Maria Saal

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Marktgemeinde
Maria Saal
Wappen Österreichkarte
Wappen von Maria Saal
Maria Saal (Österreich)
Maria Saal
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Kärnten
Politischer Bezirk: Klagenfurt-Land
Kfz-Kennzeichen: KL
Fläche: 34,82 km²
Koordinaten: 46° 41′ N, 14° 21′ OKoordinaten: 46° 40′ 51″ N, 14° 20′ 55″ O
Höhe: 505 m ü. A.
Einwohner: 3.864 (1. Jän. 2020)
Bevölkerungsdichte: 111 Einw. pro km²
Postleitzahl: 9063
Vorwahlen: 0 42 23
Gemeindekennziffer: 2 04 18
Adresse der
Gemeinde­verwaltung:
Am Platzl 7
9063 Maria Saal
Website: www.maria-saal.gv.at
Politik
Bürgermeister: Anton Schmidt (ÖVP)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2015)
(23 Mitglieder)

9 ÖVP, 7 SPÖ, 4 Grüne, 3 FPÖ

9
7
4
3
Insgesamt 23 Sitze
Lage von Maria Saal im Bezirk Klagenfurt-Land
Ebenthal in KärntenFeistritz im RosentalFerlachGrafensteinKeutschach am SeeKöttmannsdorfKrumpendorf am WörtherseeLudmannsdorfMagdalensbergMaria RainMaria SaalMaria WörthMoosburgPoggersdorfPörtschach am Wörther SeeSankt Margareten im RosentalSchiefling am WörtherseeTechelsberg am Wörther SeeZellKlagenfurtKärntenLage der Gemeinde Maria Saal im Bezirk Klagenfurt-Land (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Blick auf Maria Saal
Blick auf Maria Saal
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Maria Saal (slowenisch Gospa Sveta) ist eine Marktgemeinde mit 3864 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2020) und ein Wallfahrtsort im Bezirk Klagenfurt-Land in Kärnten. Bekannt ist der Ort vor allem für seine Marienkirche.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortschaft Maria Saal liegt weithin sichtbar auf einer Anhöhe im Osten des Zollfelds, einer etwa zehn Kilometer langen Talebene der Glan zwischen Magdalensberg und Ulrichsberg, die sich nördlich an Klagenfurt anschließt. Das Gemeindegebiet erstreckt sich beidseitig des Zollfelds und wird von Glan und Raba durchflossen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist in die fünf Katastralgemeinden Kading, Karnburg, Möderndorf, Possau und St. Michael am Zollfeld gegliedert. Das Gemeindegebiet umfasst folgende 37 Ortschaften (Einwohnerzahlen Stand 1. Jänner 2020[1]):

  • Arndorf (106)
  • Bergl (4)
  • Dellach (Dole) (146)
  • Gröblach (Groblje) (5)
  • Hart (Dobrava) (6)
  • Höfern (Dvorec) (18)
  • Judendorf (Zeduška vas) (4)
  • Kading (Kadin(a)) (225)
  • Karnburg (Krnski Grad) (591)
  • Kuchling (Kuhlinj) (106)
  • Lind (Lipa) (3)
  • Maria Saal (Gospa Sveta) (1086)
  • Meilsberg (Male Čepe) (70)
  • Meiselberg (Majzljica) (4)
  • Möderndorf (Modrinja vas) (65)
  • Poppichl (Podpolje) (64)
  • Pörtschach am Berg (Poreče na gori) (51)
  • Possau (Pošev) (41)
  • Prikalitz (Britvalica) (0)
  • Ratzendorf (Podkanja vas) (225)
  • Rosendorf (Rožna vas) (29)
  • Rotheis (Rotišče) (16)
  • Sagrad (Zagrad) (89)
  • St. Michael am Zollfeld (Šmihel na Gosposvetskem polju) (193)
  • Stegendorf (Štegna vas) (62)
  • Stuttern (Žrebiče) (17)
  • Techmannsdorf (8)
  • Thurn (Turn) (14)
  • Töltschach (2)
  • Treffelsdorf (Trebeša vas) (2)
  • Walddorf (176)
  • Willersdorf (Štrebuncji) (25)
  • Winklern (38)
  • Wrießnitz (Breznica) (139)
  • Wutschein (Bučinja vas) (102)
  • Zell (Sele) (90)
  • Zollfeld (Gosposvetsko polje) (42)

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sankt Veit (SV)
Nachbargemeinden Magdalensberg
Klagenfurt (K)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 1. Jahrhundert n. Chr. wurde durch den römischen Kaiser Claudius die Provinzhauptstadt Virunum am Magdalensberg, im Zollfeld,[2] als Nachfolgesiedlung der um 15 v. Chr. errichteten keltischen Hauptstadt Noreia in der Provinz Noricum angelegt.

