Langemark

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Langemark
Langemark (Provinz Westflandern)
Langemark (50° 54′ 48″ N, 2° 55′ 16″O)
Langemark
Staat: BelgienBelgien Belgien
Region: Flandern
Provinz: Westflandern
Gemeinde: Langemark-Poelkapelle
Koordinaten: 50° 55′ N, 2° 55′ OKoordinaten: 50° 55′ N, 2° 55′ O
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Ausdehnung von Langemark und geographische Lage in Belgien
Weihestunde am Denkmal von Langemarck (10. Juli 1932)

Langemark ist der Hauptort der Gemeinde Langemark-Poelkapelle in der Provinz Westflandern der belgischen Region Flandern. Bekannt wurde der Ort als Stätte schwerer Kämpfe im Ersten Weltkrieg unter seinem historischen Namen Langemarck.[1] Die Lage in der Kampfzone bedeutete für Langemarck die vollständige Zerstörung.[2] Nahe dem wiederaufgebauten Langemark befindet sich der Deutsche Soldatenfriedhof Langemark.

Flandernschlacht und Mythos von Langemarck[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ersten Weltkrieg fand im Oktober und November 1914 die Erste Flandernschlacht statt. Ein verlustreicher deutscher Angriff erfolgte am 10. November bei dem Dorf Langemarck. Die daran beteiligten Regimenter bestanden großenteils aus jungen Kriegsfreiwilligen. Von der Obersten Heeresleitung (OHL) angestoßen, propagierte man in Deutschland eine verklärte Sicht auf diese Schlacht; den tatsächlichen Ort des Kampfes – sechs Kilometer nordwestlich entfernt zwischen Noordschote und Bikschote – verschleiernd, gab die OHL als Schauplatz westlich Langemarck an. Der Tod der Soldaten wurde propagandistisch zum „Mythos von Langemarck“ überhöht.

Bei dem am 10. Juli 1932 eingeweihten Langemarck-Denkmal auf dem Deutschen Soldatenfriedhof Langemark rahmen Sandsteinquader den Eingang. Anlässlich der Einweihung hielt Josef Magnus Wehner, der selbst an der Westfront verwundet worden war, eine später weitverbreitete, den Mythos von Langemarck untermauernde Rede. In der Halle befanden sich auf Eichentafeln geschnitzt die Namen der dort Gefallenen. An der Stirnseite der Gräberstätte befand sich ein mit Mohn bepflanzter Ehrenraum mit drei ehemaligen Betonunterständen. Der Kampffrontverlauf wurde dargestellt durch eine Linie mit 52 Steinsarkophagen, die die Inschriften studentischer Korporationsverbände und beteiligter Truppenteile tragen. An ihnen führt ein Plattenweg entlang. Der Ehrenraum wurde von einem breiten Wassergraben umschlossen.[3]

Die im Zweiten Weltkrieg im besetzten Belgien hauptsächlich aus Flamen gebildete 27. SS-Freiwilligen-Grenadier-Division der Waffen-SS trug den Ehrennamen „Langemarck“.

Der belgische Astronom Eric Walter Elst gab 1989 einem von ihm entdeckten Asteroiden den historischen Namen „Langemarck“.[4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Langemark – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vgl. die im Auftrag des belgischen Staates vom Institut cartographique militaire, Bruxelles veröffentlichten Karten Carte de la Flandre occidentale. 1906. Kaart van West-Vlaanderen (Maßstab 1 : 100.000, vier Blätter, farbig) und der Carte de Belgique au 100000, Kaart van Belgie op 100000 (Brüssel 1934–1942), Blatt IV. Tournai von 1939.
  2. Photo aérienne verticale de l'église de Langemarck en Belgique. Foto von Langemarck der französischen Luftaufklärung vom 3. Januar 1918, der Pfeil zeigt die Lage des Kirchengebäudes.
  3. Curt Badinski: Aus großer Zeit. Erinnerungsblätter des Jäger-Feld-Bataillons Nr.9. Weltkrieg 1914–1918. Band 1, Lauenburgischer Heimatverlag, Ratzeburg 1932.
  4. (19142) Langemarck = 1989 SU4 = 1999 JX120. Information des Minor Planet Centers, abgerufen am 5. Mai 2021.