5G

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Übergabe der Zuschlagsurkunden nach der deutschen 5G-Versteigerung am 13. Juni 2019 in Mainz bei der Bundesnetzagentur
5G-Standort (kleinere Antenneneinheit Mitte) der Deutschen Telekom in Darmstadt

5G (für fifth generation, zu Deutsch fünfte Generation) ist der Name eines Standards für mobiles Internet und Mobiltelefonie. Im Jahr 2019 fand in der Bundesrepublik Deutschland eine Versteigerung der Lizenzen statt. Südkorea, die Schweiz und einzelne Städte in den USA haben 5G bereits in Betrieb genommen. Internationale Netzbetreiber und Infrastrukturanbieter diskutieren technische Anforderungen und Anwendungsfälle.[1] Über das Programm Horizont 2020 gibt die Europäische Kommission 700 Mio. EUR Steuergelder für die Forschungs- und Innovationsförderung im Zusammenhang mit 5G aus.[2]

5G soll auf dem bestehenden MobilfunkstandardLong Term Evolution“ aufbauen. Wesentliche Neuerungen von 5G werden erst bei der Nutzung von Frequenzen oberhalb von 6 GHz erwartet. Die Funkzellen werden voraussichtlich bei 5G in Städten engmaschiger ausgebaut werden als bei Vorgängertechniken.[3] Die Standardisierungsorganisation 3GPP hat im Dezember 2018 mit Release 15 den ersten Standard veröffentlicht, der Funktionen von 5G beinhaltet.[4] Weitere Funktionen sind für Release 16 mit Veröffentlichung im Dezember 2019 geplant.[5]

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Vergleich zum 4G-Standard wird bei der 5G-Technik mit den folgenden Eigenschaften gerechnet:

  • Datenraten bis zu 10 Gbit/s
  • Nutzung höherer Frequenzbereiche
  • erhöhte Frequenzkapazität und Datendurchsatz
  • Echtzeitübertragung, weltweit 100 Milliarden Mobilfunkgeräte gleichzeitig ansprechbar
  • Latenzzeiten von unter 1 ms
  • Kompatibilität von Maschinen und Geräten[6]
  • 100-fache Geschwindigkeit gegenüber LTE[7]

Anwendungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 5G Technologie ist grundsätzlich auf drei verschiedene Anwendungs-Szenarien hin ausgerichtet.[8]

  • eMBB: Enhanced Mobile Broadband, also eine erweiterte mobile Breitbandverbindung, um Mobilgeräte mit möglichst hohen Datenraten zu versorgen.
  • mMTC: Massive Machine Type Communication. Dieser Bereich umfasst hauptsächlich das „Internet der Dinge“ (IoT) und soll möglichst viele Verbindungen mit eher geringen Datenraten und niedrigem Energieverbrauch unterstützen.
  • uRLLC:Ultra-reliable and Low Latency, soll zuverlässige Verbindungen mit geringer Latenz ermöglichen, die beispielsweise für autonomes Fahren oder Industrie Automation benötigt werden.

In der ersten Phase der 5G Realisierung im Jahr 2019 wird fast ausschließlich der Bereich eMBB ausgebaut.

Modulationsverfahren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Mobilfunk der 5. Generation (5G) verwendet ähnliche Frequenzmodulationen wie bereits LTE (4G). Dazu zählt insbesondere OFDM (Orthogonal Frequency-Division Multiplexing), wobei das Verfahren im Vergleich zu LTE erweitert wurde und nun CP-OFDM (Cyclic Prefix OFDM) verwendet wird.[9] Im Sendebetrieb des Mobilgeräte (uplink) kommt teilweise auch DFT-s-OFDM (Discrete Fourier Transform spread Orthogonal-Frequency Division Multiplexing) zum Einsatz.

Die verwendeten Modulationen sind: QPSK (Quadraturphasenumtastung), 16QAM, 64QAM und 256QAM (Quadraturamplitudenmodulation).[10]

Bei 5G kommt auch die sogenannte Carrier Aggregation (CA) massiv zum Einsatz, wobei bis zu 16 Carrier kombiniert werden können um den Datendurchsatz weiter zu erhöhen.

Latenzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei 5G wird oft von sehr kurzen Latenzzeiten unter 1 ms gesprochen. Dabei ist allerdings zu beachten, dass sich die gesamte Latenz aus mehreren Anteilen zusammensetzt:

  • Die Luftschnittstelle, also die Verbindung vom Mobilgerät zur Basistation. Die Latenz der Luftschnittstelle lässt sich bei 5G unter Laborbedingungen tatsächlich unter 1 ms realisieren. [11]
  • Die Latenz der hinter der Basisstation liegenden Datenverarbeitung hin zum Telekommunikationsnetzwerk.
  • Latenz zum Internet: Greift der Nutzer auf Anwendungen und Daten im Internet zu, kommt noch die Latenz der beteiligten Server hinzu (die völlig unabhängig vom 5G-Standard sind).

Die realen Ende-zu-Ende-Latenzen, die der US-Telefonanbieter Verizone in Chicago im März 2019 erreicht, liegen im Bereich von 30 ms. [12]

Frequenzbereiche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Frequenzspektrum bei 5G wird in zwei Bereiche unterteilt die FR1 und FR2 (von engl. Frequency Range) genannt werden. FR1 umfasst im Wesentlichen die Frequenzen zwischen 600 MHz und 6 GHz. In diesem Frequenzbereich wird sowohl FDD (Frequency Division Duplexing) als auch TDD (Time Division Duplexing) verwendet. Der Frequenzbereich FR2 beginnt oberhalb von 24 GHz und arbeitet im Millimeterwellenbereich. Bis Mai 2019 waren Frequenzen bis 40 GHz für 5G freigegeben, eine Erweiterung bis 60 oder 80 GHz ist jedoch in Zukunft prinzipiell möglich und geplant.[13] Elektromagnetische Wellen im Millimeterwellen Bereich sind zwar hilfreich um große Datenmengen zu übertragen, die Reichweite nimmt aber bei höheren Frequenzen immer mehr ab. Auch können Funkwellen bei z. B. 28 GHz einfache Hindernisse wie Wände oder Bäume nicht durchdringen.

Elektromagnetische Wellen lassen sich jedoch gezielt durch phased array Antennen formen und auf ein Ziel ausrichten. Bei 5G kommt diese Technik bei Millimeterwellen zum Einsatz um einzelne mobile Empfangsgeräte bei Bedarf gezielt mit hohen Datenraten zu versorgen.[13]

Die 5G Spezifikation sieht bis zu 256 Einzelantennen vor, die für sogenanntes massive MIMO verschaltet werden können.

Frequenzbereich FR1[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

3GPP 38.104 (Rel 16 Sept 2019)[14]

Tabelle der Frequenzbänder
Band Name Modus Downlink [MHz] Bandbreite [MHz] Uplink [MHz] geografischer Bereich
Unten Mitte Oben Unten Mitte Oben
n1 2100 FDD 2110 2140 2170 60 1920 1950 1980 Global
n2 1900 PSC FDD 1930 1960 1990 60 1850 1880 1910 Nordamerika
n3 1800 FDD 1805 1842,5 1880 75 1710 1747,5 1785 Global
n5 850 FDD 869 881,5 894 25 824 836,5 849 Global
n7 2600 FDD 2620 2655 2690 70 2500 2535 2570 EMEA
n8 900 FDD 925 942,5 960 35 880 897,5 915 Global
n12 700 a FDD 729 737,5 746 17 699 707,5 716 Nordamerika
n14 700 PS FDD 758 763 768 10 788 793 798 Nordamerika
n18 800 Lower FDD 860 867.5 875 15 815 822.5 830 Japan
n20 800 FDD 791 806 821 30 832 847 862 EMEA
n25 1900+ FDD 1930 1962,5 1995 65 1850 1882,5 1915 Nordamerika
n28 700 APT FDD 758 780,5 803 45 703 725,5 748 APAC,EU
n29 700 d SDL 717 722.5 728 11 Nordamerika
n30 2300 WCS FDD 2350 2355 2360 10 2305 2310 2315 Nordamerika
n34 TD 2000 TDD 2010 2017,5 2025 14 EMEA
n38 TD 2600 TDD 2570 2595 2620 50 EMEA
n39 TD 1900+ TDD 1880 1900 1920 40 China
n40 TD 2300 TDD 2300 2350 2400 100 China
n41 TD 2600+ TDD 2496 2593 2690 194 Global
n48 TD 3600 TDD 3550 3625 3700 150 Global
n50 TD 1500+ TDD 1432 1474,5 1517 85
n51 TD 1500- TDD 1427 1429,5 1432 5
n65 2100+ FDD 2110 2155 2200 90 1920 1965 2010 Global
n66 AWS-3 FDD 2110 2155 2200 90/70 1710 1745 1780 Nordamerika
n70 AWS-4 FDD 1995 2007,5 2020 25/15 1695 1702,5 1710 Nordamerika
n71 600 FDD 617 634,5 652 35 663 680,5 698 Nordamerika
n74 L-Band FDD 1475 1496,5 1518 43 1427 1448,5 1470 EMEA
n75 DL 1500+ SDL 1432 1474,5 1517 85 Nordamerika
n76 DL 1500- SDL 1427 1429,5 1432 5 Nordamerika
n77 TD 3700 TDD 3300 3750 4200 900
n78 TD 3500 TDD 3300 3550 3800 500
n79 TD 4500 TDD 4400 4700 5000 600
n80 UL 1800 SUL 75 1710 1747,5 1785
n81 UL 900 SUL 35 880 897,5 915
n82 UL 800 SUL 30 832 847 862
n83 UL 700 SUL 45 703 725,5 748
n84 UL 2100 SUL 60 1920 1950 1980
n86 UL AWS SUL 70 1710 1745 1780
n89 UL 850 SUL 25 824 836.5 849
n90 TD 2600+ TDD 2496 2593 2690 194 Global

