Lo 100

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Lo 100, Zwergreiher

Die Lo 100 „Zwergreiher“ ist ein Segelkunstflugzeug in Holzbauweise. Der Entwurf von Alfred Vogt war die erste voll kunstflugtaugliche Neukonstruktion nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland. Ende der 1950er Jahre wurden die Lizenzbaurechte vom „Burgfalke Flugzeugbau“ in Burglengenfeld erworben.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Lo 100 geht zurück auf den von Vogt 1935 entwickelten Kleinsegler (Spannweite 10,50 m) Lo 105, der erst 1943 eingeflogen und erprobt werden konnte. Als Weiterentwicklung der Lo 105 wurde 1952 in 3½ Monaten die Lo 100 konstruiert und gebaut. Der Erstflug des Prototyps erfolgte beim Segelfliegertreffen auf dem Klippeneck im gleichen Jahr. Anschließend wurde die Lo 100 einer Abschlusserprobung in Kufstein unterzogen. Die 1953 hieraus entwickelte Lo 150 besitzt einen zweiteiligen Tragflügel mit 15 m Spannweite.

Lo 100, D-0546, Kunstflugwoche Bitburg 2007
Lo 100, D-0546, Kamen-Heeren

Die Bezeichnung Lo wählte Vogt zu Ehren seines Bruders Lothar, mit dem er die Lo 105 entwickelt hatte. Lothar verstarb im September 1938 an den Folgen einer im Winter bei Segelflügen zugezogenen Lungenentzündung.

Konstruktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Lo 100 ist ein einsitziger freitragender Hochdecker in Ganzholzbauweise. Um den Belastungen des Kunstflugs gerecht zu werden, erhielt der einteilige Tragflügel einen durchgehenden Hauptholm aus Buchenschichtholz (TBu 20) und eine sperrholzbeplankte Torsionsnase. Die Wölbklappen können als Landehilfe bis 45° ausgefahren werden. Beim Landeanflug muss das Flugzeug im Seitengleitflug (Slip) an den Boden herangeführt werden, da es keine Störklappen besitzt.

Der Rumpf ist in Holzschalenbauweise mit ovalem Querschnitt ausgeführt und besitzt eine Bug- und Seitenwandkupplung zum Schleppen. Das freitragende Normalleitwerk ist ebenfalls in Holzbauweise konstruiert. Die Tragfläche ist vor dem Holm sperrholzbeplankt, dahinter stoffbespannt. Das Fahrwerk besteht aus einem verdeckten Einzelrad mit einer Zentralkufe.

Lo 100, D-0546 und D-6212 in Kamen-Heeren

Technische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kenngröße Daten
Spannweite 10,00 m
max. Flächenbelastung 23,8 daN/m² (kg/m²)
Flügelfläche 10,90 m²
Streckung 9,17
V- und Pfeilform
Profil Clark Y, Dicke 11,6 %
Landehilfen Wölbklappen
Höhe über alles 1,38 m
Länge 6,21 m
Fahrwerk Rad mit Kufe
Höchstgeschwindigkeit 290 km/h
Überziehgeschwindigkeit 40–50 km/h
Rüstmasse 160 kg
max. Flugmasse 265 kg
max. Flugmasse (Kunstflug) 245 kg
geringstes Sinken 0,80 m/s bei 72 km/h
bestes Gleiten ca. 28 bei 85 km/h

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dietmar Geistmann, Die Segelflugzeuge in Deutschland, ISBN 3-87943-618-5
  • Georg Brütting, Die berühmtesten Segelflugzeuge, ISBN 3-613-02296-6
  • Martin Simons, Segelflugzeuge Band 2 1945–1965, EQIP Verlag Königswinter bei Bonn
  • Peter Mallinson und Mike Wollard, Handbuch des Segelkunstflugs, EQIP Verlag Königswinter bei Bonn
  • Eric Müller, Upside Down Faszination und Technik des Kunstflugs, ISBN 3-517-01212-2
  • Karlheinz Kens: Flugzeugtypen – Typenbuch der internationalen Luftfahrt. 4. Ausgabe. Carl Lange Verlag, Duisburg, 1963.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lo 100 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien