Leonie Reygers

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Leonie Reygers (* 6. Januar 1905 in Bocholt; † 1985) war eine deutsche Kunsthistorikerin und Museumsdirektorin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ostwall Museum (OM)

Leonie Reygers studierte Kunstgeschichte, vor allem bei Otto Schmitt, und promovierte 1931 an der Universität Greifswald mit einer Dissertation über die Marienkirche in Bergen auf Rügen zum Dr. phil. Sie wurde als Assistentin von Rolf Fritz wissenschaftliche Mitarbeiterin am Museum für Kunst und Kulturgeschichte in Dortmund und übernahm als dessen Stellvertreterin mit seiner Einziehung zur Wehrmacht 1940 die Verantwortung für das Museum im Zweiten Weltkrieg. 1943 lagerte sie die Kunstwerke des Museums auf Schlösser auf dem Lande, so die Tafeln des Marienaltars des Conrad von Soest im Depot der deutschen Museen auf Schloss Langenau in Rheinland-Pfalz, aus und 1944 wurde das Museum durch einen der vielen Luftangriffe auf Dortmund komplett zerstört. 1947 wurde sie Direktorin des anstelle des zerstörten Museums neu errichteten Museums am Ostwall und hatte die Leitung dieses von ihr geprägten Hauses bis zum Ruhestand 1966 inne. Sie baute mit Papierarbeiten eine umfangreiche Sammlung von Werken des Expressionismus auf und galt als Expertin für die sog. Entartete Kunst. Die Bundesregierung schenkte ihr das Vertrauen für die Zusammenstellung einer Ausstellung von Werken deutscher Kunst, die 1956 als German watercolors, drawings and prints: A midcentury review in drei Städten der Vereinigten Staaten gezeigt wurde. 1957 erwarb sie für das Museum und die Stadt Dortmund die Sammlung Karl Gröppel mit etwa 200 Blättern deutscher Künstler des 20. Jahrhunderts,[1] die das Museum über die Grenzen Dortmunds bekannt machten. Das Bundesverdienstkreuz erhielt sie in Würdigung ihrer museumspädagogischen Arbeit mit Kindern, die ihr besonders am Herzen lag.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bundesverdienstkreuz
  • Die Leonie-Reygers-Terrasse am Dortmunder U ist nach ihr benannt.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Marienkirche in Bergen auf Rügen und ihre Beziehungen zur dänischen Backsteinarchitektur, Bamberg, Greifswald 1934
  • German watercolors, drawings and prints [1905–1955]. A midcentury review, with loans from German museums and galleries and from the collection Dr. H. Gurlitt. American Federation of Arts, New York 1956
  • Sammlung Gröppel mit Werken expressionistischer Künstler aus dem Museumsbesitz, Museum am Ostwall, Dortmund [1958]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Barbara Gerstein: Gröppel, Karl. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 7, Duncker & Humblot, Berlin 1966, ISBN 3-428-00188-5, S. 117 f. (Digitalisat).