Zaxo

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Zaxo
Lage
Zaxo (Irak)
Zaxo
Zaxo
Koordinaten 37° 9′ N, 42° 41′ OKoordinaten: 37° 9′ N, 42° 41′ O
Staat Irak
Autonome Region Kurdistan
Gouvernement Dahuk
Basisdaten
Einwohner 350,000 (2012)[1]
Blick auf Zaxo
Blick auf Zaxo

Zaxo (kurdisch زاخۆ Zaxo; arabisch زاخو, DMG Zāḫū) ist eine Großstadt mit etwa 350.000 Einwohnern[1] im Gouvernement Dahuk der Autonomen Region Kurdistan im Irak.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zaxo ist die nördlichst gelegene Stadt der Autonomen Region Kurdistan und liegt an der Grenze zur Türkei, auf der Route vom Grenzübergang Ibrahim Khalil nach Mosul. Durch ihre besondere Lage hat die Stadt Zaxo einen essentiellen logistischen Einfluss auf den Güterverkehr in die autonome Region Kurdistan und in den Irak.

Der Fluss Xabûr floss bei der Entstehung der Stadt um diese herum.[2][3] Nach der flächenmäßigen Vergrößerung Zaxos teilt der Xabûr nun die Stadt, wobei der Großteil der Fläche noch von dem Fluss umgeben ist. Es gibt vier Brücken über den Fluss, von denen die Delal-Brücke wohl aus der Zeit der Abbasiden stammt.

Delal-Brücke (kurdisch Pira Delal)

Vor dem Aufkommen der Automobile war Zaxo, bedingt durch den Fluss, eine wichtige Stadt. Eventuell ist Zaxo mit der Stadt Bēṭzākḥū, das in einem syrisch-aramäischen Manuskript aus dem 11. Jahrhundert erwähnt wird, identisch.

Sharansh-Wasserfall, nördlich von Zaxo

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Klima in Zaxo ist warm. Der Sommer ist trocken und heiß, der Winter regenreich und kalt. In den Monaten Juni bis September gibt es fast keinen Niederschlag. Das Klima der Stadt Zaxo ist verglichen mit der gesamten Kurdistan-Region regenreicher und kühler.

Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Zaxo
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 10 12 17 22 29 36 41 40 36 28 19 12 Ø 25,2
Min. Temperatur (°C) 2 3 6 10 15 20 24 23 19 14 9 4 Ø 12,5
Temperatur (°C) 6 8 12 16 22 28 32 32 28 21 14 8 Ø 19
Niederschlag (mm) 144 133 127 108 42 0 0 0 1 27 82 126 Σ 790
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
10
2
12
3
17
6
22
10
29
15
36
20
41
24
40
23
36
19
28
14
19
9
12
4
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
144
133
127
108
42
0
0
0
1
27
82
126
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Einwohner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die meisten Bewohner der Stadt sind Kurden, die eine Variante des Kurmandschi, das Bahdini, sprechen. Historisch gesehen hatten die kurdischen Feudalherren aus Şemdinli, das heute ein Teil der Türkei ist, großen Einfluss auf Zaxo. Des Weiteren gab es in Zaxo christliche und jüdische Gemeinden. Die Religionsgruppen lebten in eigenen Stadtvierteln friedlich miteinander. Nach der Gründung des Staates Israel sind viele kurdische Juden ausgewandert. Vor der Auswanderung lebten etwa 350 jüdische Familien in der Stadt. Die Christen der Stadt setzen sich aus Aramäern und Armeniern zusammen. Zusammen machten sie 1992 etwa 5000 Menschen aus.

Während des Zweiten Golfkrieges wuchs die Einwohnerzahl durch die massive Flucht der Kurden gegen Norden sehr stark an. Die Stadt ist heute ein Teil der Autonomen Region Kurdistan.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt ist seit Juli 2010 Sitz der Universität Zaxo.[4] Damit gehört die Universität Zaxo zu den 11 staatlichen Hochschulen der autonomen Region.[5]

Herkunft des Namens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Ansicht der Encyclopaedia of Islam, Second Edition, ist der Name aramäischen Ursprungs und bedeutet „Sieg“. Ob die Stadt „bēt̲zāk̲h̲ū“ („Haus der Sieges“), die in einem aramäischen Manuskript aus dem 11. Jahrhundert erwähnt werde, mit dem heutigen Zaxo identisch sei, sei unklar.[6]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Zaxo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Directorate of Health in Zakho, Directorate General of Health / Duhok. Abgerufen am 1. Februar 2014.
  2. Mordechai Zaken: Jewish Subjects and Their Tribal Chieftains in Kurdistan: A Study in Survival. Chapter One / Zakho. BRILL, 2007, ISBN 90-04-16190-2, S. 33 (google.com [abgerufen am 10. Mai 2016]).
  3. Haya Gavish: Unwitting Zionists: The Jewish Community of Zakho in Iraqi Kurdistan. Zakho, an Island in the River. Wayne State University Press, 2010, ISBN 0-8143-3366-4, S. 13 (google.com [abgerufen am 10. Mai 2016]).
  4. About UoZ, Homepage der Universität.
  5. Universities in the Kurdistan Region, Homepage der Kurdistan Regierung.
  6. Encyclopaedia of Islam Second Edition, s.v. ZĀK̲H̲Ū.