Last Recordings

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Last Recordings
Studioalbum von Eric Dolphy
Veröffentlichung 1988
Label WestWind
Genre Jazz
Anzahl der Titel 4

Besetzung

Studio Live 1964
Chronologie
Last Date Last Recordings

Last Recordings ist das letzte Album des amerikanischen Free Jazz-Interpreten Eric Dolphy. Es zeigt Dolphy als Improvisator, Komponist und Bandleader.

Entstehungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 3. Juni 1964, einen Tag, nachdem er sechs Songs mit Misha Mengelberg, Jacques Schols und Han Bennink im Hilversum aufgenommen hatte (das Album erschien bereits in den 1960er Jahren unter dem Titel Last Date beim "Fontana"-Label) verließ Eric Dolphy Holland.[1] Er flog nach Paris, um dort mit seinen Landsleuten Nathan Davis und Donald Byrd sowie einer europäischen Rhythmusgruppe, bestehend aus Jack Diéval, Jacques B. Hess und Franco Manzecchi, zu arbeiten. Mit dieser Besetzung wurde Dolphy am 11. Juni 1964 für eine Radiosendung aufgenommen. Das Album mit Teilen dieses Mitschnitts erschien 1988 erstmals bei West Wind (WW 2016)[2]; unter dem gleichen Titel wurde es auch beim japanischen Label DIW veröffentlicht. Zwei weitere Stücke, die während der gleichen Radioproduktion aufgenommen wurden, sind ebenfalls auf Tonträger dokumentiert.[3]

Sämtliche Songs von Last Recordings hat Eric Dolphy geschrieben. In „Springtime“, einer bis dahin nicht dokumentierten Eigenkomposition, zeigt Eric Dolphy eine seltene, für ihn wenig übliche Farbe; das Stück baut nach einem auf Bassklarinettentrillern basierenden Intro auf einem Shuffleartigen Tango-Ostinato auf. Nach Bert Noglik erinnert es „ein wenig an die Village-Vanguard-Aufnahmen mit Coltrane und entwirft musikalisch das Bild des letzten Frühlings, den Eric Dolphy erlebt hat, zehn Tage vor Sommeranfang, in Paris, der Stadt seiner Wahl, im Jahr seines Todes.“[4] Die Titel „GW“ (für Gerald Wilson), „245“ und „Serene“ waren erstmals bereits auf den Alben Outward Bound bzw. Out There veröffentlicht und wurden von Dolphy häufiger auf Tourneen gespielt. „245“ wird auf Last Recordings jedoch schneller und rhythmusbetonter gespielt.

Die Titel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Springtime (19:11)
  2. 245 (10:10)
  3. GW (6:01)
  4. Serene (7:43)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Paul Karting Dokumente und Erinnerungen an Dolphys Tour in den Niederlanden
  2. Das Album ist auch unter dem Titel Unrealized Tapes vertrieben worden. Graham Locke erwähnte den Mitschnitt bereits 1985 in der Zeitschrift The Wire (No. 22): „These tapes still exist and are in the possession of Jacques Diéval, the French pianist who produced these sessions. Nathan [Davis] told me that Donald Byrd had persuaded firstly Blue Note, then Columbia, to try and obtain the tapes, but on each occasion Diéval had apparently refused to release the Dolphy tapes unless the record company agreed to issue several of his own tapes too. “
  3. „Ode To Charlie Parker“ von Jaki Byard sowie „Naima“ von John Coltrane, erschienen bei Jazzway (MUTT 1502) bzw. West Wind WW 2063, jeweils unter dem Titel Naima.
  4. B. Noglik Wegweisend in allen Rollen Jazzzeitung 3/06