SDL = Supplementary Downlink

SUL = Supplementary Uplink

Frequenzbereich FR2[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

3GPP 38.104 (Rel 15 Sept 2019)[15]

Band Name Modus Downlink [MHz] Bandbreite [MHz] Uplink [MHz] geografischer Bereich
Unten Mitte Oben Unten Mitte Oben
n257 28 GHz TDD 26500 28000 29500 3000 Global
n258 26 GHz TDD 24250 25875 27500 3250 Global
n260 39 GHz TDD 37000 38500 40000 3000 Global
n261 28 GHz US TDD 27500 27925 28350 850 Nordamerika

Energieverbrauch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der theoretische Energieverbrauch pro übertragenem Bit ist bei 5G zwar im Idealfall nur ein 1/100 dessen was bei LTE verbraucht wird. Da aber die Datenraten auch sehr viel größer sind, ist der insgesamte Energieverbrauch deutlich höher. Erste Erfahrungsberichte belegen, dass sich Mobiltelefone bei Nutzung von FR2 stark erwärmen und viel Strom brauchen.[16][17]

Da die Reichweite der 5G Basisstationen in FR2 gering ist, werden sehr viel mehr Basisstationen gebraucht als bei 4G. In Folge dessen steigt der Energieverbrauch des Gesamtsystems erheblich. Eine Abschätzung von Huawei ergab eine beinahe Verdoppelung des Energieverbrauchs.[18]

Kritikpunkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sicherheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wegen der komplexen Anforderungen von 5G-Netzwerken sind wöchentliche Software-Aktualisierungen unter anderem auch durch Drittanbieter erforderlich. Es ist zeitlich nicht möglich, dass Softwaretestzentren diese Software-Versionen regelmäßig und vollständig überprüfen und ständig alle Sicherheitsaspekte überwachen. Selbst bei streng geprüfter Hardware kann die Software somit ohne großen Aufwand Hintertüren für eine heimliche Kommunikation öffnen und auf diese Weise zum Beispiel Cyberspace-Spionage ermöglichen.[19][20] Ein Bericht der Regierung des Vereinigten Königreiches hat dem chinesischen Anbieter von 5G-Technik Huawei nur ein beschränktes Sicherheitsniveau attestiert, so dass dessen Produkte nicht für kritische Infrastrukturen eingesetzt werden dürfen.[21] Diese Bedenken wurden zu Beginn des Jahres 2019 allerdings nach einem Audit durch das GCHQ ausgeräumt.[22] Die Europäischen Kommission legte eine Risikobewertung von 5G-Netzen in Europa vor, in der sie vor allem vor Angriffen aus "Nicht-EU-Staaten oder von staatlich unterstützten Organisationen" warnte.[23] Namen von Firmen oder möglichen Staaten, die hinter Angriffen stehen könnten, nannte die EU nicht.[23]

Gesundheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gesundheitliche Risiken für Menschen und Tiere durch 5G werden von Kritikern als unzureichend erforscht angesehen. Dabei wird häufig auf schwer oder nicht belegbare Effekte wie die Elektrosensibilität Bezug genommen.[24] Zweifelsfrei belegt ist die Erwärmung von Gewebe durch die elektromagnetische Strahlung. Nach Expertenmeinung und Auffassung der Internationalen Kommission für den Schutz vor nichtionisierender Strahlung sowie des Bundesamtes für Strahlenschutz[24] ist die Erwärmung jedoch bei Einhaltung von Grenzwerten unbedenklich. Wegen der erhöhten Anzahl an Antennen und neuen Technologien wie Beamforming ist es allerdings schwierig, Strahlungsintensitäten konkret vorherzusagen.

