral gelagert werden.

Behälter mit einem Fassungsvermögen unter 1000 Litern können mit leichten Mehrzweckhubschraubern wie etwa Polizei- oder Rettungshubschraubern (z. B. Bell UH-1, Eurocopter EC 135, MBB/Kawasaki BK 117) eingesetzt werden. Für die schwereren Varianten bis 5000 Liter werden mittlere Transporthubschrauber benötigt, die hauptsächlich vom Militär eingesetzt werden, etwa die Typen Sikorsky CH-53 oder Superpuma.

Ein faltbarer AFlex Monsoon Bucket Löschbehälter

Faltbare Behälter (Bambi Bucket/Monsoon Bucket)[Bearbeiten]

Das von Don Arney erfundene System wird seit 1983 von SEI Industries in Kanada unter dem Produktnamen Bambi Bucket vertrieben. Im australisch-neuseeländischen Raum entwickelte A-Flex Technology mit dem Monsoon Bucket ein vergleichbares Produkt. Der Behälter eignet sich vor allem auch für den Einsatz in unzugänglichen Gebieten, da er vielfältig befüllt werden kann.

Die Hauptvorteile faltbarer Behälter sind das geringere Leergewicht sowie die geringere Wassertiefe (30 cm), die für die Befüllung benötigt wird. Der Behälter kann zudem Löschschaum aufnehmen, da das Material auch hinsichtlich der Resistenz verbessert wurde.
Ein Nachteil ist die fehlende Robustheit gegenüber den Aluminiumbehältern, auch ist es in der Regel nicht möglich einen Sprühstrahl (erhöhte Löschwirkung; größere Flächenabdeckung) mit den Faltbehältern zu erzeugen (siehe Fotos, oben Punktabwurf Bambi Bucket, unten Sprühstrahl Semat), da ein stufenlos öffnender Auslass bzw. eine Prallplatte (welche das Wasser verteilt) fehlt. Dies führt auch dazu, dass der Behälter i.A. nur ganz voll oder leer und nicht mit Teilmengen an Wasser geflogen werden kann. Letzteres ist aber als Anpassung an die sich verändernde Kraftstoffmenge und damit dem MTOW, insbesondere bei kleineren Hubschraubern ein Vorteil.

Zurzeit gibt es mehr als zwanzig verschiedene Größen mit einem Fassungsvermögen von 270 bis 19.600 Litern.

Weblinks[Bearbeiten]