Linienlampe

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Sockel S14d, opalweiß und transparent
Sockel S14s, Leuchtmittel (links) und Fassung (rechts), Aufsicht

Linienlampen sind Leuchtmittel in Röhrenform. Im länglichen Lampengehäuse befanden sich ursprünglich Glühfäden wie bei Glühlampen. Heutige Retrofits setzen auf energiesparende LEDs.

Einsatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Linienlampen waren in Bad, Küche und als Lichtleiste in Schränken beliebt. Auch in der Veranstaltungstechnik, speziell im Bereich der Bühnenshow, wurden Linienlampen zum Teil in großen Mengen eingesetzt. Durch ihre relativ große Oberfläche bieten sie ein verteiltes, blendfreies Licht. Im Gegensatz zu Leuchtstofflampen, die überwiegend mit einer höheren Farbtemperatur und einem niedrigeren Farbwiedergabeindex zum Einsatz kamen, kombinierten sie das warmweiße Licht von Glühlampen mit der Form kleiner Leuchtstofflampen.

Bauformen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Linienlampen werden in den Längen 300, 500, 1000 mm hergestellt; der Durchmesser beträgt in allen Varianten rund 30 mm. Die Linienlampe gibt es in den Ausführungen opalweiß und transparent.

Beim Lampensockel gibt es zwei verschiedene Abschlusstypen nach IEC 7004-112:

  • Beim Sockel S14d besitzt eine Linienlampe nur einen Sockel in der Mitte für eine elegante Befestigung.
  • Beim Sockel S14s verfügt die Linienlampe über zwei Sockel jeweils am äußeren Ende zur stabileren Befestigung, die auch in einen getrennten Gehäuse untergebracht sein können. Die 1000-mm-Linienlampen sind nur mit zwei Sockeln verfügbar.

Bei den Fassungen werden teilweise die Kontakte durch Sicherheitsschalter stromlos geschaltet, wenn kein Leuchtmittel eingesteckt ist.

Leuchtmittel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Linienlampe ist in drei verschiedenen Leuchtmitteln anzutreffen.

Klassische Linienlampen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zerbrochener Glaskolben mit Glühfaden (fein/oben), Abstandshaltern, Glastropfen zur Isolation und Trägerdraht mit Abstützungen

Die klassischen Linienlampen mit der Energieeffizienzklasse „G“ waren bis zum Verbot zum 31. Dezember 2012 nach der Ökodesign-Richtlinie 2005/32/EG unter folgenden Markennamen erhältlich:

  • Kristallina von Radium (klarer Glaskolben)
  • Linestra von Osram
  • Philinea von Philips
  • Ralina von Radium

Der Preis für eine klassische Linenlampe lag deutlich über dem einer damals vergleichbaren klassischen Leuchtstofflampe. Allerdings waren die Fassungen damals wesentlich günstiger, da sie ohne Vorschaltgerät auskommen. Bauartbedingt gab es keine Einschaltverzögerung und das Licht flackerte beim Einschalten nicht.

Energiespar-Linienlampen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Markteinführung von LED-Linienlampen wurden auch Energiespar-Linienlampen mit der Energieeffizienzklasse „B“ hergestellt, die technisch Kompaktleuchtstofflampen mit elektronischem Vorschaltgerät entsprachen. Am 1. April 2015 wurde nach der EU-Richtlinie Herstellung und Verkauf von Leuchtmitteln verboten, die Quecksilber enthalten und eine Lichtausbeute von unter 80 Lumen pro Watt haben.[1] Seit dem 31. Dezember 2018 gilt nach der EU-Quecksilber-Verordnung für die Kompaktleuchtstofflampe ein Aus- und Einfuhr- sowie Herstellungsverbot.[2]

LED-Linienlampen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2016 dominieren LED-Varianten mit Energieeffizienzklasse „A“ den Retrofit-Markt für Linienlampen. Im Inneren befinden sich neben dem Treiber eine mit LED-Chips bestückte Platine. Wegen der gerichteten Abstrahlung der LEDs wird zur Diffusion oft ein opaler Kolben aus Glas oder Kunststoff verbaut.

LED-Leuchtfaden-Linienlampen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es sind auch transparente LED-Linienlampen erhältlich, die auf Basis von LED-Leuchtfäden (englisch LED filaments) aufgebaut sind, die die Anmutung klassischer transparenter Linienlampen imitieren und mit einem Abstrahlwinkel von 360° leuchten.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Incandescent light bulbs with S14 base – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Andreas Sebayang: Ineffiziente Leuchtmittel: Erweitertes Lampenverbot tritt in Kraft. In: golem.de. 1. April 2015, abgerufen am 14. Oktober 2019.
  2. Schrittweises Verbot für quecksilberhaltige Produkte. Pressemitteilung Nr. 001/18. In: bmu.de. 4. Januar 2018, abgerufen am 14. Oktober 2019.