Luigi Ciotti

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Luigi Ciotti (2007)

Luigi Ciotti (* 10. September 1945 in Pieve di Cadore)[1], auch bekannt als Don Ciotti, ist ein italienischer römisch-katholischer Geistlicher und prominenter Mafia-Gegner. Er gilt gleichzeitig als „bekanntester“ und „am meisten gefährdeter“[2] Geistlicher Italiens. Er ist der Begründer der Anti-Mafia-Vereinigung Libera und der Monatszeitschrift Narcomafie, die sich mit der organisierten Kriminalität in Italien befasst.

Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1965 gründete Ciotti mit Freunden die Vereinigung „Gruppo Abele“ mit dem Ziel, kriminell gewordene Jugendliche sowie Drogenabhängige zu unterstützen. Nach seinem Theologiestudium und der Priesterweihe arbeitete er als Straßenpriester (prete di strada) und engagierte sich in sozialen Brennpunkten. Nach mehreren Aufenthalten in Süditalien machte Ciotti den Kampf gegen die Mafia zu seinem Lebensinhalt, insbesondere durch die Gründung von Libera. Dieser Vereinigung wurden inzwischen von Staats wegen mehrere Hundert Hektar von Mafia-Mitgliedern beschlagnahmten Grundbesitzes übertragen. Libera organisiert auf diesem Land mit ehemaligen Kriminellen, Drogenabhängigen sowie mit Arbeitslosen und Mafiaaussteigern landwirtschaftliche Betriebe.[2] Mehrfach verübte die Mafia seither Anschläge auf Ciottis Projekte. 2013 wurden Morddrohungen der Mafia gegen Ciotti bekannt, die zunächst aber noch nicht öffentlich gemacht wurden.[3] Seit Mitte 2014 steht Ciotti, der in Turin lebt, unter ständigem Polizeischutz. Rund zehn Polizisten überwachen ihn rund um die Uhr, somit ist er intensiver geschützt als die meisten italienischen Mafia-Ermittler.[2]

Für 2016 wurde Ciotti der Mietek Pemper Preis der Universität Augsburg für Versöhnung und Völkerverständigung zugesprochen.[4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Luigi Ciotti – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ciottis Biografie in der Enciclopedia Multimediale delle Scienze Filosofiche. Abgerufen am 24. November 2014.
  2. a b c Thomas Migge: Cappuccino nur nach Voranmeldung. In: Schwäbische Zeitung, 22. November 2014
  3. Annette Langer: Morddrohungen gegen Anti-Mafia-Priester: „Ciotti, Ciotti, den können wir ruhig umbringen“. Spiegel Online, abgerufen am 24. November 2014.
  4. Klaus P. Prem: Der Geschmack der Legalität. Universität Augsburg, Pressemitteilung vom 19. Oktober 2016 beim Informationsdienst Wissenschaft (idw-online.de), abgerufen am 19. Oktober 2016.