Leowerke

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LEO-WERKE GmbH
VEB Elbe Chemie Dresden
Dental Kosmetik GmbH & Co. KG Dresden
Rechtsform
Gründung 1907 (als Laboratorium Leo)
Sitz Dresden, Deutschland
Leitung
  • Helmut Röschinger
  • Britt Nicole Schendekehl
Mitarbeiterzahl
  • 60 (1917)
  • 1500 (1932)
  • 118 (2018)
Branche Zahnpflege
Website www.dental-kosmetik.de

Chlorodont-Werbung von 1949 aus einer Zeitung

Die Leowerke wurden 1907 als Laboratorium Leo zur Fabrikation der Chlorodont-Zahnpasta auf dem Dachboden der Löwen-Apotheke von Ottomar von Mayenburg gegründet. Diese Zahnpasta wurde im Jahr 1911 auf der internationalen Hygieneausstellung in Dresden mit der Goldmedaille ausgezeichnet. 1917 nahmen die eigentlichen Leowerke ihren Betrieb in der Katharinenstraße 4 in Dresden-Neustadt auf.

Aufstieg zur Weltmarke bis 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits 1917 beschäftigten die Leowerke sechzig Arbeitnehmer. In den folgenden sieben Jahren expandierte das Unternehmen zum größten Zahnpflegemittelhersteller in Europa mit über 1500 Beschäftigten (1932) in 27 Niederlassungen im In- und Ausland. Nahezu sämtliche Bestandteile wie Kalk, Pfefferminze und die Verpackungen wurden selbst hergestellt, womit das Unternehmen nahezu autark war. Geschickte Werbung verknüpft mit Aufklärungskampagnen (Der Zahn lebt! Denke daran und handle danach!) bewirkte neben verbesserter Zahnhygiene der Bevölkerung nicht zuletzt die starke Expansion. Die den Tuben beigelegten Sammelkarten mit Tiermotiven, die in mehreren Serien produziert wurden, sind noch heute begehrte Sammlerstücke.

Während des Zweiten Weltkrieges war die Firma auch mit der Aufklärung zur korrekten Mundhygiene betraut.

Wiederaufbau nach 1945 und Volkseigener Betrieb (VEB)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

prax, Handpflegemittel vom VEB Elbe Chemie Dresden

Während der Bombenangriffe im Februar 1945 wurden die Werke schwer zerstört, ab November jedoch bald wieder aufgebaut und nahmen die Produktion wieder auf.

Wegen der Enteignung und Verstaatlichung in der sowjetischen Besatzungszone wurde der Sitz der Leo-Werke und der Heinsius von Mayenburg Verwaltungsgesellschaft mbH 1950 nach Frankfurt / Main verlegt.[1] 1952 wurden die im Osten verbliebenen Leowerke als Volkseigener Betrieb Elbe-Chemie verstaatlicht und waren als solcher Hauptproduzent für Mund- und Zahnhygienemittel. In diesem VEB gingen auch die Konkurrenten Lingner-Werke (Odol) und Biox Ultra auf.

Die Produktpalette wurde unter anderem um die Kinderzahncreme Putzi erweitert. Anfang der 1980er Jahre verschwanden diese Klassiker jedoch aus den Regalen.

Nach der Wende: Reprivatisierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1990 wurde der VEB Elbe-Chemie als Dental Kosmetik GmbH & Co. KG Dresden von der Treuhandanstalt Berlin verwaltet. Am 1. Mai 1992 wurde die Firma reprivatisiert und von der ARGENTA übernommen. Während Putzi die Wende überlebte, wurde die Produktion von Chlorodont nicht neu aufgelegt. Heute hat die Firma Dental-Kosmetik GmbH & Co. KG 118 Mitarbeiter und produziert täglich 300.000 Tuben Zahncreme und 30.000 Flaschen Mundwasser.[2]

Produkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Original-Dose Leo-Pillen

Hauptprodukt war immer die Chlorodont-Zahncreme. Von 1924 bis 1966 wurden zudem die Leo-Creme und die berühmten Leo-Pillen (ein pflanzliches Laxans aus Aloe, Rhabarberwurzel und Faulbaumextrakt) mit dem Slogan „Wie Balsam für den Darm“ sowie das Rasierwasser Pitralon vermarktet. Heute noch produziert die Dental Kosmetik GmbH & Co. KG Dresden die Putzi-Zahncreme, die Klassiker der Leowerke jedoch werden nicht mehr erzeugt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hauptstaatsarchiv Dresden@1@2Vorlage:Toter Link/www.archiv.sachsen.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  2. Sächsische Zeitung vom 8. Mai 2018