Larry vs Harry

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Lastenfahrrad Bullitt (orange = Clockwork) mit Scheibenbremsen, Ladebuchtbrettern und Mörteltrog, um 100 mm angehobenem Lenker (noch mit zylindrischem Steuerkopf also aus 2014 oder früher)

Larry vs Harry ist ein dänischer Fahrradhersteller aus Kopenhagen. Die Firma stellt die weltweit vertriebenen Lastenfahrräder Bullitt her. Die Bezeichnung der Firma und des Rades geht auf die zwei Firmengründer zurück: Lars Malmborg (Larry) und Hans „Bullitt“ Fogh (Harry).[1] Der Firmenname Larry vs (lat. versus, gegen) Harry kommt nach Firmenaussage daher, dass die zwei Firmeninhaber bei der Entwicklung des Produktes Bullitt mitunter gegensätzliche Meinungen vertraten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Firma steht in der Tradition der dänischen Long Johns. Sie wurden ab ca. 1930 jahrzehntelang gebaut. Der Hersteller Smith & Co in Odense wurde verkauft und die Produktion in Dänemark 1997 eingestellt. Larry vs Harry entwickelte die Idee des Lastenrades weiter, baute seine Bullitt-Räder ab 2011 mit einem Aluminiumrahmen und stattete sie mit moderneren Komponenten aus. Sie kommen bei vielen Fahrradkurier-Unternehmen zum Einsatz.

Die Bezeichnung Bullitt geht auf einen Spitznamen eines der zwei Firmengründer, Hans „Bullitt“ Fogh zurück.[2]

Produkt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bullitt-Lastenrad ist der patentierte Eigenentwurf von Larry vs Harry. Es ist wie Long John und Veeno ein Vorderlader, mit einer tiefen Ladefläche zwischen Lenker und vorderem Rad. Die Lenkbewegung wird mit einem Gestänge übertragen. Das Rad ist entsprechend um die Länge der Ladefläche nach vorne versetzt. Vorderrad und Lenker sind separat gelagert. Die neueren Modelle haben alle einen Aluminiumrahmen (Aluminium 7005, T6 hitzebehandelt), jedoch eine CroMoly-Stahlgabel und sind mit hydraulische betätigten Scheibenbremsen sowie modernen Naben- oder Kettenschaltungen ausgestattet. Die maximale Zuladung einschließlich Fahrer wird mit 180 kg angegeben. Limitierend sind hierbei eher Laufräder und Reifen und weniger der Rahmen. Die Räder haben vorne 20 und hinten 26 Zoll Durchmesser, der Rahmen erlaubt bis 2" (51 mm) breite Reifen. Im Jahr 2015 erschien ein Bullitt mit Shimano-Steps-Elektroantrieb, bei dem die Tretlageraufnahme am Rahmen für den Elektromotor angepasst wurde.

Ab 2016 ist eine Modellerweiterung mit Zahnriemen (Gates Carbon Drive) erhältlich. Der 2016 gebaute Rahmen weist neu dafür eine Trennstelle in der rechten Sattelstrebe auf, um einen solchen Riemen (um die Kettenstrebe laufend) einlegen zu können.

Nach Öffnen eines Schnellspann-Klemmung am Lenker kann mittels Rise-Up der Lenker um bis zu 100 mm höher gesetzt werden, was neben der ergonomischen Anpassung auch nötig sein kann, um mit Vorbau und Lenker samt Bremshebeln – insbesondere beim Einschlagen – über höheres Ladegut auskragen zu können. Das kann mit ausreichend Übung auch während der Fahrt erfolgen, da der Lenker dabei fast spielfrei über eine Schiebeführung mit Nut mit der vertikalen Lenksäule verbunden bleibt.

Das Rad (Version 2016) mit 9-Gang-Kettenschaltung, Hydraulik-Scheibenbremsen, Kunststoff-Alu-Schutzblechen wiegt ohne weitere Aufbauten rund 25 kg.

Antriebsvarianten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bullitt wird vom Hersteller in verschiedenen Versionen angeboten:

Farb- und Designvarianten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rahmen besteht aus einer geschweißtem Aluminiumlegierung, die Gabel ist jedoch aus Stahl, beides wird pulverbeschichtet. Je nach Grundfarbe hat der Rahmen ein eigenes Design samt Namen mit Bezug zu dieser Farbe.