Mit wissenschaftlichen Methoden kann weder eine generelle Unschädlichkeit der 5G-Strahlung noch das Gegenteil bewiesen werden. Für epidemiologische Studien fehlt eine unbelastete Kontrollgruppe, da fast die gesamte Bevölkerung hochfrequenten elektromagnetischen Feldern, wie zum Beispiel schon durch WLAN-Nutzung, ausgesetzt ist.[25] Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland fordert, dass vor dem Ausbau der Mobilfunknetze zu 5G die gesundheitlichen Auswirkungen weiter erforscht werden.[26] Wegen Bedenken, ob die Grenzwerte zum Strahlenschutz mit einem geplanten 5G-Netz eingehalten werden, wurde in Brüssel ein Pilotprojekt gestoppt.[27] In der Schweiz haben die Parlamente in den Kantonen Genf und Waadt ihre Regierungen aufgefordert, ein Moratorium für die Installation von 5G-Antennen auf Kantonsgebiet zu erlassen beziehungsweise zu prüfen.[28]

Ausblick[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Chiphersteller Qualcomm kündigte für das zweite Halbjahr 2017 das erste Modem mit 5 Gbit/s im Downstream für die 5G-Technologie an.[29]

Auf dem GSMA Mobile World Congress stellte der chinesische Telekommunikationsausrüster ZTE am 26. Februar 2017 weltweit das erste Smartphone vor, das den Standard Pre5G Giga+ MBB für eine Datenübertragung von bis zu 1 Gbit/s unterstützt.[30]

Im Smartphone-Bereich kündigte der Computer- und Smartphone-Hersteller Lenovo an, eine Führungsrolle bei der Einführung des neuen 5G-Standards anzupeilen.[31][32]

Bereits jetzt wird an dem Nachfolgestandard 6G geforscht.

Einführung in Südkorea[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als weltweit erstes Land nahm Südkorea am 3. April 2019 ein flächendeckendes 5G-Netz in Betrieb.[33] Die Inbetriebnahme erfolgte zwei Tage früher als geplant, womit Südkorea dem US-amerikanischen Mobilfunkanbieter Verizon und dessen Einführung von 5G in den Städten Chicago und Minneapolis um zwei Stunden zuvorkam.[33] Im August 2019 gab der Netzbetreiber SK Telecom bekannt, als erster Mobilfunkkonzern der Welt bereits mehr als eine Million Kunden mit 5G-Tarifen zu haben.[34] Insgesamt hat das Unternehmen nach eigenen Angaben 28 Millionen Kunden in Südkorea.[34]

Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beginn der 5G-Versteigerung durch die Bundesnetzagentur am Dienstsitz Mainz am 19. März 2019. An der Uhr: Präsident Jochen Homann.
Vodafone-Standort mit 5G Antenne (roter Kasten)

In Deutschland ist die Bundesnetzagentur für die Vergabe der Mobilfunkfrequenzen verantwortlich. Am 19. März 2019 begann die Versteigerung der Frequenzen in den Bereichen 2 GHz und 3,4 GHz bis 3,7 GHz am Standort der Bundesnetzagentur in Mainz. Zur Auktion wurden die Unternehmen Drillisch Netz AG (1&1 Drillisch), Telefónica Germany GmbH & Co. OHG (O2), Telekom Deutschland GmbH und die Vodafone GmbH zugelassen.[35] Die Summe der Höchstgebote überstieg am 24. Mai 2019 die Marke von sechs Milliarden Euro.[36][37]

Die Vergabe der Frequenzen für den 5G-Mobilfunk im Jahr 2019 ist teurer als die vergangenen beiden Frequenzauktionen in Deutschland. 2010 hatten die Mobilfunkunternehmen 4,4 Milliarden Euro für die Frequenzen bezahlt. 2015 waren es rund fünf Milliarden Euro. Die Vergabe der UMTS-Frequenzen im Jahr 2000 war jedoch noch wesentlich teurer. Damals hatten die Firmen 50,8 Milliarden Euro bezahlt.[37]

