Bredeney

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen von Bredeney
Wappen der Stadt Essen

Bredeney
Stadtteil von Essen

Lage von Bredeney im Stadtbezirk IX Werden/Kettwig/Bredeney
Basisdaten
Fläche 8,76 km²
Einwohner 10.797 (31. Mrz. 2017)
Koordinaten 51° 24′ 52″ N, 6° 59′ 38″ OKoordinaten: 51° 24′ 52″ N, 6° 59′ 38″ O
Höhe 158 m
Eingemeindung 1. Apr. 1915
Räumliche Zuordnung
Postleitzahl 45133, 45134, 45239
Stadtteilnummer 26
Bezirk Stadtbezirk IX Werden/Kettwig/Bredeney
Bild
ehemaliges Rathaus

ehemaliges Rathaus

Quelle: Statistik der Stadt Essen

Bredeney ist ein südlicher Stadtteil der Stadt Essen. Die angrenzenden Stadtteile sind im Süden Fischlaken und Werden, im Westen Schuir und Haarzopf, im Norden Margarethenhöhe, Rüttenscheid und Stadtwald sowie im Osten Heisingen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Bredeney

Die erste Erwähnung Bredeneys (= breite Au) findet sich anlässlich der Einweihung einer Kirche in Werden am 10. November 875. Im Jahre 1036 ließ Abt Gerold eine Kapelle in Bredeney zu Ehren der Allerheiligsten Dreifaltigkeit errichten. Adolf von der Mark erbaute 1226 das Haus Baldeney, heute bekannt als Schloss Baldeney (Lehnsgut der Abtei Werden).

Das alte Rathaus aus dem Jahre 1902 war bis zur Eingemeindung zur Stadt Essen am 1. April 1915 Sitz der Bürgermeisterei der Gemeinde Zweihonnschaften, bestehend aus den Ortschaften Bredeney und Schuir, die seit 3. April 1875 bestand und am 1. September 1902 zur Bürgermeisterei erhoben wurde. Unterbredeney wurde 1915 zur Stadt Werden eingemeindet. Heute ist in dem Gebäude des alten Rathauses eine Schule für Arbeits- und Bewegungstherapie untergebracht.

Ab 1895 wurde die Siedlung Brandenbusch in unmittelbarer Nähe zur Villa Hügel von Friedrich Alfred Krupp nach den Plänen von Samuel Marx errichtet. Bis zu 600 Diener und Angestellte der Familie Krupp wohnten hier. Diese Siedlung wurde, ähnlich den Siedlungen Altenhof I und II, in Cottage-Bauweise errichtet, wobei einzelne Sichtfachwerkhäuser heute unter Denkmalschutz stehen. Die evangelische Kirche der Siedlung wurde 1906 von Karl Nordmann mit Bruchsteinsockel und Holztonnengewölbe errichtet. 1914 waren die letzten Bautätigkeiten in der Siedlung Brandenbusch beendet.

Trotz Gründung kleinerer Zechen, wie Zeche Flöte, Zeche Trotz, Grunewald und Prinz Georg, und drei großen Ziegeleien wurde Bredeney ein bevorzugtes Wohnviertel mit einer Reihe von Bürgerhäusern.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In Grün ein silberner (weißer) Balken belegt mit einem schwarzen Wechselzinnenbalken.“ Das Wappen wurde von Kurt Schweder entworfen und hatte nie offiziellen Charakter. Ende der 1980er Jahre schuf der Heraldiker für alle Essener Stadtteile Wappen. Sie sind inzwischen von der Essener Bevölkerung gut angenommen worden. Die grüne Schildfläche steht für „Aue“, abgeleitet von „Bredenoye“, „Bredanaia“ oder „Bredonoia“. Der Wechselzinnenbalken stammt aus dem Wappen der Herren von Bottlenberg.[1]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1946 bis 1975 vertrat der Großhandelskaufmann Hans Toussaint (CDU) den Kommunalwahlbezirk 40, den Bredeney zusammen mit Essen-Fischlaken und Essen-Schuir bildet, im Rat der Stadt Essen. Toussaint amtierte von 1949 bis 1956 als Oberbürgermeister der Stadt Essen. Von 1975 bis 1999 gewann der Rechtsanwalt und Notar Wolfgang Reiniger (CDU) diesen Wahlbezirk. Reiniger wurde 1999 zum Oberbürgermeister der Stadt Essen gewählt und 2004 wiedergewählt. Bei den Kommunalwahlen 2004 und 2009 wurde der Rechtsanwalt Matthias Hauer (CDU) im Kommunalwahlbezirk 40 in den Rat der Stadt Essen gewählt; dabei wurde jeweils das stadtweit höchste CDU-Ergebnis erzielt. Weiterhin wurde Andreas Hellmann (FDP) über den Platz 4 der Ratsreserveliste für Bredeney in den Rat der Stadt Essen gewählt. Für Bündnis 90/Die Grünen vertritt Elisabeth van Heesch-Orgass den Ort im Rat der Stadt Essen.

