Lachmöwen-Theater

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Niederdeutsche Bühne Laboe e. V.
(De Laboer Lachmöwen)
LachmoewenTheater-Logo.jpg
Zweck Kultur- und Sprachpflege
Vorsitz: Traute Steffen
Gründungsdatum: 1986[1]
Sitz: Katzbek 4, 24235 Laboe
Website: www.lachmoewen.de

Das Lachmöwen-Theater bzw. De Laboer Lachmöwen ist die Spielstätte der Niederdeutschen Bühne Laboe e. V. Die 1986[1] im Ostseebad Laboe gegründete Bühne gehört heute zu den zehn erfolgreichsten semiprofessionellen Theatern im deutschen Bundesland Schleswig-Holstein und erreicht mit seinen jährlich etwa 80 Aufführungen ein Publikum von inzwischen über 12.000 Menschen pro Jahr.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Lachmöwen-Theater

1986 bis 1990 – Gründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1986 wurde die Bühne von der aus Laboe stammenden Erna Kropp (†) gegründet. Die Gruppe umfasste damals fünf Mitglieder und war Teil des Arbeiterwohlfahrt-Ortsvereins Laboe. Die ersten vier Aufführungen führte die junge Theatergruppe im Sommer 1987 mit dem Stück De goode Partie in der ehemaligen Laboeer Hafenbörse durch. 1987 wurde mit der Aula der Grund- und Hauptschule Laboe eine neue Spielstätte erschlossen. 1990 gab sich das Theater im Rahmen einer Veranstaltung der Kurverwaltung Laboe den Namen De Laboer Lachmöwen. Erna Kropp gab 1987 die Leitung der Bühne auf und Ulla Harms sowie Traute Steffen folgten in der Leitung.

1991 bis 1996[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

So fortgeführt, wuchs in den Folgejahren der regionale Erfolg der Gruppe. Die Zahl der Vorstellungen erhöhte sich auf rund 15 Aufführungen je Stück. Ein Umstand, der von einigen Spielern jedoch zunehmend als Belastung empfunden wurde. Etliche Mitglieder verließen die Bühne daraufhin, was jedoch durch neu hinzustoßende Theaterbegeisterte ausgeglichen werden konnte. So kam es trotz Besetzungswechseln bei dem Stück „Rosemaries Vergnögungsstüer“ 1994 zu einer fristgerechten Premiere. Doch auch 1995 kehrte kein Frieden ein. Nach Unstimmigkeiten mit dem Vorstand der AWO-Laboe kam es zum Bruch und es wurde auf einer Versammlung am 9. Dezember 1995 beschlossen, sich aus der Arbeiterwohlfahrt auszugliedern und sich neu zu gründen.[2] Durch diese Neugründung wurde die „Niederdeutsche Bühne Laboe e. V.“ 1996 eigenständig.

1997 bis 2001[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1997 entstanden erstmals Kooperationen mit Funk und Fernsehen. Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) war mit der Radiosendung „Musikbox“ in Laboe zu Gast. Dadurch angeregt entstand noch im selben Jahr ein viertelstündiger Fernsehbeitrag für das Schleswig-Holstein Magazin. Ebenfalls 1997 erfolgte die Aufzeichnung einer kompletten Vorstellung von „Dat Dokterbook“ für den Offenen Kanal Kiel. Nicht zuletzt wohl durch diese Medienpräsenz wuchsen die Zuschauerzahlen rapide. Im Jahr 2001 waren es bereits 3500 Besucher. Ein Ansturm, der über die Kapazität einer Schulaula weit hinausging. Da man zudem bereits jetzt um den inzwischen mangelhaften baulichen Zustand der Schule wusste, wurde damit begonnen in Gesprächen mit der Gemeinde Laboe nach einem neuen, eigenen Spielort für die Bühne zu suchen.

2002 bis 2006 – Umzug[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2002 erfolgen erstmals Auftritte außerhalb der eigenen Räumlichkeiten. 2003 wurde ein letztes Mal in der Laboeer Schulaula gespielt, da die Spielstätte abgerissen werden sollte. 2004 konnte das Theater in eine neue Spielstätte umziehen in den Umbau eines ehemaligen Kindergarten am Laboeer Kurpark. Mit dem eigens ins Plattdeutsche übertragene Stück Sünnbrand und Sülverhochtied fand die Premiere statt als erstes Stück mit einer externen, professionellen Regie. 2006 wurde auch im Winter der Einakter Wi kriegt Besöök aufgeführt, Grundstein für den nun dauerhaften Rhythmus von zwei Stücken pro Jahr. Das Engagement der Gruppe wurde Anfang 2006 mit dem Bürgerpreis der Gemeinde Laboe belohnt.