Die erste Christianisierung des Gebietes um etwa 300 ging vom Patriarchat Aquileia aus, wobei Virunum Bischofssitz wurde. Um 590 besetzten und besiedelten Slawen Kärnten sowie Teile der heutigen Bundesländer Steiermark und Salzburg; Virunum wurde 591 letztmals genannt. Die Hauptstadt des von den Slawen hier begründeten Fürstentums hatte seinen Regierungssitz (Curtis Carantana) in Karnburg am Fuß des Ulrichsbergs; heute ist Karnburg ein der Gemeinde zugehöriges Dorf, wenige Kilometer westlich der heutigen Ortschaft Maria Saal.

Valvasors Kupferstich aus dem Jahre 1680
Marienkirche

Vor 767 schickte der Salzburger Bischof Virgil Chorbischof Modestus mit Klerikern nach Karantanien. So wurde von Maria Saal aus die zweite Christianisierungswelle in Kärnten eingeleitet.

Karnburg war später auch Zentrum des Kärntner Herzogtums, Arnulf von Kärnten hatte hier eine Kaiserpfalz. In Karnburg wurden die Herzöge von Kärnten am Fürstenstein eingesetzt, anschließend in der im 8. Jahrhundert unter Modestus erbauten Marienkirche in Maria Saal gesegnet. Im 9. Jahrhundert wurde der Herzogstuhl errichtet, wo der Herzog den Ständen den Eid leistete, Lehen vergab und Recht sprach.

In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurde die Marienkirche zur Festung ausgebaut, um die Bauern bei den Einfällen der Türken in Kärnten zu schützen. Nach einem Brand wurde sie in den Jahren 1670 bis 1674 wieder aufgebaut, und 1687 goss Mathias Landsmann aus zurückgelassenen Kanonen der Türken eine 6.608 kg schwere Glocke; die Maria Saalerin ist die größte Glocke Kärntens und ertönt im Schlagton fis0.

1859 kam Maria Saal an das Bistum Gurk und damit wurde der jeweilige Gurker Bischof zugleich Propst von Maria Saal.

Im Jahr 1930 wurde die Gemeinde zum Markt erhoben.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laut Volkszählung 2001 hat die Marktgemeinde Maria Saal 3838 Einwohner, davon besitzen 96,7 % die österreichische Staatsbürgerschaft.

Zur römisch-katholischen Kirche bekennen sich 83,7 % der Gemeindebevölkerung, zur evangelischen Kirche 4,0 % und zum Islam 1,0 %. Ohne religiöses Bekenntnis sind 9,0 % der Einwohner.

Quelle: Statistik Austria, Volkszählungsergebnisse

Von 1991 bis 2001 waren in Maria Saal sowohl Geburtenbilanz als auch Wanderungsbilanz positiv. In den folgenden zehn Jahren verflachte die Geburtenbilanz, blieb aber positiv, die Wanderungsbilanz wurde negativ.[3]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Maria Saal

Archäologische Ausgrabungsstätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Virunum II
  • Römisches Amphitheater
  • Römisches Bühnentheater

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Denkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kapellen, Kirchen und Propsteien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wallfahrtskirche „Mariae Himmelfahrt“ mit Wehranlagen, Karner, Propstei- und Dechanteigebäude
  • Pfalzkirche Karnburg mit Annakapelle
  • Schlosskirche Tanzenberg
  • Modestusstöckl, kleine, an ein Wohnhaus angebaute Kapelle mit Modestusstatue
  • Pfarrkirche Hl. Lambert in Pörtschach am Berg. Die Kirche wurde vom ersten Kärntner Herzog Otto I. gegründet; ursprünglich war an diesem Ort ein Kloster geplant. Der heutige Kirchenbau ist eine barockisierte romanische Chorturmkirche mit einem wuchtigen, barockem Zwiebelturm an der Ostseite, und einem einfachen, überdachten Westportal.
  • Pfarrkirche Sankt Michael am Zollfeld
  • Filialkirche heiliger Leonhard in Arndorf
  • Filialkirche heiliger Martin in Lind
  • Filialkirche heilige Primus und Felician in Possau
  • Kapelle beim Brandlhof in Höfern 1
  • Schlosskapelle in Töltschach 1
  • Filialkirche Möderndorf