Ergebnisse der Bundestagswahlen in Bredeney[2]
  CDU SPD Grüne FDP Die Linke sonst.
2013 49,9 % 19,8 % 7,4 % 12,9 % 3,5 % 6,5 %
2009 42,6 % 16,9 % 9,7 % 24,1 % 4,3 % 2,4 %

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswert sind die Villa Hügel als ehemaliger Sitz der Industriellenfamilie Krupp, sowie der Familienfriedhof Krupp und der Baldeneysee.

In Essen-Bredeney gibt es zwei evangelische, einen katholischen und einen deutsch-französischen Kindergarten. Dazu gibt es die Graf-Spee-Grundschule und die Meisenburg-Grundschule. Als weiterführende Schulen stehen das Gymnasium Grashof (ehem. Lyzeum Bredeney, erbaut 1929–1930 durch Alfred Fischer) und das Gymnasium Goetheschule zur Verfügung.

Das Verkehrsaufkommen ist zum Teil sehr hoch, da die Bundesstraße 224 durch den Stadtteil Bredeney führt und direkter Anschluss an die A 52 besteht. Trotzdem liegen hier auch Essens gehobene und ruhige Wohngegenden.

Die erste Straßenbahn fuhr schon 1897 durch Bredeney. Der ÖPNV versorgt heute den Stadtteil mit den Straßenbahnlinien 108 und 107. Zusätzlich verkehren die Buslinien 142, 169 und 194 sowie die Nachtexpresse NE8, NE9 und NE13 der Essener Verkehrs-AG.[3]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bredeney liegt im südlichen Ruhrgebiet an den Ruhrhöhen. Naturräumlich liegt Bredeney am Übergang des Westenhellwegs zum Ruhrtal als Teil des Bergisch-Sauerländischen Unterlands.[4] Der Stadtteil hat im Osten Anteil am Stadtwald, einer ausgedehnten Waldfläche auf den Ruhrhöhen an der Grenze zum gleichnamigen Essener Stadtteil. Westlich, oberhalb der Ruhr, wird der Stadtwald durch den Kruppwald fortgesetzt.

Gewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Süden bilden die Ruhr und der Baldeneysee die natürliche Grenze des Stadtteils zu Werden und Fischlaken. In Bredeney entspringt an der Nordflanke der Ruhrhöhen der Borbecker Mühlenbach. Dessen Quelle liegt im Westteil Bredeneys in mehreren Siepen. Der Borbecker Mühlenbach fließt in nördlicher Richtung der Emscher zu. Er durchfließt den Grugapark und speist dort Margarethensee und Waldsee. Ebenfalls im westlichen Bredeney, auf der Südseite der Ruhrhöhen, entspringt der Wolfsbach. Er fließt in südlicher Richtung und mündet kurz hinter der Stadtteilgrenze zu Werden in die Ruhr. Zuvor nimmt er noch das Wasser des Asseybachs auf, dessen Lauf zuvor die Stadtteilgrenze zu Schuir bildet. Die Stadtteilgrenze setzt sich entlang des Wolfsbachs fort.

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Essen-Bredeney – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Johann Rainer Busch: Kurt Schweders Wappen der Essener Stadtteile, Essen 2009, S. 103
  2. Wahlergebnisse auf Essen.de; abgerufen am 15. April 2014
  3. Essener Verkehrs-AG
  4. Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 109 - Düsseldorf