  • Gelb (mit rot-oranger Grafik) – Submarine mit Musiknote in Anspielung an das Lied und den Film (1968) der Beatles.
  • Orange – Clockwork, schwarze Melone der Figur Alex[3] in Anspielung auf den Kultfilm Clockwork Orange; neue Designversion ohne schwarze Elemente[4]
  • Rot – Pepper, ehemals Red
  • Weiß (mit etwas Blau) – Milk Plus
  • Weiß (mit schwarzem Tretlagerbereich und blau-weiß-rotem Übergang) – Superfly "11", Sondermodell aus 2011 mit 11-Gang-Nabenschaltung Shimano Alfine.[5][6]
  • Schwarz – Classic, wie der Ursprungstyp Long John
  • Dunkelgrün (British Racing Green) – Race
  • Mittelgrün – Lizzard King
  • Hellblau – Bluebird, Bluebird '71 (dt. Hüttensänger, in Nordamerika heimische Vogelgattung)
  • Dunkelviolett – Indigo
  • Pink-Violett – TNT[7] nach dem Sprengstoff (geringe Auflage in den Anfangstagen) und Sondermodell „Miss Bullitt“ zum zehnjährigen Firmenjubiläum 2018
  • Aluminium natur – , Alu pure oder raw roher, unbeschichteter Rahmen, gleicher Preis
  • Wunschfarbe – etwa 250 € Aufpreis
  • Dunkelbraun – Sugar[8]

Das Design einer Grundfarbe wurde mitunter im Laufe der Jahre in Details, etwa der Beschriftung, geändert. Der Verpackungskarton für die Lieferung des Bullit (2017) zeigt auf allen Seiten vollflächig s/w-Grafik mit Bullitt-fahrenden Hippies.

Lieferbare Aufbauten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hersteller bietet verschiedene Aufbauten an:

  • Basisplatte für die Ladebucht aus Sandwichmaterial (honeycomb, dunkelbraun, strukturierte Oberfläche) mit Knick zum Einbau in die "Leiter" der Ladebucht. Der horizontale Teil hat in der Kontur 5 runde Ausnehmungen um Platz zu lassen für die 4 vertikal-zylindrischen Montagehülsen, die innen an die Längsholme angeschweisst sind und die Lenksäule. Liegt die Platte auf den Leitersproseen auf, bilden die Oberseiten von Platte und Hülsen eine Ebene. Eine biegsame Kunststoffgelenkleiste bildet das Scharnier zum Vorderteil der Platte der in den vorne ansteigenden Teil der Leiter passt. Die Verschraubung durch die je drei 10-mm-Bohrungen in den Leitersprossen steht um die Höhe des Flachrundkopfs etwa um 3 mm vor. Die Platte erlaubt kleine Dinge aufzulegen und verhindert, dass etwa beim Bremsen Ladegut an das Vorderrad rutscht. Zwischen Platte und Längsholmen bleiben noch etwa 3 mm Luftspalt um einen Zurrgurt durchzufädeln. Ladegut steht auf der Platte etwa 1,5 cm höher als auf den Leitersprossen und sieht dann seitlich entsprechend weniger hohen Formschluss (etwa 1 cm) mit den Längsholmen, der nötig ist, wenn Schläge von Fahrbahnunebenheiten unverzurrtes Ladegut einige Zentimeter hoch springen lässt.
  • Vertikal quer stehendes Brett, vor der Lenksäule mit Laschen an die Seitlichen Rahmenrohre zu verschrauben. Kann an der hinteren Seite Taschen angebaut bekommen.
  • Box mit Seitenwänden, ebenfalls dunkelbraun.
  • Nebeneinander-zweisitzige Kindertransportkabine, textil verspannt. Zwei seitliche Überrollbügel rasten innen an den Rahmenlängsholmen in vier vertikal-zylindrische Aufnahmeösen ein. Die Kabine benötigt die Basisplatte und steht mit etwa 60 cm Breite seitlich deutlich über den Rahmen vor.
  • Werbetafel (Billboard) für das Rahmenviereck unter dem Oberrohr. Eigene Variante für Räder mit Elektroantrieb.

Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Räder sind mit Alufelgen und typisch mit 36 2-mm-Speichen ausgestattet. Aus Stahl ist nur das fast 1 m lange geknickte Gestängerohr mit etwa 18 mm Durchmesser, das die Lenkbewegung auf die Gabel überträgt und das sich drehende, vertikale Lenkerrohr.

Der unter der Ladebucht nach unten-vorne abklappbare rahmenbreite Zweibeinständer besteht aus geschweißtem Alurundrohr und ist gegen Aufpreis in besonders stark belastbaren CrMo-Stahl erhältlich. Die kappenförmigen Kunststofffüße verschleissen bei intensiver, schwerer Radnutzung binnen 2 Jahren. Bei einigen Bullits schlagen die Befestigungsschrauben der Anschlagpuffer für die Lage "Fahren" kleine Kerben in den Rahmen, da sie eine Spur zu wenig eingedreht sind. Diese kleine Fehlfunktion ist mit einem Anschlaggeräusch verbunden und kann ausgeglichen werden, dass mit dem – menschlichen – Fuß das Einklappen etwas gebremst wird, was das Geräusch beim Einklappen überhaupt reduziert.

Der breiteste Teil des Rades ist der Lenker mit etwa 50–60 cm Breite. An der Ladebucht hat der Rahmen selbst seine größte Breite von 466 mm. Innerhalb der hochovalen (30×80 mm) Längsrohre verbleiben gut 400 mm Distanz, womit seitlich formschlüssig 40 cm breite Normboxen aus Kunststoff oder Kartons, etwa Gemüsesteigen, Bananenkartons hineinpassen und dabei auch auf kleinen Querträgern ruhen, aber auch an den zwei vorderen der vier zylindrischen Montagehülsen. Die Ladebucht ist unten auf eine Länge von etwa 67 cm plan. Nach einer etwa 5 cm langen Ausrundung beginnt bei etwa 72 cm Horizontalabstand vor der Lenksäule der steil schräg aufwärts führende Vorderteil der Rahmenleiter, der zum Steuerrohr der Gabel führt. Ohne Basisplatte (wird aus 15-mm-Honeycomb-Platte angeboten) muss (40 cm schmales quaderförmiges) Ladegut gegen Nach-vorne-Rutschen beim Bremsen gesichert werden, um nicht an das Vorderrad bzw. sein Schutzblech anzustoßen. Genügend breiteres Ladegut kann hingegen quer seitlich überstehend auf die Längsholme gelegt werden. Ein (geschweißter) Knick mit Innenausrundung verhindert dabei, dass Ladegut nach vorne an das Vorderrad anstößt. Die mögliche Breite von quer auf den Rahmen aufgelegtem Ladegut ist durch die abnehmende Schräglagenfreiheit limitiert. Mörteltröge sind kostengünstig in Maßen erhältlich, die gut in die Ladebucht passen. Ein Standardfahrrad kann mit Umsicht auf den Trogrand gelegt und verzurrt transportiert werden.

Der Rahmen weist 3 Schraubösenpaare – etwa zur Befestigung eines Flaschenhalters – auf. Eines am Sattelrohr (vorne) und je eines an den zwei seitlichen, vertikalen Rahmenrohren (hinten). Angeschweisste Bügel mit Rille zur Befestigung von Bowdenzüge und Bremsleitungen sind reichlich vorhanden. Sie sind stets parallel oder quer zum Rohr orientiert, was insbesondere am letzten Punkt links vorne am (noch parallel) aufsteigenden Leiterrohr die Leitung nicht ideal und kurz zur Hydraulkbremse am Vorderrad führen würde.

Besonders langes Ladegut kann auf der Ladefläche stehend, hier quer oder diagonal aufgelegt werden. Ein Glaserer in Berlin hat sich rechts seitliche Aufnahmen gebaut, um einen schmalen Fensterflügel hochkant seitlich längs am Rahmen zu befestigen. Durch die Rahmenbreite verbleibt hier genügend Freiraum für das rechte Bein des Fahrers, auch zum Abstützen beim Stehen.

