Luigi Legnani

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Luigi Rinaldo Legnani)
Wechseln zu: Navigation, Suche

Luigi Rinaldo Legnani (* 7. November 1790 in Ferrara; † 5. August 1877 in Ravenna) war ein italienischer Sänger, Gitarrist, Komponist und Instrumentenbauer.

Leben[Bearbeiten]

Mit 17 Jahren sang Legnani Opernpartien im alten Theater zu Ravenna und konzertierte dort 1816 und später auch in Mailand als Gitarrist.

Ab 1819 wirkte Legnani für einige Jahre als Gitarrist in Wien. Josef Zuth definiert den Einfluss Legnanis auf die Wiener Gitarristik zweifach: Einerseits habe seine virtuose Spieltechnik die "Grenzen des Erreichbaren" aufgezeigt, andererseits habe Legnani mit dem von ihm gespielten Gitarrenmodell den Wiener Gitarrenbauern, vor allem Johann Georg Stauffer und dessen Sohn Johann Anton, wesentliche Impulse gegeben.[1]

1835 traf er in Genua auf Niccolò Paganini und trat mit ihm in zumindest einem gemeinsamen Konzert auf (eine Anzeige eines Konzerts im Corignano-Theater zu Turin am 9. Juni 1837 hat sich erhalten). 1838 konzertierte Legnani in Dresden und München, 1842 in Madrid.

1850 begab er sich zurück nach Ravenna, wo er bis zu seinem Tode als Gitarren- und Violinenbauer arbeitete.[2]

Werk[Bearbeiten]

Legnanis Werke erreichen die Opuszahl 250 und bieten ein reiches Spektrum von Solo- und Kammermusikwerken für Gitarre. Besondere Bekanntheit erlangten die 36 Capricen (Op. 20), unter anderem wegen ihrer teilweise sehr hohen Anforderungen an die Spielgeschwindigkeit.

Literatur[Bearbeiten]

  • Simon Wynberg: Introduction. In: Luigi Legnani: 36 Caprices Op. 20 in all major and minor keys. Heidelberg: Chanterelle, 1986
  • Daniela Rossato: Luigi Rinaldo Legnani, nova giulianiad 7/85, S.154 ff. Onlineversion

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Josef Zuth: Simon Molitor und die Wiener Gitarristik um 1800. Wien, 1920, Textfassung online verfügbar
  2. Graham Wade: A Consice history of the Classical Guitar. Pacific: Mel Bay, 2001, S. 85