Die Behörde hat im November 2018 die Vergabebedingungen für die Frequenzauktion im 3,6-GHz-Band[38] festgelegt. Diese sehen vor, dass die Frequenzen im Rahmen einer Auktion vergeben werden und die Vergabe an Versorgungsauflagen geknüpft wird. Demnach sollen etwa Autobahnen und die wichtigsten Bundesstraßen mit einer Datengeschwindigkeit von 100 Megabit pro Sekunde bis Ende 2022, alle übrigen Bundesstraßen bis Ende 2024 versorgt werden. Darüber hinaus muss jeder bei der Auktion erfolgreiche Netzbetreiber 1000 5G-Basisstationen ausbauen. Den ersten Sendemast nahm Vodafone Anfang November 2018 auf einem über 400.000 Quadratmeter großen Testgelände bei Aldenhoven in der Nähe von Aachen in Betrieb.[39]

Die Bundesnetzagentur hat zudem vorgesehen, dass 100 MHz im Frequenzbereich von 3,7 bis 3,8 GHz für lokale Anwendungen, insbesondere im Bereich Industrie 4.0, reserviert werden. Diese Frequenzen sollen nicht versteigert werden, sondern gegen eine Gebühr vom jeweiligen Grundstückseigentümer für eine lokale Nutzung beantragt werden können.[40]

Die Deutsche Telekom kündigte an, bis zum Jahr 2025 mindestens 99 Prozent der Bevölkerung und 90 Prozent der Fläche Deutschlands mit 5G zu versorgen. Dazu will sie jedes Jahr mehr als 2.000 neue Mobilfunk-Standorte bauen.[41] Von den beiden anderen Mobilfunkbetreibern in Deutschland, Vodafone und Telefónica Deutschland, liegen bislang noch keine konkreten Ankündigungen zum Ausbau von 5G in Deutschland vor. Der Gründer von United Internet, Ralph Dommermuth, kündigte an, im Falle eines Erfolgs bei der 5G-Auktion, bei der die Tochtergesellschaft Drillisch Netz AG antritt, ein eigenes 5G-Netz in Konkurrenz zu Telekom, Vodafone und Telefónica in Deutschland aufzubauen.[42]

Am 17. Juli 2019 startete Vodafone als erster Anbieter in Deutschland mit einem für Privatkunden offenen, kommerziellen 5G-Netz. Als Smartphones werden das Huawei Mate 20 X 5G und Samsung S10 5G angeboten. Außerdem gibt es mit dem GigaCube 5G einen Internetrouter.[43]

Aktuell (Stand: 15. September 2019) sind einige der teureren Laufzeitverträge der Telekom für 5G freigeschaltet. Versuche in Berlin, Darmstadt und Bonn ergaben Download-Geschwindigkeiten von bis zu 900 Mbps.

Die Telekom gab den Start ihres 5G-Netzes im September 2019 bekannt mit 120 Antennen in den Städten Berlin, München, Köln, Bonn und Darmstadt.[44]

Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Schweizer Mobilfunkmarkt lässt die Verordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung (NISV) den Betrieb von 5G-Antennen nur mit geringer Reichweite zu. Der Ständerat stellte sich am 5. März 2018 nach einer bereits 15 Monaten zuvor getroffenen ablehnenden Entscheidung erneut gegen die Erhöhung der bestehenden Grenzwerte.[45][46] Im Februar 2019 wurde bekannt, dass das Bundesamt für Umwelt eine Revision der Verordnung vorbereite, über welche der Bundesrat und das Parlament zu entscheiden haben.[47] Am 17. April hat der Bundesrat die NISV im Sinne der Telekomindustrie angepasst.[48] Laut OOKLA 5G MAP verfügt die Schweiz mit Stand Mai 2019 über das größte 5G-Netz der Welt.[49][50] Die Mobilfunkanbieter Swisscom (mit Ericsson[51]) und Sunrise (mit Huawei[51]) bauen ihre 5G-Infrastruktur aus. Beide wollen ab 2020 ein flächendeckendes 5G-Netz bereitstellen.[52][53] Auch Salt (mit Nokia[51]) will 5G noch 2019 in Betrieb nehmen.[54]

Am 15. Oktober 2019 wurde im Bundesblatt die Volksinitiative «Für einen gesundheitsverträglichen und stromsparenden Mobilfunk» veröffentlicht, wonach 5G-Feldstärken deutlich eingeschränkt werden sollen.[55] Damit begann die eineinhalbjährige Sammelfrist für Unterschriften; wenn 100.000 Stimmberechtigte unterschreiben, wird eine Volksabstimmung durchgeführt, ob diese vorgeschlagene Verfassungsänderung angenommen werden soll.