Langgut kann auch mittig horizontal nach vorne vorstehend geladen werde, etwa ein Türblatt 1 × 2 m; dazu ist es notwendig eine Auflage auf den Spitz der Rahmenleiter zu bauen. Ein dickes Brett aus weicherem Holz mit mindestens 10 cm Breite, 4–5 cm Dicke und 25–46 cm Länge wird mittig mit einer 53 mm Bohrung versehen, die einseitig etwas angefast wird. Diese Bohrung passt mit etwas Spiel um das neuere, konische Steuerrohr am "Bugspitz" und sitzt mit der Fase an den hier ankommenden Leiterholmen auf. Von der hinteren unteren Innenecke der Ladebucht bis zu diesem Querträger aus Holz liegen etwa 85 cm Abstand. Ladegut länger als 170 cm muss hinten nach unten verzurrt werden, um nicht wegen Übergewichts vorne nach unten zu kippen. Durch eine ausreichend hohe Box in der Bucht als Auflage kann ein Türblatt auch fast horizontal transportiert werden, wodurch sich zwar die Gesamtlänge etwas erhöht, doch wird der Luftwiderstand verringert und die Sicht auf die Fahrbahn etwas verbessert.

Um ein Bullit möglichst platzsparend etwa an einer Wand abstellen zu können, sollte seine Lenkerbreite eher gering (nicht viel mehr als die Rahmenbreite von 466 mm, also 50–53 cm) sein. Um mehr Platz für sperriges Ladegut vor dem Lenker samt Bremshebeln zu belassen sind ein kürzerer Vorbau und kurze Bremsleitungen (evtl. auch Schaltzüge) vorteilhaft.

Bei besonders schwerer Beladung ist zu achten auf ausreichend Reifendruck, tiefen Schwerpunkt, Verzurren mit Reib- und Formschluss um hohe Verzögerungkräfte beim scharfen Bremsen aufzunehmen, Hochstellen des Lenkers um das Balancieren am Stand und beim Wegfahren zu erleichtern, Vermeiden von Stößen und Stufen um die dynamische Belastung reduzieren, Einteilung von Kraft und Holen von Schwung vor Steigungen. Das Aufständern erfordert mehr Kraft und kann durch geringes Gefälle erleichtert werden.

Zum Hochziehen nach hinten, um den Ständer – mit einem Fuss gehalten – auszuklappen, ist es günstig (links) neben Rad zu stehen und mit beiden Händen am Lenker zu ziehen. Wenn das Fahrrad nicht schwer beladen ist, kann es leicht an der hinteren Sattelkante hinten angehoben und bei nach rechts gelenktem Vorderrad ein Stück nach vorne geschoben und damit knapp an die Wand geführt werden.

Das Lenkgestänge an der rechten Seite limitiert das Einschlagen des Vorderrades nach links, wenn der Reifen nahe dem Knick am Gestänge zu streifen beginnt. Nach rechts ist ein Anschlag nur am Lenkhebel unten an der Lenksäule realisiert. Bei starkem Rechtseinschlag kann bedingt durch die gestreckte Kinematik zwischen Spurstange und Gabel-Lenkhebel die Gabel nach rechts in eine stark abgewinkelte Stellung überschnappen, wenn ungünstige Kräfte auf das Vorderrad wirken. Dies ist ohne Gestängedemontage reversierbar.

Chronologie der Modellentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Limitiertes Sondermodell „Miss Bullitt“ zum 10-jährigen Firmenjubiläum (2018)
  • 2014 oder früher: Je Rahmenfarbe ein eigenes Grafikdesign und Name (z. B. (Yellow) Submarine, (White) Extra Milk)
  •  ? (nach 2011): Gefräste hintere Ausfallenden, durch Schrauben austauschbar. Varianten für Naben- und Kettenschaltung.
  • 2011 noch: zylindrisch unten verjüngtes Sattelrohr, um einen Umwerfer mit Klemmschelle zu montieren. Später E-Type-Montage für Umwerfer, abgedeckt mit schwarzem Kunststoffdeckel.
  • 2015: Konischer Steuerkopf und konischer bzw. gestufter Gabelschaft (Tapered-Gabelschaft und -Steuersatz) wird allgemein eingeführt. Biegefester, strapazierfähiger, Steuerkopf steht weniger hoch über die „Bugspitze“ der Ladebucht vor.
  • 2015: Mit Shimano STePS E6100 wird erstmals ein Elektromotor, am Tretlager im Rahmen integriert, für ein Bullitt eingeführt. Ab Mai 2015 erstmals nur in schwarz, ab August 2015 in anderen Farben.[9] – Später folgt der Typ STePS E8000.
  • 2016: Die rechte Sattelstrebe lässt sich öffnen, um einen Zahnriemen für den Antrieb einbauen zu können.
  • 2018: Sondermodell „Miss Bullitt“ zum zehnjährigen Firmenjubiläum in pinker Lackierung

