Lex Krupp

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Die Lex Krupp („Erlaß des Führers über das Familienunternehmen der Firma Fried. Krupp“)[1] war ein von Adolf Hitler am 12. November 1943 erlassenes Reichsgesetz, das die Friedrich Krupp AG von einer Kapitalgesellschaft in eine Personengesellschaft mit besonders geregelter Nachfolge umwandelte.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Lex Krupp ging auf das persönliche Betreiben der Krupps bei Hitler zurück, die in engem Kontakt zu diesem standen; so traf sich Gustav Krupp von Bohlen und Halbach allein in den Jahren 1934 bis 1940 zehnmal mit Hitler. Mit Wirkung vom 15. Dezember 1943 wurde die Friedrich Krupp AG während der letzten Aufsichtsratssitzung in eine Personengesellschaft umgewandelt, deren Alleineigentümerin Bertha Krupp umgehend ihren ältesten Sohn Alfried als ihren Nachfolger bestimmte und ihm alle Firmenanteile überschrieb. Alfried Krupp von Bohlen und Halbach übernahm den Vorstandsvorsitz.[2]

Sinn der Lex Krupp war es, der Familie Krupp, bei einem Konzernvermögen von über einer Milliarde Reichsmark, etwa 400 Millionen Reichsmark Erbschaftsteuer zu ersparen.

Ihre volle Bedeutung erlangte die Lex Krupp nach dem Zweiten Weltkrieg, als Alfried Krupp von Bohlen und Halbach das gesamte Konzernvermögen von den Amerikanern übernehmen konnte.

Volltext[Bearbeiten]

Erlaß des Führers über das Familienunternehmen der Firma Fried. Krupp vom 12. November 1943.

Die Firma Fried. Krupp hat sich als Familienunternehmen in 132 Jahren überragende, in ihrer Art einzige Verdienste um die Wehrkraft des deutschen Volkes erworben. Es ist daher mein Wille, daß sie als Familienunternehmen erhalten bleibt. Zu diesem Zwecke bestimme ich:

I. Der Inhaber des Kruppschen Familienvermögens wird ermächtigt, mit diesem Vermögen ein Familienunternehmen mit besonders geregelter Nachfolge zu errichten.

II. Die Errichtung des Familienunternehmens und seine Satzung sind gerichtlich oder notarisch zu beurkunden. Die Satzung bedarf meiner Genehmigung, die durch den Reichsminister und Chef der Reichskanzlei einzuholen ist.

III. Der jeweilige Inhaber des Unternehmens führt den Namen Krupp vor seinem Familiennamen.

IV. Der Reichsminister der Finanzen wird ermächtigt, im Einvernehmen mit dem Reichsminister und Chef der Reichskanzlei die mit der Gründung des Familienunternehmens zusammenhängenden Abgaben sowie die künftige Besteuerung des Unternehmens und die durch den Tod eines Inhabers oder den Übergang der Inhaberschaft auf einen anderen Inhaber entstehende Erbschafts-(Schenkungs-)steuer im Sinne dieses Erlasses zu regeln.

V. Der Reichsminister der Justiz und der Reichswirtschaftsminister können - jeder für seinen Geschäftsbereich und, soweit erforderlich, gemeinsam - im Einvernehmen mit dem Reichsminister und Chef der Reichskanzlei die zur Durchführung und Ergänzung erforderlichen Vorschriften im Verwaltungswege erlassen.

Führer-Hauptquartier, den 12. November 1943.

Der Führer

Adolf Hitler

Der Reichsminister und Chef der Reichskanzlei

Dr. Lammers[3]

Literatur[Bearbeiten]

  • Dietrich Eichholtz: Geschichte der deutschen Kriegswirtschaft 1939 - 1945. Band 2: 1941 - 1943. Akademie-Verlag, Berlin 1985, (Forschungen zur Wirtschaftsgeschichte 1), (Zugleich: Berlin, Humboldt Univ., Habil.-Schr., 1968).
  • Harold James: Krupp: Deutsche Legende und globales Unternehmen. Beck, München 2011, ISBN 978-3-406-62414-8

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. „Erlaß des Führers über das Familienunternehmen der Firma Fried. Krupp“ (RGBl. 1943 I, S. 655 f.).
  2. Harold James: Krupp: Deutsche Legende und globales Unternehmen. Beck, München 2011, ISBN 978-3-406-62414-8. S. 214-215.
  3. Reichsgesetzblatt 1943 I S. 655 (zit. n. Dr. Dr. A. Dehlinger, Systematische Übersicht über 76 Jhg. RGBl. (1867–1942), Kohlhammer Stuttgart 1943)

Siehe auch[Bearbeiten]