Li-Fi

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Zwei Li-Fi-Module des Fraunhofer-Instituts für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut (2018). Der Laptop zeigt die Up- und Downlink-Datenübertragungsrate an.

Li-Fi (englisch abgeleitet von light fidelity) ist eine optische drahtlose Technologie zur Datenübertragung. Im Gegensatz zu WLAN oder anderen Funktechnologien arbeitet Li-Fi mit dem Spektrum des Lichts – genauer gesagt mit sichtbaren Licht oder Infrarotstrahlung. Li-Fi ist ein Begriff, der sich genau wie Wi-Fi von High-Fidelity (kurz Hi-Fi) ableiten lässt. Geprägt wurde der Begriff 2011 von Harald Haas während einer TED-Konferenz.

Geschichte und Stand der Forschung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Oktober 2011 verständigten sich vier Gründungsmitglieder, die norwegische IBSENtelecom, die israelisch-amerikanische Supreme Architecture, TriLumina (USA) und das Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme auf die Bildung eines Li-Fi-Konsortiums zur Bewerbung dieses Standards.[1]

Durch An- und Ausschalten spezieller Leuchtdioden (LEDs) können für die optische Nahbereichskommunikation hohe Datenübertragungsraten erzielt werden: 2013 wurden im Labor 10 GBit/s erzielt.[2] Als Empfänger fungieren Fotodioden, mit denen die Lichtsignale in elektrische Impulse umgewandelt werden. Mittlerweile wurden unter Laborbedingungen Übertragungsraten von ca. 224 GBit/s erreicht.

Oledcomm führte auf der Consumer Electronics Show 2014 das erste Li-Fi taugliche Mobiltelefon vor.[3]

Harald Haas stellte Ende 2015 eine verbesserte und effizientere Variante von Li-Fi vor, bei dieser wird eine Photovoltaikzelle genutzt, um die Lichtsignale aufzufangen und weiter zu verarbeiten. Bei dieser Version wird nun auch Energie zurückgewonnen und es werden neue Anwendungsmöglichkeiten geschaffen.

Das Fraunhofer IPMS in Dresden entwickelt seit 2016 Lösungen für die industrielle Datenübertragung, welche die Übertragung in Echtzeit zulassen.[4]

Im Oktober 2019 verkündeten Vodafone Deutschland und Signify eine Partnerschaft, um die Stärken von Li-Fi und 5G zusammenzuführen.[5]

Vor- und Nachteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Vergleich zur Funkübertragung steht bei der optischen Übertragung eine größere Bandbreite zur Verfügung, was theoretisch auf gleichem Raum eine höhere Anzahl von Datenkanälen erlaubt. Außerdem ist das Übertragungsverfahren auch in Bereichen einsetzbar, wo Funksignale wegen der elektromagnetischen Verträglichkeit problematisch sein können, etwa in Flugzeugen oder Krankenhäusern.

Li-Fi kann in industriellen Anwendungsbereichen zur Datenübertragung in Echtzeit genutzt werden. Besonders bei Industrierobotern kann so auf störende Kabel verzichtet werden, die Reichweite und Effizienz in der Produktion stören können.

Im Gegensatz zu Funksystemen ist bei optischer Übertragung im Regelfall nur eine direkte Datenübertragung auf Sicht möglich und eine Datenübertragung etwa durch Hauswände hindurch nicht möglich. Das macht ggf. die Installation von ortsfesten Empfangs- und Sendestationen erforderlich.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Pressemitteilung
  2. Dottech
  3. Engadget
  4. Dunja Koelwel: Echtzeit-Li-Fi für Industrie 4.0. 7. September 2016, abgerufen am 5. Februar 2020 (deutsch).
  5. LiFi und 5G – zusammen noch besser | Signify Unternehmenswebsite. Abgerufen am 5. Dezember 2020.