Modifikationen, Zubehör von anderen Herstellern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ab 2011[10] hat urban-e, Pentagon Sales GmbH, Ellwangen, D Bullits mit einem Alukoffer und mit einem Nabenmotor im Vorderrad ausgestattet. Die iBullits wurden im Forschungsprojekt Ich ersetze ein Auto von 2012 bis 2014 getestet, fuhren insgesamt rund 500.000 km und lieferten 125.000 Sendungen.[11]
  • Urban-e liefert Aluboxen ausgeformt für die Ladebucht des Bullitt. Der rechts an Scharnieren angelenkte Deckel kann versperrt oder auch mit 270° Öffnungswinkel nach unten hängen gelassen werden, um die Box als offene Mulde zu nutzen. Die Standardbox ist 545 mm breit und fasst 200 Liter. Die Maxibox mit 270 Liter ist 725 mm breit und weist eine (L x B) 610 × 670 mm große Luke auf.[12]
  • Auftragsrad, Berlin bietet Shorty, ein in der Ladebucht verkürztes Bullitt an.[13]
  • Lenkungsdämpfer von Larry vs Harry, wird von Velogold, Hannover für den Transport schwerer Lasten bei hoher Fahrgeschwindigkeit empfohlen. Das Bullitt kommt mit Ladegut mit hohen Trägheitsmoment (um die Hochachse) steif beladen (etwa 20 kg 3 m lange Holzlatten, nach vorne überstehend, fest verzurrt) ab einer gewissen Fahrgeschwindigkeit, bei lose oder nur einhändig gehaltenem Lenker ins Schwingen, sodass auch das Vorderrad weite Lenkschwingungen ausführt, bis dass diese wieder ausreichende Dämpfung erfährt.[14]
  • Mit einem Bionx-Motor im Hinterrad hat Marcus Stöckel ein Bullitt mit einer Riese&Müller-Hinterradschwinge zu einem Fully gemacht und 2011–2013 20.000 km auch winters zurückgelegt.[15]
  • Das mit 15,42 kg leichteste Bullitt wurde 2013/2014 von Marc Poth und Marcus Stöckel in Darmstadt durch Umbau unter Ersatz von Teilen des Rahmens erzielt: Carbonfaser kam bei Leitersprossen, 2 vertikalen Rohren, Gabel, Lenkgestänge, Lenker, Sattelstütze, Ausfallenden und einem zarten Seitenständer zum Einsatz. Bremsleitungen wurden in der Lenksäule nach unten geführt, die Ladebucht mit einem Gurtnetz bespannt. Der Steuersatz integriert einen Lenkanschlag. Geschaltet wird elektrisch.[16][17]

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Svajerløb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Historisch werden in Dänemark seit 1942 spezielle Landesmeisterschaften für Lastenräder (Svajerløb) ausgerichtet. Hierbei gibt es verschiedene Kategorien nach Teilnehmer (Männer, Frauen, Team) oder nach Lastenradtyp (Zweirad, Dreirad). Diese Rennen finden auch international immer mehr Zuspruch und Teilnehmer, beispielsweise in Berlin, Christchurch oder Rio De Janeiro.[18] Das zweirädrige Bullitt „legt sich in die Kurve“, eignet sich für sportliches Fahren und ist bei diesen Rennen vertreten. Auf Bullitt wurden die Europameisterschaften 2011 und 2012, die Weltmeisterschaften 2009, 2012 und 2015 sowie alle dänischen Meisterschaften seit 2009 (außer 2013) gewonnen.

Von der Farb- und Technikvariante Superfly mit 11-Gang-Nabenschaltung werden 2011[19]nur 50 Stück ausgeliefert. Aufgrund des Designelements "No. 11" im roten Zackenkreis, bietet zumindest ein Händler in Stuhr, D sein Exemplar als "Nr.: 11 von weltweit 50 Stück!" an.

