Lothringer13/laden

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Darstellung des Moon-Hoax in einer Ausstellung von Anne Hacket und Alexis Dworsky über „Verschwörungstheorien“, 2004
Innenansicht des Lothringer13/laden, Ausstellung „Schaum“ von Tommy Schmidt und Josef Trattner, 2005

Der Lothringer13/laden ist eine Einrichtung des Kulturreferats der Landeshauptstadt München. Er ist autonomer Bestandteil des Kunst- und Kulturkomplexes Lothringer13.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ins Leben gerufen wurde Lothringer13/laden 2000 von Julian Nida-Rümelin. Seither hat er sich überregional als Plattform für Medienkunst etabliert. Der Fokus liegt dabei auf einem interdisziplinären Rahmenprogramm. Der Kunsthistoriker Wolfgang Ullrich bezeichnet die Praxis des Lothringer13/laden, dabei kunstfremde Personen und deren Aktivitäten ins Rahmenprogramm der Ausstellungen einzubinden, als „soziales Readymade“. Die eigentliche Ausstellung wird hierbei zur Plattform verschiedenster Aktivitäten und Veranstaltungen. Dass dabei oftmals gängige Konventionen des Kunstbetriebs hinterfragt und ausgehebelt werden, bringt dem Raum ambivalente Rezensionen ein. Während diesen Ansatz Netzforen und die „Medienszene“ teils frenetisch loben, wird er von konventionellen Kritikern skeptisch beurteilt oder gar abgelehnt.

Ausstellungen und Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jährlich finden etwa fünf Ausstellungen statt. Sowohl in deren Rahmenprogramm als auch von diesen unabhängig gibt es bis zu 50 Veranstaltungen pro Jahr. Exemplarisch seien als Künstler, bzw. Künstlergruppen hier monochrom und Heinrich Gartentor genannt. Als Veranstaltungen wurde zum Beispiel ein ironischer Bob-Ross-Malkurs oder eine Demonstration für die IT-Branche durch den Münchner Stadtteil Haidhausen abgehalten.

Neben dem Ausstellungs- und Veranstaltungsraum gibt es noch die Projektnische apollo13. Insbesondere junge, noch nicht etablierte Künstler können in der Schaufenstersituation ihre Arbeitsansätze präsentieren.

Residency[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2006 gibt es in Zusammenarbeit mit dem DOKU e.V. aus den Domagkateliers ein Residency-Stipendium: DoLoRes. Internationalen Künstlern wird hierbei die Möglichkeit geboten in München für etwa zwei Monate gratis zu wohnen, zu arbeiten und im Lothringer13/laden auszustellen.

Kuration[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kuratiert wird der Lothringer13/laden von einer sich stets stückweise ändernden Gruppe Kulturschaffender. Patrick Gruban, Angela Dorrer und Klara Hobza initiierten diesen Prozess 2000. Derzeit setzt sich das Team zusammen aus Christian Hartard (Kunsthistoriker und Künstler), Yvonne Leinfelder (Künstlerin), Heidi Mühlschlegel (Künstlerin), Carmen Runge (Künstlerin) und Verena Seibt (Künstlerin). Im Unterschied zum konventionellen Kunstbetrieb nimmt dieses Kuratorium aktiv an der Programmgestaltung teil, interveniert also teilweise auch künstlerisch.

Bis 2005 war die Kuratorengruppe auch unter dem Namen „program angels“ bekannt.

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten: 48° 7′ 39″ N, 11° 35′ 53″ O