LVG E.I

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LVG E.I
Prototyp der LVG E.I
Typ: Militär-Versuchsflugzeug
Entwurfsland: Deutsches ReichDeutsches Kaiserreich Deutsches Reich
Hersteller: Luftverkehrsgesellschaft (LVG)
Erstflug: 1915
Indienststellung:
Stückzahl: 1

Die LVG E.I (Werksbezeichnung E.VI) war ein deutsches Versuchsflugzeug der LVG zur Erprobung von Kampfflugzeug-Bordwaffen im Ersten Weltkrieg; insbesondere für das Durchschießen des Propellerkreises mit einem synchronisierten Maschinengewehr.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ersten Praxiserfahrungen mit Kampfflugzeugen zeigten schnell, dass die Schussrichtung der Bord-Maschinengewehre parallel zur Visierlinie des Piloten am effektivsten war. In den 1910er Jahren hatten sich einmotorige Flugzeuge mit Zugpropeller als effektivste Bauform entwickelt. Da es einerseits darauf an kam, das Gewicht von Waffe und Munition nah am Schwerpunkt zu konzentrieren und andererseits die Waffe zur Behebung von Ladehemmungen in Reichweite des Piloten zu platzieren, musste das Maschinengewehr den Propellerkreis durchschießen können.

Franz Schneider, der schweizerische Chefkonstrukteur der Luftverkehrsgesellschaft (LVG), hatte bereits 1913, also vor dem Ersten Weltkrieg, die Entwicklung einer Synchronisationsvorrichtung patentieren lassen (Deutsches Reichspatent 276,396). Sie sah vor, ein MG mit der Nockenwelle des Flugzeugmotors zu synchronisieren, so dass es durch den Kreis des rotierenden Propellers feuern konnte.

Konstruktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese Synchronisationsvorrichtung baute Schneider 1914/15 in einen zweisitzigen Eindecker mit wassergekühlten Sechszylinder-Reihenmotor Mercedes D III(160 PS) ein. Zusätzlich war der Beobachtersitz mit einem zweiten beweglichen MG auf Drehringlafette versehen; ebenfalls eine völlige Neuerung.

Einsatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die LVG E.I war damit das erste Flugzeug mit synchronisiertem MG und hätte angesichts der zunehmenden MG-Bewaffnung französischer Flugzeuge möglicherweise den damals mit unbewaffneten Flugzeugen operierenden deutschen Fliegerabteilungen einen wesentlichen Vorteil im Einsatz verschafft; man kann jedoch davon ausgehen, dass angesichts der schweren Zuladung das Flugzeug für den Luftkampf zu schwache Flugleistungen gezeigt hätte.

Zwischenfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Prototyp der LVG E.I ging beim Transport zur Fronterprobung verloren und geriet, obwohl es sich um eine revolutionäre Entwicklung handelte, in Vergessenheit.

Erst Monate später realisierte Anton Fokker die Idee und baute nach gleichem Prinzip seine einsitzigen Fokker E.I-IV-Eindecker, mit denen die deutsche Fliegertruppe an der Westfront 1915 die Luftherrschaft errangen.

Technische Daten[1][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kenngröße Daten
Besatzung 2 (Pilot+Beobachter)
Länge 6,70 m
Spannweite 8,4 m
Höhe 2,60 m
Flügelfläche
Leermasse 450 kg
Startmasse 655 kg
Höchstgeschwindigkeit 132 km/h
Dienstgipfelhöhe 3048 m
Reichweite 200 km
Triebwerke ein wassergekühlter Sechszylinder-Reihenmotor Mercedes D II mit 120 PS
Bewaffnung ein MG

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Liste von Flugzeugtypen

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kenneth Munson: Kampfflugzeuge: Jagd- und Trainingsflugzeuge 1914–19. Füssli, Zürich 1968.
  • Heinz Nowarra: Die Entwicklung der Flugzeuge 1914–1918. Lehmanns, München 1959.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: LVG E.I – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. aviastar.org abgerufen am 28. November 2016