Sportliche Rekorde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der dänische Radprofi Rasmus Quaade stellte am 3. September 2015 auf dem Rollfeld des stillgelegten Militärflugplatzes Værløse (DK) auf einem Bullitt den inoffiziellen Weltrekord für Lastenräder im Zeitfahren über 2000 m auf. Hierzu wurde sein Rad mit 28 kg Last beladen und kam somit auf ein Gesamtgewicht von 50 kg. Er benötigte eine Zeit von 2:50 min für die Strecke, erreichte also eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 42,35 km/h.

Im Juli 2016 erreichte der Amateurfahrer Kevin Labeeuw bei einem Stundenweltrekordversuch auf der RadrennbahnOdiel Defraeye“ in Rumbeke (B) eine mittlere Geschwindigkeit von 35,93 km/h[20]. Die Veranstaltungen haben keinen Bezug zur UCI und werden ähnlich dem Svajerløb eher zur Unterhaltung mit sportlichem Ehrgeiz ausgetragen.

Am leicht geneigten asphaltierten Vorplatz der Steinhalle im österreichischen Lannach gelang beim Radtag mit Radlobby ARGUS am 25. Juni 2017 Raimund Blaser, Obmann des Vereins RadlTrialGraz[21] aufwärts eine Wheelie-Fahrt über mehr als 10 Meter Strecke. Das kettengeschaltete Bullitt (2016) mit Freilauf wog mit Schutzblechen etwa 25 kg, der Lenker war um 100 mm hochgestellt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Larry vs Harry – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lastenradvergleich 2018 > Larry vs. Harry eBullitt : Das sportliche main-mobility.de, Main Mobility GmbH, 2018, abgerufen 10. September 2019. – Moniert hohe Preise von Zubehör wie etwa der Kinderkabine.
  2. Bullitt velogold.de, abgerufen 10. September 2019.
  3. Bullitt in Berlin – The Dealer (Preisiste) kinglarry.de, abgerufen 10. September 2019.
  4. Larry vs. Harry velotop.de, abgerufen 9. September 2019.
  5. Kundengalerie bullitt-bike.de, abgerufen 10. September 2019. – Bild 8/32.
  6. Bullitt Superfly in Wien gelandet heavypedals.at, 17. November 2011, abgerufen 10. September 2019.
  7. Danish Cargo Bike Championships 2013 youtube.com, 18. September 2013, abgerufen 10. September 2019. – Video 9:41/11:06.
  8. Farben lastenrad-bremen.de, abgerufen 10. September 2019.
  9. E-Bullitt: Lasten-Pedelec mit Shimano-Steps-Antrieb velostrom.de, 9. April 2015, abgerufen 10. September 2019.
  10. KEP10 — Cargo eBike von Urban-e urban-e.eu, abgerufen 10. September 2019.
  11. Projektergebnisse von “Ich ersetze ein Auto” veröffentlicht urban-e.eu, 2015 (?), abgerufen 10. September 2019. – Der Bericht ist auf www.ich-ersetze-ein.auto.de ist nicht mehr abrufbar.
  12. Transportboxen für das Bullitt urban-e.eu, abgerufen 10. September 2019.
  13. Shorty auftragsrad.de, abgerufen 10. September 2019.
  14. Zubehör für Lastenfahrräder > Bullitt velogold.de, abgerufen 10. September 2019. – Listet Zubehör auch von Fremdanbietern.
  15. 20.000km mit dem Bullitt cargobike-darmstadt.de, Twenty Inch – Cargobike Blog, 25. Februar 2013, abgerufen 10. September 2019.
  16. Twenty Inch – Cargobike Blog cargobike-darmstadt.de, Twenty Inch – Cargobike Blog, 9 Beiträge (Part 1–8, Last Part) 20. Oktober 2013 – 31. März 2014, abgerufen 10. September 2019.
  17. World lightest Bullitt – Last Part cargobike-darmstadt.de, Twenty Inch – Cargobike Blog, 31. März 2014, abgerufen 10. September 2019. – Mit 1:20 min Video.
  18. THE RIO DE JANEIRO CARGO BIKE CHAMPIONSHIPS, Svajerløb global (Memento des Originals vom 10. Dezember 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/copenhagenize.eu, Copenhagenize
  19. Bullitt Superfly Nr.: 11 von weltweit 50 Stück! shark-sportswear.de, abgerufen 10. September 2019.
  20. Stundenrekord auf dem Cargobike, Velojournal am 7. November 2016
  21. RadlTrialGraz