Ludolf Albrecht

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Skulptur Die Tänzerin im Jenischpark

Ludolf Albrecht (* 16. Januar 1884 in Haigerloch; † 22. Januar 1955 in Schenefeld) war ein deutscher Bildhauer und Gold- und Silberschmied.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1893 lebte Ludolf Albrecht in Hamburg. Er machte eine Goldschmiedelehre bei Alexander Schönauer. Anschließend ging er nach München, um ein Bildhauerstudium an der Kunstgewerbeschule zu absolvieren. Seine Lehrer waren Rupert von Miller und Heinrich Waderé. Von 1908 an nahm er Unterricht an der Kunstgewerbeschule Hamburg bei Richard Luksch. Von 1908 bis 1910 unterrichtete er dort selbst. Alfred Lichtwark, der Direktor der Hamburger Kunsthalle, und Hamburgs Oberbaudirektor Fritz Schumacher unterstützen ihn bei dem Vorhaben, sich als freiberuflicher Künstler niederzulassen. Zu seinen öffentlichen Aufträgen jener Zeit gehörte die Skulptur Die Tänzerin, die im Hamburger Jenischpark zu sehen war.[1] 1914 wurde er Mitglied im Hamburger Künstlerverein von 1832. Von 1923 an lebte und arbeitete er in Schenefeld. Er heiratete und wurde Vater einer Tochter.

Skulptur von Ludolf Albrecht in Hamburg-Dulsberg

1919 wurde Ludolf Albrecht in die Künstlervereinigung Hamburgische Sezession aufgenommen, trat 1920 wieder aus, um zur Hamburgischen Künstlerschaft zu wechseln, wo er 1930 zum Vorsitzenden gewählt wurde. Während der Weltwirtschaftskrise engagierte er sich für die Unterstützung notleidender Künstlerkollegen.

Mit dem Aufkommen nationalsozialistischer Ideen wurde er im Kampfbund für deutsche Kultur aktiv. 1933 beteiligte er sich an der Organisation der Gleichschaltung deutscher Künstlerverbände mit dem Ausschluss jüdischer und avantgardistischer Mitglieder. Er gehörte zu den Denunzianten des Kunsthistorikers und Denkmalpflegers Hermann Röver, der daraufhin aus dem Amt entlassen wurde.

Albrechts eigene Arbeiten dieser Zeit entsprachen dem nationalsozialistischen Kunstverständnis: sportlich bewegte Bronzefiguren in naturalistischem Stil, tanzende oder ballspielende Aktfiguren, Mutter-Kind-Gruppen und monumentale Soldaten- und Bauernfiguren, Gefallenendenkmale. Er schuf Hoheitszeichen und Reichsadler, fertigte Keramiken, Kupferarbeiten, Kleinplastiken, arbeitete mit Silber, Sandstein, Granit und Marmor.

Nach Kriegsende schloss er sich dem Berufsverband Bildender Künstler an. Ein berufsständiges Ehrengericht, das sich mit seinen Aktivitäten während der Zeit des Nationalsozialismus auseinandersetzte, schloss ihn 1951 aus dem Berufsverband aus. Albrecht gründete daraufhin die Künstlergilde des Kreises Pinneberg und übernahm bis 1955, dem Jahr seines Todes, den Vorsitz.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gustav Pauli, Peter Hirschfeld, Karl Wilhelm Tesdorpf, Hans Leip: Hundert Jahre Hamburger Kunst. 1832–1932. Verlag Br. Sachse, Hamburg 1932, S. 60 (Digitalisat).
  • Familie Kay Rump, Maike Bruhns: Der neue Rump. Lexikon der bildenden Künstler Hamburgs, 2. Auflage. Wachholtz-Verlag, Neumünster/Hamburg 2013, ISBN 978-3-529-02792-5, S. 11.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Tänzerin im Jenischpark (Elbe-Wochenblatt online) (Memento vom 26. April 2016 im Internet Archive)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ludolf Albrecht – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien