Ludwig von Bodelschwingh

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Ludwig Karl Christoph von Bodelschwingh

Ludwig Carl Christoph von Bodelschwingh (* 6. Juli 1811 in Hamm; † 27. Oktober 1879 in Bonn) war von 1872 bis 1876 Oberpräsident in Hessen-Nassau.

Er entstammte der westfälischen Uradelsfamilie von Bodelschwingh. Er war der Sohn des preußischen Majors Gisbert von Bodelschwingh und dessen zweiter Ehefrau Karoline von Sudthausen. Er heiratete am 22. Mai 1844 in Haus Bodelschwingh Marie geborene von Vietsch (* 19. Februar 1824 in Düsseldorf; † 25. Juli 1888 ebenda), die Tochter des preußischen Majors Eugen von Vietsch. Aus der Ehe gingen ein Sohn und vier Töchter hervor.

Von Bodelschwingh besuchte das Gymnasium in Hamm und die Universität Göttingen (ab 1828) und Berlin (ab 1830). Am 17. September 1831 legte er die erste Staatsprüfung (mit "sehr gut") ab. 1830 bis 1831 leistet er Militärdienst beim Garde-Schützen-Bataillon Berlin. Seine Referendariatszeit verbrachte er ab 1831 beim Oberlandesgericht Hamm und am Land- und Stadtgericht Hamm. Am 9. September 1833 bestand er das Referndariatgsexamen, erneut mit „sehr gut“. Ab dem 10 Oktober 1833 war er Oberlandesgerichtsreferent und ab dem 10. Mai 1839 Oberlandesgerichtsassessor in Hamm.

Wenige Jahre darauf wechselte er als Justitiar in den Verwaltungsdienst bei der Regierung in Minden über und blieb fortan Verwaltungsbeamter.

Von Minden wurde er als Regierungsrat an das Oberpräsidium der Provinz Sachsen in Magdeburg versetzt, wo er im Jahre 1848 nebenamtlich als Kommissar für den unter staatlicher Beteiligung durchgeführten Eisenbahnbau tätig war. Aus Magdeburg führte ihn sein Weg im Jahre 1850 als Abteilungsdirigent an die Regierung in Königsberg, 1851 nach Münster. Am 25. März 1852 war er der Unparteiische im Duell Vincke–Bismarck.

Im Jahre 1853 wirkte er als Vizepräsident der Regierung in Stettin. Aus dieser Tätigkeit wurde er zwei Jahre später als Direktor der Abteilung für Domänen und Forsten in das Finanzministerium berufen und gleichzeitig zum Wirklichen Geheimen Oberfinanzrat ernannt. Nach mehr als zehnjährigem Wirken im Ministerium kehrte er auf seinen eigenen Wunsch an den Ausgangsort seiner Verwaltungslaufbahn zurück und wurde Regierungspräsident in Minden.

Im Anschluss wurde er zum Oberpräsident in Hessen-Nassau berufen. An der Planung für den Bau des Verwaltungsgebäudes der Regierung hat er bestimmenden Anteil genommen. Von Bodelschwingh wurde bei seinem Abschied zum Wirklichen Geheimen Rat ernannt.

Nach seinem Ausscheiden lebte er bis zu seinem Tode im Jahre 1879 in Bonn.

Er war seit dem 22. Mai 1844 verheiratet mit Marie Freiderike Karoline Eleonore Gisbertine von Vietsch (* 19. Februar 1824; † 27. September 1879). Seine Frau starb genau einen Monat vor ihm.

1849 bis 1852 war er Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses (Rechte).

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Thomas Klein: Leitende Beamte der allgemeinen Verwaltung in der preußischen Provinz Hessen-Nassau und in Waldeck 1867–1945. (=Quellen und Forschungen zur hessischen Geschichte, 70; Hrsg. Hessische Historische Kommission Darmstadt und Historische Kommission für Hessen), Darmstadt/Marburg 1988, ISBN 3-88443-159-5, S. 100.

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