Seit 2007[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Außerhalb des normalen Spielbetriebes, wurde und das eigene Theater umfassend neu gestaltet. So wurde dem ursprünglichen Gebäude 2007 ein Anbau hinzugefügt, der das jetzige Foyer beherbergt. Bei seinem Umzug 2011 überließ das Hamburger Ohnsorg-Theater der Laboeer Bühne einen Teil seiner alten Bestuhlung, den berühmten roten Vorhang und auch Flächen des Bühnenbodens. Im Zuge des Einbaus dieser Ausstattung wurden im Jahre 2011 der Zuschauer- und 2012 auch der Bühnenbereich grundlegend erneuert. Weitere bauliche Maßnahmen umfassen die Errichtung eines weiteren Anbaus 2015, der Bühnenbilder und Requisiten beherbergt, sowie eine grundlegende Neugestaltung des Foyer-, Küchen- und Sanitärbereichs im Jahre 2017. Neuerungen gab es auch in der künstlerischen Arbeit der Bühne. Seit 2008 absolviert das gesamte Ensemble jährlich einen professionell angeleiteten Schauspielkurs in Hamburg. Zudem wird die Bühne seit 2011 auch durch professionelle Schauspieler in ihren Reihen verstärkt. Im November 2012 beging die Bühne ihr 25-jähriges Jubiläum. Dem Theater wurde in Würdigung seines langjährigen Engagements für die plattdeutsche Sprache der Kulturpreis 2014 des Kreises Plön verliehen.[3] Die Sommerspielzeit 2016 wurde anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der Bühne mit einer besonderen Gala-Vorstellung abgeschlossen. Im Januar 2017 wurde der Ersten Vorsitzenden des Vereins, Traute Steffen, für ihren unermüdlichen Einsatz im Dienste des Theaters und die damit verbundenen sozialen Verdienste das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen.[4]

Bislang gespielte Stücke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Sommerstück Winterstück
1987 De goode Partie
1988 Donner un Doria
1989 Twischen twee Stöhl
1990 Müggensack sien Venus
1991 Wi kriegt Besöök
1992 Frikadellen
1993 Moral in Müggenhusen
1994 Rosemaries Vergnögungsstüer
1995 Wer hett, de hett
1996 Wieverregiment
1997 Dat Dokterbook
1988 De Entenkrieg
1999 Kinners, wi mööt sporn
2000 Blickschaden
2001 De kostenlose Bibelstünn
2002 De 75. Geburtsdag
2003 … un baven wahnen Engel
2004 Sünnbrand un Sülverhochtied
2005 Hier sünd Se richtig
2006 Mien Fro hett’n Brögam Wi kriegt Besöök
2007 Dat Baby Wer hett, de hett
2008 Un keener will de Vadder sien Moral in Müggenhusen
2009 Denk di doch wat anners ut Dat Dokterbook
2010 Müggensack sien Venus Blickschaden
2011 Frikadellen De Deern is richtig!
2012 Een Mann mit Charakter Heiratsswindel
2013 Minsch sien mutt de Minsch … un baven wahnen Engel
2014 De Entenkrieg Snieder Nörig
2015 Een Froo för den Klabautermann Keen Utkamen mit’t Inkomen
2016 Brand-Stiftung De 75. Geburtsdag
2017 Kramer Kray De kostenlose Bibelstünn
2018 Dat Hörrohr Petrus gifft Urlaub
2019 Wer hett, de hett

Preise und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2006: Bürgerpreis der Gemeinde Laboe
  • 2015: Franz-Hergeröder-Gedächtnispreis, verliehen an Traute Steffen
  • 2015: Kulturpreis 2014 des Kreises Plön
  • 2017: Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, verliehen an Traute Steffen

Technische Daten des Theatersaals[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sitzplätze: 148 und zwei für Rollstühle
  • Bühnenfläche: 45 m²
  • Scheinwerfer: 33
  • Bühnenmikrofone: 3
  • Verlegte Kabel: Gesamtlänge circa zwei Kilometer

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Die Gründung der Lachmöwen und die ersten Schritte auf der Bühne. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 30. Juli 2016; abgerufen am 2. August 2016. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.lachmoewen.de
  2. Die neue Spielleitung. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 17. Juli 2016; abgerufen am 2. August 2016. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.lachmoewen.de
  3. Dirk Schneider: Kulturpreis für Theater „op Platt“. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Kieler Nachrichten. 1. Oktober 2015, archiviert vom Original am 5. Oktober 2015; abgerufen am 2. August 2016. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.kn-online.de
  4. Astrid Schmidt: Verdienstkreuz für Traute Steffen. In: Kieler Nachrichten. 16. Januar 2017, abgerufen am 18. Oktober 2018.