Louvre-Lens

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Außenansicht des Museums
Plan des Museums
Die Freiheit führt das Volk, berühmtes Gemälde von Eugène Delacroix, temporäre Ausstellung im Louvre-Lens.
Ixion König der Lapithen von Juno getäuscht, Gemälde von Peter Paul Rubens, temporäre Ausstellung im Louvre-Lens.

Der Louvre-Lens ist ein Kunstmuseum in der nordfranzösischen Stadt Lens im Département Pas-de-Calais. Es wurde am 4. Dezember 2012 durch den französischen Staatspräsidenten François Hollande eröffnet[1] und am 12. Dezember 2012 der Öffentlichkeit übergeben.[2] Der Eintritt im ersten Jahr war frei.[3]

Das Museum zeigt Kunstwerke aus allen Abteilungen des Pariser Louvre vom 3. Jahrtausend v. Chr. bis 1850.

Gebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Museum befindet sich auf dem aufgelassenen Gelände der Zeche Nr. 9, die von 1886 bis 1980 Steinkohle förderte. Das Gelände ist 20 Hektar groß und liegt etwa zwei Kilometer westlich der Innenstadt. Die Baukosten werden mit 150 Millionen Euro angegeben, wovon 60 Prozent durch die Region Nord-Pas-de-Calais getragen werden. Es gibt fünf Gebäudeteile, darunter im Zentrum die 68 mal 55 Meter große Eingangshalle. Links davon gibt es ein Gebäude für Sonderausstellungen und einen 300 Personen fassenden Hörsaal, rechts davon ein 130 Meter langes Hauptausstellungsgebäude und ein weiteres Gebäude für die Dauerausstellung, beide mit Oberlicht.

Das Gebäude wurde von den Architekten Kazuyo Sejima und Ryūe Nishizawa vom Architekturbüro SANAA entworfen. Der Wettbewerb begann 2005; 120 Architekten aus der ganzen Welt hatten sich beteiligt. Tragwerksplaner waren Bollinger und Grohmann.

Ein Landschaftsgarten von Catherine Mosbach soll die Gebäude umrahmen.[4] Es besteht die Hoffnung, dass das Haus ähnlich dem Centre Pompidou-Metz oder dem Guggenheim-Museum Bilbao zur touristischen Belebung der strukturschwachen Region des ehemaligen Nordfranzösischen Kohlereviers beiträgt.[5] Dieses ist seit 2012 UNESCO-Welterbe. In den ersten drei Monaten wurde das Museum von rund 300.000 Menschen besucht.[6]

Kuratorisches Konzept[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dauerausstellung befindet sich in der sogenannten Grande Galerie, in der seit 2012 für einen Zeitraum von fünf Jahren die Galerie du Temps mit Leihgaben des Louvre eingerichtet wurde. Hier werden Kunstwerke jeder Technik und jedes kulturellen Kontextes in einem Raum gemäß ihrer Chronologie auf 3000 m² gezeigt.[7] Es sind Objekte aus 5000 Jahren Kulturgeschichte vertreten. Keines der Kunstwerke ist an den Seitenwänden ausgestellt, vielmehr sind die Werke in relativer Nähe im Raum verteilt. Im jährlichen Turnus werden Objekte ausgetauscht. Zugrunde liegt, wie der Direktor Henri Loyrette in einem Interview erläuterte, die Idee des Universalmuseums und dessen Synthese.[8]

Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Louvre-Lens – Die Galerie der Zeit. Dokumentarfilm, Frankreich, 2012, 52 Min., Buch und Regie: Michaël Gaumnitz, Produktion: arte France, AMIP, Musée du Louvre, deutsche Erstsendung: 16. Dezember 2012 bei arte.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Louvre-Lens – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zweiter Louvre in Lens: Bekannte Kunstwerke in gebeutelter Gegend. In: Focus Online. 4. Dezember 2012, abgerufen am 4. Dezember 2012.
  2. Meldung auf der Seite der französischen Fremdenverkehrsorganisation (dt.) (Memento des Originals vom 1. November 2012 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/de.franceguide.com, abgerufen am 14. November 2012
  3. Stefan Simons: Ein Louvre für die Hinterwäldler. In: Spiegel online vom 20. November 2012.
  4. Rowan Moore: Louvre-Lens – review. In: The Guardian vom 4. November 2012 (engl.), aufgerufen am 20. Dezember 2012
  5. Museum Louvre: Der Aufschwung bleibt aus. Abgerufen am 18. August 2018 (deutsch).
  6. Marion Coquet: Louvre-Lens: „Notre but est de faire decouvrir aux visiteurs ce qu’ils ne connaissent pas.“, lepoint.fr vom 12. März 2013, abgerufen am 12. März 2013 (frz.)
  7. La Galerie du temps - Louvre-Lens. In: Louvre-Lens. (louvrelens.fr [abgerufen am 18. August 2018]).
  8. «Lens sera une synthèse du Louvre». In: FIGARO. 16. April 2012 (lefigaro.fr [abgerufen am 18. August 2018]).

Koordinaten: 50° 25′ 50″ N, 2° 48′ 12″ O