Am 15. Oktober 2019 wurde beim Bundesamt für Verkehr UVEK eine Petition eingereicht, die ein Moratorium für die Entwicklung der 5G-Technologie fordert. Insgesamt sammelte die Privatperson Notburga Klett fast 40'000 Unterschriften. Laut Klett, verstosse der Bund mit der Einführung von 5G gegen seine Pflicht zum Schutz von Gesundheit und Umwelt. [56]

Österreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende März 2019 wurde in Österreich das erste kommerzielle 5G-Netz in den ersten fünf Gemeinden in Echtbetrieb genommen. Politisch wurde mit der neuen Technologie besonders der ländliche Raum adressiert. In der Gemeinde Hohenau an der March wurden die ersten 200 Router vom Anbieter Magenta Telekom ausgegeben.[57][58]

Spanien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als eines der ersten europäischen Länder nimmt Spanien ein 5G-Netz in zunächst 15 Städten in Betrieb. Dies wurde Anfang Juni 2019 von Vodafone-Präsident Antonio Coimbra verkündet. Tests zu Folge werden bereits rund 50 % der Bevölkerung in diesen Städten, überwiegend in Nordspanien, mit dem kommerziellen 5G-Netz versorgt. Bis 2021 soll es eine komplette Abdeckung für mindestens diese Städte geben. Im Jahr 2025 soll schließlich das 5G-Netz spanienweit zur Verfügung stehen.[59]

Australien und Neuseeland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der neuseeländische Nachrichtendienst Government Communications Security Bureau (GCSB) untersagt dem Telekommunikationsanbieter Spark New Zealand für den Aufbau des neuen Mobilfunkstandards 5G Ausrüstung des chinesischen Netzwerkkonzerns Huawei einzusetzen. Der GCSB sieht ein signifikantes Netzwerksicherheitsrisiko mit der Möglichkeit der Spionage. Australien untersagte Huawei den Einsatz bereits im Sommer 2018.[60]

Vereinigte Staaten von Amerika[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den USA wird die politische Diskussion um 5G im Jahr 2019 stark beeinflusst von den durch Präsident Trump verfügten Sanktionen gegen das chinesische Unternehmen Huawei, das bisher hinsichtlich der Entwicklung und Markteinführung der 5G-Technik weltweit führend ist. Außerdem befürworten Präsident Trump und Vertreter der Industrie andere Konzepte für den Netz-Aufbau und Einsatz von 5G als einige prominente Mitglieder der Republikanischen Partei: Während erstere bisher dazu neigen, dies großen Unternehmen wie AT&T und Verizon zu überlassen, befürworten etwa Newt Gingrich[61] und Karl Rove den Einsatz kleinerer Unternehmen, dies dann auch mit Nutzung freier Kapazitäten staatlicher militärischer Technik.[62]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alexander Zollondz: Nach 4G ist vor 5G: Auf der Suche nach dem LTE-Nachfolger. In: netzwelt.de. 19. Februar 2016, abgerufen am 18. Oktober 2018.
  2. Europäische Kommission: EU und China unterzeichnen wichtige Partnerschaft für 5G, das Kommunikationsnetz der Zukunft. 28. September 2015, abgerufen am 4. Februar 2019.
  3. 5G: Mobilfunk Standard der 5. Generation. In: fts-hennig.de. 25. September 2016, abgerufen am 18. Oktober 2018.
  4. Release 15. 3GPP, abgerufen am 19. April 2019.
  5. Release 16. 3GPP, abgerufen am 19. April 2019.
  6. 5G: Mobilfunk Standard der 5. Generation. In: fts-hennig.de. 25. September 2016, abgerufen am 18. Oktober 2018.
  7. Was ist 5G? Alles Wissenswerte zum 5G-Netz | Telekom. Abgerufen am 30. Juli 2019.
  8. Sabine Dahmen-Lhuissier: ETSI - Mobile Technologies - 5g, 5g Specs | Future Technology. Abgerufen am 3. November 2019 (britisches Englisch).
  9. 5G Waveforms | CP-OFDM & DFT-SOFDM | Electronics Notes. Abgerufen am 1. November 2019.
  10. 3GPP specification series: 38series. Abgerufen am 1. November 2019.
  11. Latenz: Der Eine-Millisekunde-Mythos im Mobilfunkstandard 5G - Golem.de. Abgerufen am 3. November 2019 (deutsch).
  12. Customers in Chicago and Minneapolis are first in the world to get 5G-enabled smartphones connected to a 5G network. 3. April 2019, abgerufen am 3. November 2019 (englisch).
  13. a b Making 5G NR a Commercial Reality. 3. Mai 2019, abgerufen am 1. November 2019 (englisch).
  14. NR frequency band. Abgerufen am 1. November 2019.
  15. NR frequency band. Abgerufen am 1. November 2019.
  16. heise online: Erfahrungsbericht aus den USA: 5G lässt Handys überhitzen. Abgerufen am 1. November 2019.
  17. 5G-Antenne in Berlin ausprobiert: Zu schnell, um nützlich zu sein - Golem.de. Abgerufen am 1. November 2019.
  18. Huawei: 5G-Power-White-Paper. In: https://carrier.huawei.com/en/spotlight/5g. Huawei, 27. Februar 2019, abgerufen am 10. August 2019 (englisch).
  19. Thorsten Benner: 5G-Mobilfunk: Vertrauen in Huawei ist riskant. In: Tagesspiegel. 8. Dezember 2018, abgerufen am 4. Juni 2019.
  20. Thorsten Benner: Kontrolle ist besser. Global Public Policy Institute vom 6. Dezember 2018, abgerufen am 10. Dezember 2018.
  21. UK criticises security of Huawei products. BBC vom 19. Juli 2018, abgerufen am 10. Dezember 2018.
  22. Britain managing Huawei risks, has no evidence of spying: official. uk.reuters.com vom 20. Februar 2019.
  23. a b Europäische Kommission: Mitgliedstaaten veröffentlichen Bericht über EU-weit koordinierte Risikobewertung von 5G-Netzen. 9. Oktober 2019, abgerufen am 22. Oktober 2019.
  24. a b Stefan Römermann: Ist 5G gefährlich? In: Deutschlandfunk. 18. März 2019, abgerufen am 4. Juni 2019.
  25. Christopher Schrader: Krebs durch 5G? Schadet der neue Mobilfunkstandard 5G der Gesundheit? In: Spektrum der Wissenschaft. 15. April 2019, abgerufen am 4. Juni 2019.
  26. Pressemitteilung des BUND
  27. Brüssel stoppt 5G-Pilotprojekt wegen Strahlungsbedenken. heise.de, 9. April 2019, abgerufen am 14. April 2019.
  28. Stefan Häberli, Nikolai Thelitz, Jürg Müller, Alan Niederer: 5G kommt in die Schweiz – und heizt die Gesundheitsdebatte neu an: Die Einführung der neuen Technologie im Überblick. In: nzz.de. 18. April 2019, abgerufen am 29. April 2019.
  29. Serge Willenegger: Meet Snapdragon X50 – Qualcomm’s first 5G modem. In: Qualcomm.com. 17. Oktober 2016, abgerufen am 28. Januar 2019.
