Luftverkehrsgesellschaft (LVG)

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Werbung der Luft-Verkehrs-Gesellschaft A.G.
Werbung der Luft-Verkehrs-Gesellschaft m.b.H., 1911

Die Luft-Verkehrs-Gesellschaft A.G. (kurz LVG) am Flugplatz Johannisthal ging 1912 aus der Luft-Verkehrs-Gesellschaft m. b. H. von Arthur Müller hervor, die 1910 unter dem Namen Luftfahrtbetriebs-GmbH als Unternehmen für Passagier- und Reklamefahrten mit Parseval-Luftschiffen gegründet worden war.[1][2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem die Idee der Luftschiff-Reklamefahrten der Vorgängerfirmen zwar gut vom Markt angenommen worden war, aber die Bestellungen wegen technischer Probleme zum großen Teil nicht abgefahren werden konnten, konzentrierte sich die Luft-Verkehrs-Gesellschaft A.G. auf den Flugzeugbau.[1][2] Dazu war 1911 Franz Schneider, der schweizerische Chefkonstrukteur, in das Unternehmen geholt worden.[3] Er führte ab 1912 die LVB Typen LVG B- und C-Typen ein, die auch mit Type Schneider beworben wurden. 1913 erfand er das Synchronisationsgetriebe zwischen Motor und Maschinengewehr,[4] das ab 1915 den Luftkrieg im Ersten Weltkrieg revolutionierte und baute es in den LVG E.I, der allerdings nicht zum Einsatz kam.

Weitere Konstrukteure der LVG waren die Ingenieure Walter Rethel, Willy Sabersky-Müssigbrodt, Felix Laitsch sowie Paul Georg Ehrhardt, ab 1917 Leiter der Versuchsabteilung.[5]

Die LVG baute bis 1918 vor allem zweisitzige Schul- und Aufklärungsflugzeuge, darunter die LVG C.I, der erste deutsche Zweisitzer an der Front, bei dem der Beobachter ein schwenkbares MG auf Drehringlafette mit freiem Schussfeld hatte.[6] und die mit über 1.000 Stück produzierte und sehr erfolgreich eingesetzte LVG C.VI.

LVG produzierte im Ersten Weltkrieg 5.640 Flugzeuge und war nach der Albatros der zweitgrößte Flugzeughersteller im Deutschen Reich. Betrug im gesamten Jahr 1913 bei 300 Arbeitern die Zahl der gelieferten Flugzeuge noch 60 Stück, so stieg durch Erweiterungen die Produktionskapazität ständig an. Allein im Mai 1918 verließen 174 Maschinen das Werk, das Unternehmen beschäftigte jetzt 3.500 Arbeiter.

Liste der Flugzeugtypen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter M. Grosz: LVG C.VI. (Windsock Datafile Nr. 17). Albatros Prod., Berkhamsted 1989, ISBN 0-948414-21-9.
  • Rainer Karlsch / Thomas Flemming / Burghard Ciesla: 100 Jahre Innovation aus Adlerhof - Wiege der deutschen Motorluftfahrt. In: WISTA-MANAGEMENT GMBH (Hrsg.): Adlerhofer Geschichten. Band 1. Berlin Juni 2009, S. 72 (Leseprobe.pdf [abgerufen am 28. Januar 2017]).
  • Karlheinz Kens, Hans Müller: Die Flugzeuge des Ersten Weltkriegs. München 1966, ISBN 3-453-00404-3.
  • Günter Kroschel, Helmut Stützer: Die deutschen Militärflugzeuge 1910-18. Wilhelmshaven 1977, ISBN 3-920602-18-8.
  • Heinz J. Nowarra: Flugzeuge 1914–1918. München 1959, DNB 453613632.
  • Karl R. Pawlas: Deutsche Flugzeuge 1914-18. Nürnberg 1976, ISBN 3-88088-209-6.
  • Günter Schmitt: Als die Oldtimer flogen. transpress Verlag für Verkehrswesen 1987, ISBN 3-344-00129-9
  • Henry Wydler: Schneider, Franz im Historischen Lexikon der Schweiz

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Luftverkehrsgesellschaft (LVG) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Wiege der deutschen Motorluftfahrt S. 8
  2. a b Als die Oldtimer flogen S. 80
  3. Historisches Lexikon der Schweiz
  4. Kenneth Munson: Kampfflugzeuge 1914–19. Zürich 1968., vgl. auch Beschreibung dazu unter Lemma Fokker Eindecker
  5. Yuri Balashov, Vladimir Pavlovich Vizgin: Einstein Studies in Russia. Boston 2002, ISBN 0-8176-4263-3, S. 298.
  6. Enzo Angelucci, Paolo Matricardi: Flugzeuge von den Anfängen bis zum Ersten Weltkrieg. Wiesbaden 1976, ISBN 3-8068-0391-9.