Louis Raphaël I. Sako

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Louis Raphaël I Sako, November 2015 in Wien
Wappen

Louis Raphaël I. Sako, zuvor Louis Sako, (* 4. Juli 1948 in Zaxo, Irak) ist als Patriarch von Babylon Oberhaupt der chaldäisch-katholischen Kirche. Zuvor war er Erzbischof von Kirkuk.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Louis Sako studierte in Rom und Paris, promovierte in den Fächern Patristik und Religionsgeschichte in Rom und schloss ein Studium der Islamwissenschaft mit dem Lizentiat ab. Er spricht zwölf Sprachen, neben Arabisch unter anderem Deutsch, Englisch, Französisch und Italienisch.

1974 wurde er zum Priester geweiht. Er war Regens des chaldäischen Priesterseminars in Bagdad.

Im Jahr 2002 wurde er zum Erzbischof des Erzbistums Kirkuk gewählt, die päpstliche Bestätigung durch Papst Johannes Paul II. erfolgte aufgrund des Irakkriegs aber erst ein Jahr später[1]. Am 14. November 2003 empfing Sako durch seinen Vorgänger, Erzbischof André Sana, die Bischofsweihe; Mitkonsekratoren waren Shlemon Warduni, Weihbischof in Babylon, und Paulos Faraj Rahho, Erzbischof von Mosul.

Er wurde 2004 zum Vizepräsidenten des Provinzrates von Mosul gewählt und wurde Berater des Päpstlichen Rates für den Interreligiösen Dialog[2].

Sako kritisierte die Hinrichtung Saddam Husseins und sprach sich gegen die Anwesenheit von US-amerikanischen Truppen im Irak aus.[3]

Anlässlich des Ramadanbeginns im August 2009 formulierte Sako zusammen mit anderen religiösen Führern (u. a. Vertretern von Ali Sistani und Muktada al Sadr) einen Aufruf für Frieden, Versöhnung und ein Ende der Gewalt: „Wir sind alle Brüder, Söhne des gleichen Gottes, wir müssen uns gegenseitig respektieren und zusammenarbeiten für das Wohl der Menschen und das Wohl unseres Landes. Der Irak braucht Versöhnung und Dialog.“[4]

Im Jahr 2010 erhielt er den Friedenspreis der internationalen katholischen Friedensbewegung Pax Christi für seine jahrelange interreligiöse Friedensarbeit in Kirkuk.

Patriarch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Februar 2013 wurde er von der Bischofssynode der Chaldäisch-katholischen Kirche zum Patriarchen gewählt. Papst Benedikt XVI. gewährte ihm am gleichen Tag in einem Schreiben die sogenannte ecclesiastica communio (kirchliche Gemeinschaft).[5] Er folgte Kardinal Emmanuel III. Delly. Er gab sich den Namen Louis Raphaël I. Sako.

Im Juli 2014 initiierte Sako eine Kampagne gegen diejenigen sunnitischen Islamisten, die die Christen des Landes zwingen, entweder zu konvertieren, eine Abgabe zu zahlen oder aber durch das Schwert hingerichtet zu werden.[6]

Im September 2014 kritisierte er sowohl die Vereinigten Staaten „Die USA sind indirekt verantwortlich für das, was jetzt im Irak vor sich geht“ als auch die Anrainerstaaten: „Unsere muslimischen Nachbarn helfen uns nicht (...) ich bitte die muslimischen Prediger eindringlich, sich eindeutig gegen die Tötung jedweder unschuldiger Menschen auszusprechen. Eine Fatwa, dass Muslime keine Glaubensbrüder töten sollen, ist nicht genug.“[7]

Am 20. Mai 2018 gab Papst Franziskus seine Ernennung zum Kardinal bekannt, die im Konsistorium am 29. Juni desselben Jahres erfolgen soll.[8]

Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Louis Sako ist Mitglied folgender Untergliederungen der Römischen Kurie:

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Assenso del Santo Padre all’Elezione dell’Arcivescovo di Kerkuk dei Caldei (Iraq). In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, abgerufen am 22. Mai 2018 (italienisch).
  2. Erzbischof Sako von Kirkuk zu Gast im Studentenhaus Allenmoos. Opus Dei, 1. November 2004, abgerufen am 22. Mai 2018.
  3. Christen im Irak: Erzbischof im Interview – Kampf ums Überleben. In: Interview mit Alexander Brüggemann und Viola van Melis (KNA). Domradio, 19. Januar 2008, abgerufen am 22. Mai 2018.
  4. In Kirkuk Christian and Muslim leaders for dialogue and reconciliation. Asianews.it, 29. August 2009, abgerufen am 22. Mai 2018 (englisch).
  5. Chaldean Catholic bishops elect Kirkuk archbishop as new patriarch. Catholic News Service, 2. April 2013, abgerufen am 22. Mai 2018 (englisch).
  6. Dominic Evans, Raheem Salman: Iraq Catholic leader says Islamic State worse than Genghis Khan. Reuters, 20. Juli 2014, abgerufen am 22. Mai 2018 (englisch).
  7. In Kirkuk Christian and Muslim leaders for dialogue and reconciliation. The Daily Star, 29. August 2009, abgerufen am 23. September 2014 (englisch).
  8. Annuncio di Concistoro il 29 giugno per la creazione di nuovi Cardinali. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 20. Mai 2018, abgerufen am 20. Mai 2018 (italienisch).
  9. Conferme e Nomine nella Congregazione per le Chiese Orientali. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 19. Februar 2014, abgerufen am 22. Mai 2018 (italienisch).
  10. Conferma del Presidente e del Segretario del Pontificio Consiglio per il Dialogo Interreligioso e Nomine e Conferme di Membri e Consultori del Medesimo Dicastero. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 29. März 2014, abgerufen am 22. Mai 2018 (italienisch).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Louis Raphaël I Sako – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
VorgängerAmtNachfolger
Emmanuel III. DellyPatriarch von Babylon
seit 2013
...
André SanaErzbischof von Kirkuk
2003–2013
Yousif Thomas Mirkis OP