  30. Jörg Wirtgen: MWC – ZTE: namenloses Smartphone mit Gigabit-Mobilfunk. In: Heise Online. 26. Februar 2017, abgerufen am 28. Januar 2019.
  31. Steve Costello: Lenovo sets eye on 5G Smartphone leadership. In: mobileworldlive.com. 31. Juli 2018, abgerufen am 18. Oktober 2018.
  32. Tobias Költzsch: Moto Z3 mit 5G-Mod: Neues Moto-Smartphone unterstützt dank Mod 5G. In: golem.de. 3. August 2018, abgerufen am 18. Oktober 2018.
  33. a b Südkorea hat als erstes Land der Welt 5G. Abgerufen am 7. April 2019.
  34. a b SK Telecom: SK Telecom Breaks 1 Million 5G Subscriber Mark. 22. August 2019, abgerufen am 22. Oktober 2019.
  35. Bundesnetzagentur – Frequenzauktion 2019 – Frequenzen für 5G. Abgerufen am 1. Mai 2019.
  36. Bundesnetzagentur: Frequenzauktion 2019 – Frequenzen für 5G. Abgerufen am 24. Mai 2019.
  37. a b Handelsblatt: Höchstgebote bei 5G-Auktion übersteigen sechs Milliarden Euro. Abgerufen am 27. Mai 2019.
  38. Zulassungsverfahren zur 5G-Frequenzauktion eröffnet. (PDF) Pressemitteilung. Bundesnetzagentur, 26. November 2018, abgerufen am 12. Dezember 2018.
  39. Vodafone startet die ersten 5G-Sendemasten im Live-Betrieb. Abgerufen am 13. November 2018.
  40. Regionale und lokale Netze. Bundesnetzagentur, 5. Juli 2019, abgerufen am 12. Dezember 2018.
  41. Deutsche Telekom: 5G Netz für unser Land. Abgerufen am 27. Mai 2019.
  42. Handelsblatt: Ralph Dommermuth im Interview: „Das wird kein Spaziergang“ – So will der United-Internet-Chef um das 5G-Netz kämpfen. Abgerufen am 27. Mai 2019.
  43. Vodafone startet 5G: Neues Handynetz ab morgen. In: Vodafone Newsroom. 16. Juli 2019, abgerufen am 16. Juli 2019.
  44. Deutsche Telekom: 5G funkt live in fünf Städten. 5. September 2019, abgerufen am 22. Oktober 2019.
  45. Lukas Mäder: Keine höhere Handystrahlung: Der Ständerat lehnt die Anhebung der Grenzwerte für den 5G-Mobilfunk ab. In: nzz.ch. 5. März 2018, abgerufen am 18. Oktober 2018.
  46. Für 5G bräuchte es offenbar doppelt so viele Handyantennen. In: tagesanzeiger.ch. 10. Februar 2019, abgerufen am 11. Februar 2019.
  47. Ausbau Mobilfunknetz – Die 5 drängendsten Fragen zu 5G. In: srf.ch. 8. Februar 2019, abgerufen am 9. Februar 2019.
  48. Andres Büchi: «Nicht zulässig»: 5G-Rechtsgutachten kritisiert Bundesrat. In: beobachter.ch. 11. Juli 2019, abgerufen am 3. August 2019.
  49. speedtest.net
  50. Schweizer 5G-Netz der Welt weit voraus. In: itmagazine.ch. 27. Mai 2019, abgerufen am 27. Mai 2019.
  51. a b c 5G: Auswirkungen, Bedeutung, Fakten – 33 Antworten zum 5G-Netz. In: handelszeitung.ch. 24. Mai 2019, abgerufen am 27. Mai 2019.
  52. Jürg Müller: Swisscom will ein 5G-Netz bis 2020 aufbauen. Dafür muss aber die Politik mitspielen. In: Neue Zürcher Zeitung. 23. Februar 2018, ISSN 0376-6829 (nzz.ch [abgerufen am 9. Dezember 2018]).
  53. Jon Mettler: So sehen die 5G-Pläne von Sunrise aus. In: Tages-Anzeiger. 3. Juli 2018, ISSN 1422-9994 (tagesanzeiger.ch [abgerufen am 9. Dezember 2018]).
  54. Andreas Kohli: Kritik am schnellen Mobilfunk – 5G: Schweiz führend – trotz wachsenden Widerständen. In: srf.ch. 1. Mai 2019, abgerufen am 1. Mai 2019.
  55. Eidgenössische Volksinitiative «Für einen gesundheitsverträglichen und stromsparenden Mobilfunk» - Vorprüfung
  56. Mit 40'000 Unterschriften - Petition für 5G-Moratorium eingereicht. 18. Oktober 2019, abgerufen am 12. November 2019.
  57. T-Mobile startet neues Netz: Das sind die ersten 5G-Gemeinden. Artikel vom 26. März 2019, abgerufen am 28. März 2019.
  58. Österreich ist Europas erstes 5G-Land – für 200 Kunden. Artikel vom 26. März 2019, abgerufen am 28. März 2019.
  59. 5G startet in Spanien. Artikel vom 14. Juni 2019, abgerufen am 15. Juni 2019.
  60. 5G: Neuseelands Geheimdienst verbietet Technik des chinesischen Anbieters Huawei. In: Deutsche Welle. 28. November 2018, abgerufen am 2. Dezember 2018.
  61. Newt Gingrich: To Win in 5G, We Must Break Government Monopolies. Bring the United States to global leadership in 5G, National Review, online 12. März 2019, Abruf 26. Mai 2019.
  62. Karl Rove: government airwaves (should) be put into the private sector for shared use, Politico, online 29. März 2019, Abruf 26. Mai 2019.