Landesmuseum Kärnten

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Portal des Landesmuseums in der Museumgasse 2 in Klagenfurt
Nordfassade (Mießtaler Straße)

Das Landesmuseum Kärnten ist ein kultur- und naturwissenschaftliches Museum in Klagenfurt am Wörthersee.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gründung des Geschichtsvereins für Kärnten im Jahr 1844 gilt auch als Gründungsjahr des Landesmuseums.[1] Der Verein betrieb neben wissenschaftlicher Forschung und dem Aufbau einer Bibliothek auch eine Präsentation von kulturhistorischen Exponaten im Klagenfurter Landhaus. Vier Jahre später wurde der Naturwissenschaftliche Verein gegründet, der am Kardinalplatz ein Naturhistorisches Museum einrichtete. Dessen Exponate wurden ab 1861 ebenfalls im Landhaus untergebracht.

Die ständig wachsenden Sammlungen der beiden Institutionen sorgten bald für Platzprobleme, so dass sich ab 1877 eine Kommission mit der Planung für ein neues Gebäude befasste. Am 24. April 1879 wurde der Grundstein für den Neubau gelegt, der nach den Plänen des Klagenfurter Architekten Gustav Gugitz erbaut und durch ein zinsloses Darlehen der Kärntner Sparkasse finanziert wurde. Das im Stil der Neorenaissance errichtete, palaisartige Museumsgebäude wurde am 10. Juli 1884 eröffnet. Den Schlussstein im Stiegenaufgang legte Kronprinz Rudolf, weshalb das Museum auch als „Rudolfinum“ bezeichnet wird.

Zu den volkskundlichen Sammlungen des Geschichtsvereines kamen nach dem Jahr 1922 jene der Kärntner Landsmannschaft. Das Museum wurde nach einer Neugründung im Jahr 1925 unter dem Namen „Kärntner Heimatmuseum“ weitergeführt. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude durch Bomben stark beschädigt. In der Nachkriegszeit wurde es mit Landesmitteln wieder aufgebaut und die kultur- und naturwissenschaftlichen Schausammlungen neu aufgestellt. Sowohl das Gebäude als auch die wissenschaftlichen Mitarbeiter wurden vom Land Kärnten übernommen, durch vertragliche Vereinbarungen, die das Fortbestehen sowie die Tätigkeit der Vereine regelte, gingen die Sammlungen an das Land Kärnten über.

Standorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stammhaus (seit 2014 geschlossen)
  • Landesbibliothek: Im Oktober 2019 wurde das neue Sammlungs- und Wissenschaftszentrum als neue Zentrale des Landesmuseums, mit 12.000 m² Fläche im Süden von Klagenfurt eröffnet.[2]

Neben diesen 2 Häusern in der Museumgasse Klagenfurt betreibt das Landesmuseum fünf Außenstellen:

Weitere museale Einrichtungen in Kärnten, wie das Archäologische Pilgermuseum Globasnitz (Hemmaberg) und das Freilichtmuseum Maria Saal, werden vom Landesmuseum wissenschaftlich betreut und mit Leihgaben unterstützt.

Generalsanierung Stammhaus ab dem Jahr 2020[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Stammhaus wurde im Jahr 2014 nach einem Wassereinbruch geschlossen, zuvor war wegen Baumängel der Betrieb bereits reduziert worden. Im Zuge eines Architektenwettbewerbs wurde der Vorschlag des Architekturbüros Winkler+Ruck hinsichtlich der Generalsanierung des Gebäudes ausgewählt. Die Planungen erfolgen gemeinsam mit Architekt Ferdinand Certov. Im Jänner 2020 wurden die Pläne präsentiert: Der Innenhof soll mit einem transparenten Glasdach gedeckt, die Museumsgasse verkehrsberuhigt werden. Die zukünftige Ausstellung soll ihren Fokus auf die Erdgeschichte, die Natur Kärntens sowie historische Meilensteine in der Geschichte des Landes legen.

Mit der Generalsanierung wird 2020 begonnen. Die Eröffnung wird für das Jahr 2022 angestrebt. Von 13,2 Millionen Euro Gesamtkosten sollen 9,5 Millionen in den Umbau des Gebäudes investiert werden. Außerdem werden 3,7 Mio. Euro in die Einrichtung des Gebäudes investiert.[3][4]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Landesmuseum Kärnten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Über uns - Landesmuseum. Abgerufen am 23. Juli 2021.
  2. Sammlungs- und Wissenschaftszentrum. Landesmuseum Kärnten
  3. Startschuss für neues Landesmuseum orf.at, 16. Jänner 2020, abgerufen 16. Jänner 2020.
  4. Spatenstich für Rudolfinum erfolgt orf.at, 5. Mai 2020, abgerufen 5. Mai 2020.

Koordinaten: 46° 37′ 15,3″ N, 14° 18′ 44,8″ O