Sechszylinder

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zur gleichnamigen A-cappella-Gruppe siehe 6-Zylinder (Band).
Reihensechszylindermotor mit Zündreihenfolge 1-5-3-6-2-4
Luftgekühlter Sechszylinder-Boxermotor eines Porsche 993 (Porsche 911), Ansicht von unten
Luftgekühlter Sechszylinder-Reihenmotor (Honda CBX)

Der Sechszylinder ist eine Bauart von Hubkolben-Motoren, besonders von Verbrennungsmotoren.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauarten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Sechszylinder kann nach dem Otto- oder Dieselverfahren arbeiten und als Reihen-, Boxer-, VR- oder V-Motor ausgeführt sein. Seit den 1990er Jahren werden sie mehr und mehr in Pkw als Frontmotoren verwendet. Da sie kürzer als Reihenmotoren und nicht so breit wie Boxermotoren sind, wird hier die Ausführung als V-Motor bevorzugt.

Anwendungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sechszylinder-Motoren sind am häufigsten im Pkw, Traktoren und Lastkraftwagen eingesetzt, in seltenen Fällen auch bei Motorrädern. Sie dienen aber auch als Antrieb von Schienenfahrzeugen, leichten Flugzeugen (Boxermotoren US-amerikanischer Hersteller wie Lycoming und Continental), Schiffen (als Reihenmotor), Generatoren zur Stromerzeugung sowie für weitere Anwendungen.

Laufruhe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sechszylinder-Reihen- und -Boxermotoren laufen besonders ruhig, da in ihnen die Massenkräfte und -momente erster und zweiter Ordnung ausgeglichen sind.

Sechszylinder-V-Motoren sind teils mit Ausgleichswellen beruhigt, oder sie haben sechs statt drei Hubzapfen, das heißt die beiden Pleuel eines im „V“ gegenüberliegenden Kolbenpaars wirken nicht auf eine gemeinsame Kröpfung der der Kurbelwelle, sondern auf zwei versetzte, in der Regel über eine Zwischenwange verbundene Hubzapfen. Dies kann allerdings die Steifigkeit der Kurbelwelle beeinträchtigen und bedeutet zusätzlichen Fertigungsaufwand. Vereinzelt gibt es auch „Flat Six“ genannte Motoren, die genauer als 180°-V-Motoren zu bezeichnen sind. Wegen der gleichläufigen Kolbenbewegungen jeder 180°-Paarung unterscheiden sie sich in der Laufruhe kaum von Dreizylindern.

Weitere Verwendungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch abseits von Verbrennungsmotoren gibt es Sechszylinder, etwa als Kolbenpumpen oder Kompressoren.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jan Trommelmans: Das Auto und seine Technik. 1. Auflage, Motorbuch-Verlag, Stuttgart 1992, ISBN 3-613-01288-X
  • Richard van Basshuysen, Fred Schäfer: Handbuch Verbrennungsmotor Grundlagen, Komponenten, Systeme, Perspektiven. 3. Auflage, Friedrich Vieweg & Sohn Verlag/GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2005, ISBN 3-528-23933-6
  • Gert Hack: Autos schneller machen. 11. Auflage, Motorbuch-Verlag, Stuttgart 1980, ISBN 3-87943-374-7

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Sechszylinder – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen