Lichtmanagementsystem

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Ein Lichtmanagementsystem ist ein System zur Steuerung einer Beleuchtungsanlage. Es existieren entsprechende Systeme diverser Hersteller sowohl für die Steuerung von Innen- als auch Außenbeleuchtung. Ihre Aufgabe ist es, die Beleuchtungsstärke der Anlage entweder an die herrschenden Umweltbedingungen anzupassen oder ein vorher festgelegtes Programm ablaufen zu lassen. Durch verschiedene Steuerungsmöglichkeiten oder Programme wird zum einen der Komfort für den Nutzer erhöht und zum anderen kann Energie eingespart werden.

Grundvoraussetzung für den Einsatz eines Lichtmanagementsystems ist eine gute Dimmbarkeit des Leuchtmittels, außerdem muss dieses für eine hohe Schalthäufigkeit ausgelegt sein. In der Regel wird außerdem ein elektronisches Betriebsgerät benötigt.

Lichtmanagementsysteme in der Innenbeleuchtung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Grundaufbau besteht aus einer Zentralsteuerung, welche über eine Datenübertragungsleitung (z.B. 1-10 V, Digital Serial Interface (DSI), Digital Addressable Lighting Interface (DALI)) die Betriebsgeräte steuert. Es besteht die Möglichkeit, Sensoren und Schalter einzubinden, um eine Steuerung durch den Benutzer zu ermöglichen. Als Sensoren kommen Lichtstärke- und Bewegungs-/Präsenzsensoren oder eine Kombination von beidem zum Einsatz. Dadurch lässt sich eine Tageslicht- und Präsenzregelung verwirklichen. Bei der Tageslichtregelung wird die Beleuchtungsanlage entsprechend der natürlichen Beleuchtungsstärke eingestellt, um eine gleichbleibende Helligkeit im Raum zu erhalten. Eine Präsenzregelung schaltet eine Beleuchtungsanlage ab oder dimmt diese auf ein geringes Basisniveau herunter, wenn sich keine Personen im Raum befinden. Betritt eine Person den Raum, wird bei Detektion durch den Sensor die Beleuchtungsstärke durch die Steuerung wieder auf das Normalniveau erhöht. Durch jede dieser beiden Möglichkeiten lässt sich Energie sparen, der maximale Einspareffekt wird bei einer Kombination von beidem erreicht.

Lichtmanagementsysteme in der Straßenbeleuchtung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die in der Straßenbeleuchtung noch vorherrschenden Hochdruck-Gasentladungslampen sind schlecht oder nicht dimmbar und nicht für hohe Schalthäufigkeit geeignet. Daher sind erst die neueren Leuchtdioden-Leuchten potentiell geeignet für Lichtmanagement.

Hauptzweck von Lichtmanagementsystemen für die Straßenbeleuchtung ist die Einsparung von elektrischer Energie. In der Regel wird hier in jeder Leuchte ein eigener Controller installiert. Diese Controller sind entweder komplett eigenständig oder untereinander vernetzt, zum Beispiel durch Funk oder über Powerline Communication (LON). Durch die Controller können verschiedene Einstellmöglichkeiten vorgenommen werden. So lässt sich eine Dimmung anhand des natürlichen Lichtes oder eine Leistungsreduzierung während der Nachtstunden realisieren. In Kombination mit einem Taster oder Bewegungssensor kann die Beleuchtungsanlage bei Bedarf wieder auf volles Beleuchtungsniveau hochdimmen. Außerdem besteht die Möglichkeit, die über die Lebenszeit einer Lampe oder eines LED-Moduls zurückgehende Effizienz auszuregeln, um über die gesamte Lebensdauer einen konstanten Lichtstrom zu erhalten.

Literatur und Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Franz Wosnitza, Hans Gerd Hilgers (2012): Energieeffizienz und Energiemanagement - Ein Überblick heutiger Möglichkeiten und Notwendigkeiten; Vieweg+Teubner Verlag | Springer Fachmedien, Wiesbaden 2012, ISBN 978-3-8348-1941-3
  • DALI AG (2002): Digital Addressable Lighting Interface Handbuch; pdf, abgerufen am 25. Juli 2013
  • ZVEI (2010): ZVEI Roadshow 2010: Besseres Licht – weniger Kosten: Kommunen rüsten um, pdf abgerufen am 25. Juli 2013
  • Vossloh-Schwabe: Lichtmanagement im Außenbereich