Ansitze und Schlösser[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während des seit 2002 jährlich stattfindenden, zehntägigen Internationalen Bildhauersymposiums[4] in Maria Saal arbeiten renommierte Künstler aus dem Alpen-Adria-Raum öffentlich und „open air“ im Zentrum von Maria Saal und zahlreiche künstlerische Veranstaltungen in den verschiedensten Kunstsparten finden statt. Das Publikum kann in dieser Zeit den Schaffensprozess der Künstler beobachten, mit ihnen ins Gespräch kommen und so den Zugang zur bildenden Kunst erneuern bzw. vertiefen. Gearbeitet wird rund um den Dom, in welchem auch – ebenfalls ein Beispiel zeitgenössischer Kunst – die religiösen Fresken (1925) des österreichischen Malers Herbert Boeckl zu besichtigen sind.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaftssektoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den 89 landwirtschaftlichen Betrieben des Jahres 2010 wurden 44 im Nebenerwerb geführt. Im Produktionssektor waren mehr als zwei Drittel der Betriebe Baufirmen, der Bereich Warenherstellung war jedoch mit 71 Erwerbstätigen der größte Arbeitgeber. Im Dienstleistungssektor arbeitete fast die Hälfte der Angestellten im Handel, ein Fünftel in sozialen und öffentlichen Diensten (Stand 2011).[5][6][7]

Wirtschaftssektor Anzahl Betriebe Erwerbstätige
2011 2001 2011 2001
Land- und Forstwirtschaft 1) 89 98 90 80
Produktion 30 20 130 90
Dienstleistung 195 105 798 736

1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999

Arbeitsmarkt, Pendeln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den über 1800 Erwerbstätigen, die 2011 in Maria Saal wohnten, arbeiteten 365 in der Gemeinde und fast 1500 pendelten aus. Aus der Umgebung kamen 650 Menschen, um in Maria Saal zu arbeiten.[8]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Maria Saal ist gut an Klagenfurt und St. Veit angebunden. In weniger als zehn Minuten erreicht man mit der Schnellbahn beide Städte.[9] Die Klagenfurter Schnellstraße S37, die von Klagenfurt nach St. Veit und weiter nach Norden führt, verläuft durch das Gemeindegebiet.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marktgemeindeamt in Maria Saal
Schnerichweg in Maria Saal

Der Gemeinderat von Maria Saal hat 23 Mitglieder und setzt sich seit der Gemeinderatswahl 2015 wie folgt zusammen:[10]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Direkt gewählter Bürgermeister ist seit 2009 Anton Schmidt (ÖVP).[11]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen von Maria Saal zeigt im Hintergrund die Kärntner Landesfarben und davor den Herzogstuhl. Es wurde der Marktgemeinde am 14. November 1931 mit folgender amtlicher Blasonierung verliehen:

„In einem zweimal von Gold, Rot und Silber geteilten Schild erhebt sich auf einem Rasengrunde natürlich dargestellt und halbrechts gewendet der aus unbehauenen Steinblöcken und Platten zusammengefügte Kärntner ‚Herzogsstuhl‘.“[12]

Die Fahne ist Gelb-Rot-Weiß mit eingearbeitetem Wappen.[13]

Partnerstädte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belege siehe Gemeinde-Homepage (unten)[14]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alfred Ogris, Wilhelm Wadl (Hrsg.): Marktgemeinde Maria Saal. Geschichte – Kultur – Natur. Verlag des Kärntner Landesarchivs, Klagenfurt 2007, ISBN 978-3-900531-66-9

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Maria Saal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2020 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2020), (CSV)
  2. Maria „Saal“, lat. Solium, enthält dasselbe Ursprungswort wie „Zoll“-Feld; siehe Zollfeld
  3. Statistik Austria, Ein Blick auf die Gemeinde Maria Saal, Bevölkerungsentwicklung. Abgerufen am 3. Dezember 2020.
  4. http://www.bildhauersymposium.at/
  5. Ein Blick auf die Gemeinde Maria Saal, Land- und forstwirtschaftliche Betriebe. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 3. Dezember 2020.
  6. Ein Blick auf die Gemeinde Maria Saal, Arbeitsstätten. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 3. Dezember 2020.
  7. Ein Blick auf die Gemeinde Maria Saal, Erwerbstätige. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 3. Dezember 2020.
  8. Ein Blick auf die Gemeinde Maria Saal, Berufspendler. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 3. Dezember 2020.
  9. Fahrplanauskunft. ÖBB, abgerufen am 3. Dezember 2020.
  10. Gemeinderatswahl 1.März 2015. Land Kärnten, abgerufen am 3. Dezember 2020.
  11. Bürgermeisterstichwahl 2015. Land Kärnten, abgerufen am 3. Dezember 2020.
  12. zitiert nach Wilhelm Deuer: Die Kärntner Gemeindewappen. Verlag des Kärntner Landesarchivs, Klagenfurt 2006, ISBN 3-900531-64-1, S. 186
  13. Maria Saal, Wappenverleihungsurkunde. (PDF) Kärntner Landesregierung, 14. Dezember 1931, abgerufen am 3. Dezember 2020.
  14. Maria Saal | Home. Abgerufen am 3. Dezember 2020.