Leggings

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Leggings, leggins (von engl. leg „Bein“, legging „Gamasche“, leggings „Strampelhose“) oder auch footless tights (engl. footless „fußlos“, tight „eng“) bezeichnen meist hauteng anliegende Hosen aus Leder, Baumwolle, Viskose oder Kunstfasern.

Mit Perlen bestickte Leggings und Mokassins, die höchstwahrscheinlich einer Frau vom Stamm der Apachen gehörten
Cowboy mit Chaps

Geschichte[Bearbeiten]

Die früheste bekannte Überlieferung eines solchen Kleidungsstücks entstammt einem Kassenbuch mit Illustrationen aus dem 17. Jahrhundert. Der marokkanische Schneider Ismail Al Quati (إسماعيل) fertigte entsprechende Kleidungsstücke aus dünnem Ziegenleder an und verkaufte sie auf südspanischen Märkten.

Leggings kamen in verschiedenen Formen in Nordamerika, Asien und Europa vor. Sie wurden von Männern und Frauen zum Schutz vor Kälte und vor Dornen getragen. Leggings aus Wildleder wurden vor allem von verschiedenen indigenen Stämmen Nordamerikas getragen.[1] Diese indianische Sitte übernahmen darauf französische Fallensteller, auch die Mountain Men in den amerikanischen Rocky Mountains adaptierten diese Bekleidung später.

Cowboys trugen weite, aus Wildleder gefertigte Beinkleider, auch Chaps genannt, ohne Einsatz für das Gesäß, Diese schützten beim Reiten die Hosen der Cowboys vor schnellem Verschleiß. Außerdem bewahrten sie den Reiter vor den Stacheln der Sträucher und Kakteen, vor Schlangenbissen oder Zecken.[2] Das damals verarbeitete Wildleder war im Aussehen meist stumpf und grau.

Zeitgenössischer Gebrauch[Bearbeiten]

Der Gebrauch von sogenannten Gymnastikhosen beim Sport kam im 20. Jahrhundert auf. Bei Gymnastik, beim Radfahren, Bodybuilding, Ballett, Aerobic etc. erwiesen sie sich als praktisch, da sie die Bewegung kaum beeinträchtigen, die Muskeln warmhalten sowie Schweiß sofort aufnehmen und (je nach Material) nach außen abgeben können. Bei Sportbekleidung werden Leggings mittlerweile häufig aus speziellen Funktionsmaterialien auf Lycra- oder Nylonbasis hergestellt.

In den 1980er-Jahren wurden Leggings zunehmend auch als Freizeitkleidung beliebt und mit verschiedenstem Schuhwerk kombiniert. Beliebt waren glänzende Leggings aus Lycra oder Elastan, häufig in leuchtend bunten Farben. Ein Comeback in der Mode feiern Leggings seit etwa 2006. Kombiniert werden sie gerne mit Röcken oder Hot Pants, die durch die wärmenden Leggings auch im Winter getragen werden können. Diesem Trend folgend wurden ab 2008 hauteng anliegende Hosen („Treggings“) und Leggings aus Jeansstoff als sogenannte „Jeggings“ vermarktet. Neben Lycra, Nylon und Baumwolle wird auch glänzendes oder mattes Leder als Material verwendet. Lederleggings bedürfen einer speziellen Pflege mit Lederpflegemittel und Imprägnierspray.

Ausführungen[Bearbeiten]

Laufhose, auch „Lauftights“ genannt, ähnlich den Gymnastikhosen

Zeitgenössische Leggings bedecken die Beine meist komplett bis zur Fessel, dabei werden neben eng anliegenden auch Varianten mit ausgestellten Beinen angeboten. Leggings haben keine Taschen. Der Hosenbund kann über einen Gummi- oder Kordelzug verfügen. In kalten Jahreszeiten werden in Ländern wie Russland oder Korea Leggings aus Wolle von Frauen und Männern als zusätzliche wärmende Schicht unter der Hose getragen.

Gymnastikhosen[Bearbeiten]

Diese auch als Gymnastikhose bezeichnete Art wird aus dick gewirkten Stoffbahnen zugeschnitten und ist somit blickdicht.

Strumpfleggings[Bearbeiten]

Strumpfleggings sind wie Strumpfhosen aus zwei nahtlosen Strumpfschläuchen gefertigt, jedoch in 7/8-Längel und meist mit leichter Transparenz des Materials, weshalb Kleidungsstücke darüber und darunter erforderlich sind.

Nahtlose Varianten[Bearbeiten]

Zu den vorgenannten weit verbreiteten Schnitten gibt es auch als nahtlos bezeichnete Varianten.

  • nahtloser L-Schlauch. Hier wird der nur Hosenbund angenäht, der Rest aus einem Stück gewirkt.
  • Gerader, meist nahtloser, Schlauch. Hier wird die Mitte der Vorder- und Rückseite bis auf Schritthöhe aufgeschnitten, um die zwei entstandenen Stoffbahnen zu Hosenbeinen zu vernähen. Zum Dehnungsausgleich kann noch ein Zwickel im Schrittbereich eingesetzt sein; somit ist dieser Schnitt nur an den Außenrändern nahtlos.

Variationen des Schnitts[Bearbeiten]

  • Caprihose (die Hosenbeine enden an der Wade)
  • Radlerhose (die Hosenbeine enden über dem Kniegelenk)
  • Pantalons

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Leggings – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Werner Arens, Hans-Martin Braun: Die Indianer Nordamerikas. Geschichte, Kultur, Religion (= Beck'sche Reihe. 2330 : C. H. Beck Wissen). Beck, München 2004, ISBN 978-3-406-50830-1, S. 33.
  2. "Gifts from the Indians", North Carolina Indians, (PDF-Datei; 14 kB)