Laiendarsteller

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Laiendarsteller (auch Laienschauspieler) sind Darsteller, die das Schauspiel meistens nicht hauptberuflich ausüben und keine schauspielerische Ausbildung abgeschlossen haben.

Theater und Musical[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Laien- oder Amateurtheater erarbeiten Hobbyschauspieler privat oder in Theatervereinen ein Theaterstück, das anschließend zur Aufführung gebracht wird.[1] Bei Musicals werden weitere Voraussetzungen wie Gesang und Tanz an die Akteure gestellt.[2]

Film und Fernsehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Film- und Fernsehproduktionen spielen Laiendarsteller primär als Komparsen mit.[3] Auch Produktionen wie Seifenopern, Telenovelas oder Gerichtsshows bauen häufig komplett auf Laiendarsteller, um die Produktionskosten niedrig zu halten. Des Weiteren werden Scripted-Reality-Formaten vorwiegend Laiendarsteller eingesetzt,[4] um eine größere Authentizität durch immer neue und noch unbekannte Gesichter zu erzeugen.[5]

Laiendarsteller werden teils langfristig bei Castings auf ihre Eignung geprüft und anschließend in eine Kartei aufgenommen, in der zum Teil auch bereits mögliche Rollen vermerkt sind. Sie können auch über Agenturen vermittelt werden, die Laiendarsteller dauerhaft unter Vertrag haben.[6] Gelegentlich werden aber auch spontan an einem Drehort Laiendarsteller engagiert.[7] Bei Milieustudien stellen Laiendarsteller sogar ein charakterisierendes Merkmal dar.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Anna Luise Kiss: Topografie des Laiendarsteller-Diskurses: Zur Konstruktion von Laiendarstellerinnen und Laiendarstellern im Kinospielfilm, Springer-Verlag, 2019

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Silvia Stolz: Theater in der Provinz: Künstlerische Vielfalt und kulturelle Teilhabe als Programm, Verlag Theater der Zeit, 2019, S. 2010 [1]
  2. Jonas Menze: Musical Backstages: Die Rahmenbedingungen und Produktionsprozesse des deutschsprachigen Musicals, Waxmann Verlag, 2018, S. 191 [2]
  3. Benjamin Beil, Jürgen Kühnel, Christian Neuhaus: Studienhandbuch Filmanalyse: Ästhetik und Dramaturgie des Spielfilms, UTB, 2016, ,S. 53 [3]
  4. Hanna Gölz: Fernsehrealität und Realitätswahrnehmung: Eine Untersuchung zum Einfluss von Scripted-Reality-Sendungen auf Erwachsene, Nomos Verlag, 2018, S. 41 [4]
  5. Lothar Mikos: Scripted Reality und die Fiktionalisierung des Dokumentarischen, S. 233 in : Carsten Heinze, Thomas Weber: Medienkulturen des Dokumentarischen, Springer-Verlag, 2016 [5]
  6. Hanna Gölz: Fernsehrealität und Realitätswahrnehmung: Eine Untersuchung zum Einfluss von Scripted-Reality-Sendungen auf Erwachsene, Nomos Verlag, 2018, S. 34 [6]
  7. Andreas Schulz: Marketing mit Online-Videos: Planung, Produktion, Verbreitung, Carl Hanser Verlag, S. 100 f. [7]