Leggings

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Leggings, leggins (von engl. leg „Bein“, legging „Gamasche“, leggings „Strampelhose“) oder auch footless tights (engl. footless „fußlos“, tight „eng“) bezeichnen meist hauteng anliegende Hosen aus elastischem Material.

Leggings der Indianer Nordamerikas im Karl-May-Museum Radebeul
Cowboy mit Leggings

Geschichte[Bearbeiten]

Die früheste bekannte Überlieferung eines solchen Kleidungsstücks entstammt einem Kassenbuch mit Illustrationen aus dem 17. Jahrhundert. Der marokkanische Schneider Ismail Al Quati (إسماعيل) fertigte entsprechende Kleidungsstücke aus dünnem Ziegenleder an und verkaufte sie auf südspanischen Märkten.

Leggings kamen in verschiedenen Formen in Nordamerika, Asien und Europa vor. Sie wurden von Männern und Frauen zum Schutz vor Kälte und vor Dornen getragen. Ihr gemeinsames Merkmal ist, dass sie alle per Gürtel befestigt wurden. Einzelne Leggings aus Wildleder wurden auch von verschiedenen indigenen Stämmen Nordamerikas getragen.[1] Diese indianische Mode übernahmen darauf französische Fallensteller, auch die Mountain Men in den amerikanischen Rocky Mountains adaptierten diese Bekleidung später.

Cowboys trugen Leggings, auch Chaps genannt, aus sehr dickem Wildleder. Die Leggings schützten beim Reiten die Hosen vor Verschleiß. Außerdem bewahrten sie den Reiter vor den Stacheln der Sträucher und Kakteen, vor Schlangenbissen oder Zecken.[2] Das damals hergestellte Wildleder war meist stumpf und grau.

Gebrauch[Bearbeiten]

Leggings sind als Sport- und bequeme Alltagskleidung gebräuchlich. Bei Gymnastik, beim Radfahren, Bodybuilding, Ballett beim Aerobic etc. haben sie sich als praktisch erwiesen, da sie die Bewegung kaum beeinträchtigen und zudem Schweiß sofort aufnehmen und (je nach Material) nach außen abgeben können. Bei Sportbekleidung werden Leggings häufig aus speziellen Funktionsmaterialien aufLycra- oder Nylonbasis hergestellt und wie auch die Varianten aus Baumwolle ohne Unterbekleidung direkt auf der Haut getragen.

Leggings waren vor allem in den späten 1980er-Jahren als Freizeitkleidung beliebt und wurden oft zusammen mit langen Pullovern, T-Shirts oder Jacken getragen und mit verschiedenstem Schuhwerk kombiniert. Beliebt waren glänzende Leggings aus Lycra oder Elastan, häufig in leuchtend bunten Farben.

Ein Comeback in der Mode feiern Leggings seit etwa 2006. Kombiniert werden sie gerne mit Röcken oder Hot Pants, die durch die wärmenden Leggings auch im Winter getragen werden können. Diesem Trend folgend wurden ab 2008 Leggings mit dem Aussehen einer Hose als Treggings und Leggings aus Jeansstoff als sogenannte Jeggings vermarktet. Neben Lycra, Nylon und Baumwolle wird auch glänzendes oder mattes Leder als Material verwendet. Lederleggings bedürfen einer speziellen Pflege mit Lederpflegemittel und Imprägnierspray.

Ausführungen[Bearbeiten]

Laufhose, auch „Lauftights“ genannt, ähnlich den Gymnastikhosen
Wetlook-Leggings auf einem Catwalk

Zeitgenössische Leggings bedecken die Beine meist komplett bis zur Fessel, dabei werden neben eng anliegenden auch Varianten mit ausgestellten Beinen angeboten. Leggings haben keine Taschen. Der Hosenbund kann über einen Gummi- oder Kordelzug verfügen. In kalten Jahreszeiten werden in Ländern wie Russland oder Korea Leggings aus Wolle von Frauen und Männern als zusätzliche wärmende Schicht unter der Hose getragen.

Sportleggings[Bearbeiten]

Baumwollcapri unter einem Leotard

Diese auch als Gymnastikhose bezeichnete Art wird aus dick gewirkten Stoffbahnen zugeschnitten und ist somit blickdicht.

Strumpfleggings[Bearbeiten]

Strumpfleggings sind wie Strumpfhosen aus zwei nahtlosen Strumpfschläuchen gefertigt, jedoch in 7/8-Längel und meist mit leichter Transparenz des Materials, weshalb Kleidungsstücke darüber und darunter erforderlich sind.

Nahtlose Varianten[Bearbeiten]

Zu den vorgenannten weit verbreiteten Schnitten gibt es auch als nahtlos bezeichnete Varianten.

  • nahtloser L-Schlauch. Hier wird der nur Hosenbund angenäht, der Rest aus einem Stück gewirkt.
  • Gerader, meist nahtloser, Schlauch. Hier wird die Mitte der Vorder- und Rückseite bis auf Schritthöhe aufgeschnitten, um die zwei entstandenen Stoffbahnen zu Hosenbeinen zu vernähen. Zum Dehnungsausgleich kann noch ein Zwickel im Schrittbereich eingesetzt sein; somit ist dieser Schnitt nur an den Außenrändern nahtlos.

Variationen des Schnitts[Bearbeiten]

  • Caprihose (die Hosenbeine enden an der Wade)
  • Radlerhose (die Hosenbeine enden über dem Kniegelenk)
  • Pantalons

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Leggings – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Werner Arens, Hans-Martin Braun, Die Indianer Nordamerikas: Geschichte, Kultur, Religion, Verlag: Beck, S. 33
  2. "Gifts from the Indians", North Carolina Indians, (PDF-Datei; 14 kB)