Langemark

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Ausdehnung von Langemark und geographische Lage in Belgien
Weihestunde am Denkmal von Langemarck (10. Juli 1932)

Langemark ist ein Ort in Belgiens Provinz Westflandern. Bis 1945 schrieb er sich Langemarck.[1] In diesem Hauptort der Gemeinde Langemark-Poelkapelle befindet sich der Deutsche Soldatenfriedhof Langemark.

Flandernschlacht und Mythos von Langemarck[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ersten Weltkrieg tobte im Oktober und November 1914 die Erste Flandernschlacht. Ein deutscher Angriff fand am 10. November bei dem Dorf Langemarck statt. Die daran beteiligten Regimenter bestanden großenteils aus jungen Kriegsfreiwilligen. Von der Obersten Heeresleitung (OHL) angestoßen, propagierte man im Deutschen Reich eine verklärte Sicht auf diese verlustreiche Schlacht; den tatsächlichen Ort des Kampfes (sechs Kilometer nordwestlich zwischen Noordschote und Bikschote) verschleiernd gab die OHL als Schauplatz westlich Langemarck an. Der Tod der Soldaten wurde propagandistisch zum „Mythos von Langemarck“ überhöht.

Bei dem am 10. Juli 1932 eingeweihten Langemarck-Denkmal rahmen Sandsteinquader den Eingang. Anlässlich der Einweihung stand Josef Magnus Wehner, der selbst an der Westfront verwundet worden war, auf ihnen und hielt eine später weitverbreitete, den Mythos von Langemarck untermauernde, Rede. In der Halle befanden sich auf Eichentafeln geschnitzt die Namen der dort Gefallenen. An der Stirnseite der Gräberstätte befand sich ein mit Mohn bepflanzter Ehrenraum. Es standen dort noch drei ehemalige Betonunterstände. Die einst dort verlaufende Kampffront wurde dargestellt durch eine Linie mit 52 Steinsarkophagen, die die Inschriften studentischer Korporationsverbände und beteiligter Truppenteile tragen. An ihnen führt ein Plattenweg entlang. Der Ehrenraum wurde von einem breiten Wassergraben umschlossen.[2]

Die 27. SS-Freiwilligen-Grenadier-Division „Langemarck“ (flämische Nr. 1) der Waffen-SS erhielt am 31. Mai 1943 den Ehrennamen „Langemarck.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Langemark – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. So die Bezeichnung in den im Auftrag des belgischen Staates vom Institut cartographique militaire, Bruxelles veröffentlichten Karten Carte de la Flandre occidentale. 1906. Kaart van West-Vlaanderen (Maßstab 1 : 100.000, vier Blätter, farbig) und der Carte de Belgique au 100000, Kaart van Belgie op 100000 (Brüssel 1934–1942), Blatt IV. Tournai von 1939.
  2. Curt Badinski: Aus großer Zeit. Erinnerungsblätter des Jäger-Feld-Bataillons Nr.9. Weltkrieg 1914–1918. Bd. 1; Ratzeburg 1932, Lauenburgischer Heimatverlag, H. H. C. Freystatatzky’s Buchdruckerei

Koordinaten: 50° 55′ N, 2° 55′ O