Leibniz-Institut für Länderkunde

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Das Leibniz-Institut für Länderkunde (kurz IfL) in Leipzig ist das einzige außeruniversitäre Forschungsinstitut für Geographie in Deutschland. Es ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Leiter ist Sebastian Lentz.

Leibniz-Institut für Länderkunde in Leipzig

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siegelmarke des Museums für Länderkunde

Das 1992 neu gegründete Leibniz-Institut für Länderkunde hat seinen Vorläufer im 1892 gegründeten „Museum für vergleichende Länderkunde“ der Stadt Leipzig. 1942 erfolgte die Umbenennung in „Deutsches Institut für Länderkunde“, nach dem Zweiten Weltkrieg 1969 erfolgte die Angliederung des DIfL an die Akademie der Wissenschaften der DDR als „Institut für Geographie und Geoökologie“.

Aufgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Institut für Länderkunde betreibt grundlagenorientierte Forschungen zur regionalen Geographie Deutschlands und Europas und bereitet regionalgeographische Informationen für ein breites Publikum auf. Das IfL ist eine vom Bund und dem Freistaat Sachsen gemeinsam finanzierte Forschungseinrichtung mit rund 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Das Institut ist national und international intensiv vernetzt. Es gehört wie 82 andere außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und Serviceeinrichtungen für die Forschung zur Leibniz-Gemeinschaft.

Forschungsstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die regionalgeographischen Forschungen des Instituts konzentrieren sich auf zwei inhaltliche Schwerpunkte: Metropolregionen und periphere Regionen. Im Bereich der wissenschaftshistorischen Forschungen werden vor allem institutionen-, personen- und diskursgeschichtliche Aspekte und Fragestellungen bearbeitet. Der wachsenden Nachfrage nach gut aufbereitetem Wissen über Orte und Regionen begegnet das IfL mit drei Projektbereichen: dem Nationalatlas Bundesrepublik Deutschland und diversen Online-Nachfolgeprodukten, den Schriftenreihen „Landschaften in Deutschland“ und „Daten, Fakten, Literatur“ zu Ländern und Regionen im östlichen Europa.

Service[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geographische Zentralbibliothek (GZB) im IfL ist die größte geographische Fachbibliothek in Deutschland. Neben einem wertvollen historischen Buchbestand sammelt die GZB weltweit das geographisch relevante Schrifttum. Die Kartensammlung[1] und eine umfangreiche Atlantensammlung ergänzen das Angebot. Die Kartensammlung besteht aus ca. 1400 historischen Karten des 17. bis 19. Jahrhunderts. Darunter sind Weltkarten, Stadtpläne, Verkehrskarten, topographische Karten, Seekarten, Militärkarten oder auch physische Karten verschiedenster Regionen weltweit. Alle Karten wurden digitalisiert und 2018 über "Leibniz Maps" im JPG- und TIFF-Format unter der CC0-Lizenz bedingungslos zur Verfügung gestellt.

Das Archiv für Geographie im IfL ist seit seiner Gründung im Jahr 1902 zu einem bedeutenden Depot der geographischen Wissenschaftsgeschichte angewachsen. Es umfasst unter anderem die Nachlässe von rund 100 Geographen und Forschungsreisenden sowie ein umfangreiches Bildarchiv. Beide Einrichtungen stehen für jedermann offen.

Kooperationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das IfL unterhält Kooperationsbeziehungen mit Einrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft im Raumwissenschaftlichen Netzwerk (4R), mit Universitäten und anderen Forschungseinrichtungen im In- und Ausland, vor allem im östlichen Europa, sowie mit zahlreichen Verbänden und Organisationen (Deutsche Gesellschaft für Geographie, Deutsche Akademie für Landeskunde, Deutsche Gesellschaft für Osteuropakunde, Südosteuropa-Gesellschaft u. a.).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Leibniz-Institut für Länderkunde – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Leibniz Maps erlaubt einen interaktiven Zugriff auf die historische Kartensammlung. Leibniz Maps ist ein Projekt des Kultur-Hackathons Coding Da Vinci Ost 2018.

Koordinaten: 51° 20′ 47,9″ N, 12° 28′ 19″ O