Farbwiedergabe

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Farbwiedergabe ist ein Qualitätsmerkmal von Licht.

Eine Lichtquelle, deren Licht alle Spektralfarben enthält, z. B. das Sonnenlicht, lässt die Farben der beleuchteten Gegenstände natürlich aussehen – die Farbwiedergabe ist optimal. Unter Lichtquellen, deren Licht eine ungleichmäßige Verteilung der Spektralfarben enthält, z. B. Metalldampflampen, werden auch die Farben beleuchteter Gegenstände unnatürlich wirken – hier ist die Farbwiedergabe schlechter. Wenn z. B. die Farbe einer beleuchteten Fläche in dem Farbspektrum der Lichtquelle fehlt, wird man lediglich eine graue Fläche sehen können.

Verwendung des Begriffes bei Lichtquellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um die Farbwiedergabequalität einer Lampe genau angeben zu können, wurde der Farbwiedergabeindex (Ra) eingeführt. Der beste Wert mit der natürlichsten Farbwiedergabe ist Ra=100.

Den Farbwiedergabeindex ermittelt man durch Auswertung der Farbverschiebung zu einer Bezugslichtquelle auf acht verschiedenen Farbproben von häufig vorkommenden Testfarben. Der Wert jeder Farbprobe wird mit 1/8 zum Farbwiedergabeindex aufsummiert.

Farbwiedergabestufe (Ra) verschiedener Lampen
Lampe Farbwiedergabeindex
Sonnenlicht, Glühlampe 100
LED-Lampen 75-95
Halogen-Metalldampflampen mit Keramikbrenner >90
Leuchtstofflampen, Fünfbandenlampen 70-85
Leuchtstofflampen, Dreibandenlampen >80
Kompaktleuchtstofflampen, Energiesparlampen 80-89
Halogen-Metalldampflampen 65-96
Leuchtstofflampen, Standardlampen 60-75
Quecksilberdampf-Hochdrucklampen 40-59
Natriumdampf-Hochdrucklampen 20-39
Natriumdampf-Niederdrucklampen <20

Je nach Sehaufgabe sollte das geeignete Leuchtmittel anhand der Farbwiedergabe ausgesucht werden. In grafischen Betrieben werden die höchsten Ansprüche an die Farbwiedergabetreue gestellt. Hier können nur Leuchtmittel mit einem Farbwiedergabeindex eingesetzt werden, der deutlich höher als 90 ist. Um gutes und entspanntes Sehen zu gewährleisten, sollte jedoch auch in Büros und Werkstätten ein Farbwiedergabeindex von 80 nicht unterschritten werden. In Wohn- und Schlafräumen, wo farbliches Sehen nicht im Vordergrund steht, darf man die Farbwiedergabe getrost vernachlässigen und die Leuchtmittel entsprechend der zu erzeugenden Stimmung auswählen.

Die Farbwiedergabe wird im Handel auch absichtlich verschlechtert, um z. B. Fleischerzeugnisse appetitlich rot und nicht unangenehm grünlich erscheinen zu lassen. Schlechte Farbwiedergabe kann aber auch unbeabsichtigt dazu führen, dass Produkte wie z. B. Textilien im Geschäft anders aussehen als bei Tageslicht.

Zwischen der Farbtemperatur des Lichtes und der Farbwiedergabe bestehen nur mittelbare Zusammenhänge. Eine sehr gute Farbwiedergabe lässt sich jedoch in der Regel nicht mit Leuchtmitteln mit einer sehr geringen Farbtemperatur (rötliches Licht) erzeugen, da hier zu wenig kurzwelliges Licht enthalten ist.

Andere Verwendung des Begriffes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch im Druckwesen findet der Begriff Verwendung, siehe auch: Farbtoleranz.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans R. Ris: Beleuchtungstechnik für Praktiker. 2. Auflage, VDE-Verlag GmbH, Berlin-Offenbach, 1997, ISBN 3-8007-2163-5
  • Wilhelm Gerster: Moderne Beleuchtungssysteme für drinnen und draussen. 1. Auflage, Compact Verlag, München, 1997, ISBN
  • Horst Stöcker: Taschenbuch der Physik. 4. Auflage, Verlag Harry Deutsch, Frankfurt am Main, 2000, ISBN 3-8171-1628-4