Landesausbau

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Landesausbau nennt man in der Politik- und Geschichtswissenschaft den Prozess der Erschließung und Besiedelung bis dahin siedlungsleerer oder siedlungsarmer Räume innerhalb bereits besiedelter Gebiete oder Länder. Synonym werden die Begriffe Binnenkolonisation und Innere Kolonisation (oder innere Kolonisierung) verwendet. Beispielsweise durch Rodung und Urbarmachung werden landwirtschaftlichen Nutzflächen erweitert und Siedlungsraum für die Anlage neuer Städte und Dörfer geschaffen. Andere Beispiele sind die Gründung neuer Städte an Handelsknotenpunkten oder Ressourcenlagerstätten oder die Ansiedlung von (Binnen-)Migranten in vorher un- oder dünn besiedelten Gebieten. Gerade auf dem amerikanischen Kontinent und Australien war die Binnenkolonisation mit einem Zustrom zunächst vor allem europäischer Einwanderer verbunden.

Mitunter geht die innere Kolonisation (der Landesausbau) mit einer äußeren Siedlungsbewegung einher, wie es etwa während der Zeit der deutschen Ostsiedlung im Hochmittelalter der Fall war. Diese Form der Kolonisation ist vom neuzeitlichen Kolonialismus zu unterscheiden.

Auch in der frühen Neuzeit kam es in Deutschland zu einem Landesausbau, etwa unter Friedrich dem Großen in Preußen. In dieser Zeit sprach man in diesem Zusammenhang auch oft von Peuplierung.

Moorkolonisation bezeichnet die Urbarmachung und Ansiedlung von Menschen in Moorgebieten. Auch die Landgewinnung dient vielfach der Schaffung von Siedlungsflächen.

Wichtig ist dabei häufig die Bereitstellung oder Errichtung von Infrastruktur wie Wasserwege, Straßen und später Eisenbahnen, die einen (erleichterten) Zugang zu vorher „abgeschnittenen“ Bereichen des Gebiets erlauben.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Robert Bartlett: Die Geburt Europas aus dem Geist der Gewalt. Eroberung, Kolonisierung und kultureller Wandel von 950 bis 1350. Aus dem Englischen von Henning Thies. Kindler-Verlag, München 1996, ISBN 3-463-40249-1.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]