Luitpoldhain (Nürnberg)

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Der Luitpoldhain ist ein Park in Nürnberg.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Luitpoldhain liegt im Nürnberger Südosten nordwestlich des Volksparks Dutzendteich und erstreckt sich zwischen Münchner Straße, Bayernstraße und Schultheißallee. Am nördlichen Rand steht die Meistersingerhalle. Im Süden führt eine Fußgängerbrücke über die Bayernstraße zum Volksfestplatz. Zusammen mit dem Volkspark Dutzendteich hat der Park eine Größe von 133,6 Hektar.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Luitpoldhain vom Gefallenenehrenmal aus gesehen (Juli 2010)
Ansicht auf den Luitpoldhain mit Ehrenhalle, 2011.

Seit dem 17. Jahrhundert war das Gebiet des Luitpoldhains Teil des Dutzendteichgeländes (siehe Volkspark Dutzendteich). Nürnberg, ein wichtiger Industriestandort, richtete 1906 zum 100-jährigen Jubiläum der Zugehörigkeit zu Bayern die Bayerische Jubiläums-, Landes-, Industrie-, Gewerbe- und Kunstausstellung aus. Dafür wurde nördlich des Dutzendteiches auf 700.000 m² Fläche eine Parklandschaft angelegt und Gebäude mit jugendstilähnlichen Fassaden errichtet. Der nördliche Teil des Ausstellungsgeländes wurde zu Ehren des damaligen Prinzregenten Luitpold "Luitpoldhain" genannt. Die für die Ausstellung errichteten Gebäude wurden bis auf einen Leuchtturm und die Maschinenhalle wieder abgetragen. Die Maschinenhalle erhielt nach dem Umbau zur Veranstaltungshalle den Namen Luitpoldhalle.

1912 wurde auf einem Teil des Geländes der Jubiläumsausstellung und an den so genannten Nummerweihern der Tiergarten mit über 800 Tieren angesiedelt. 1939 zog er an seinen heutigen Standort am Schmausenbuck um.

1927 kamen die Nationalsozialisten zum ersten Mal nach Nürnberg, um ihren Reichsparteitag zu veranstalten und wählten dazu den Luitpoldhain. Als der Reichsparteitag 1929 zum zweiten Mal in Nürnberg stattfand, nutzten die Nazis das eben fertiggestellte Gefallenenehrenmal. Diese sogenannte Ehrenhalle war von der Stadt auf der östlichen Seite des Hains zum Gedenken an die Toten des ersten Weltkriegs errichtet worden (Architekt: Fritz Mayer).

Nach der Machtergreifung 1933 fand im Luitpoldhain der Reichsparteitag des Sieges statt. Im Vergleich zu den späteren Veranstaltungen wirkte er geradezu improvisiert: Hitler sprach im Luitpoldhain und auf der Zeppelinwiese noch auf aus Holz gezimmerten Tribünen.[1]

Ab 1933 wurde die Parkanlage des Luitpoldhains im Rahmen der Planungen des Reichsparteitagsgeländes durch eine streng gegliederte Aufmarschfläche ersetzt, der sogenannten Luitpoldarena mit einer Fläche von 84.000 m². Gegenüber der Ehrenhalle errichtete man eine Rednertribüne. An der Ehrenhalle selbst wurde primär der Gefallenen des Hitlerputsches von 1923 gedacht. Die direkte Verbindung zwischen Tribüne und Halle bestand aus einem breiten Granitweg.

In diesem Ensemble fanden während der Reichsparteitage die Aufmärsche von SA und SS mit bis zu 150.000 Menschen statt. Zentrale „Reliquie“ war die Blutfahne, die angeblich beim Hitlerputsch von den Putschisten mitgeführt worden war. Bei der Blutfahnenweihe wurden neue Standarten von SA- und SS-Einheiten durch Berührung mit der Blutfahne „geweiht“.

Bei einem der ersten Luftangriffe auf Nürnberg wurde am 28./29. August 1942 die Luitpoldhalle durch Bomben zerstört [2]

Heutige Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der Luitpoldhain wieder in einen Park umgestaltet. 1959/60 wurden alle Bauten der NS-Zeit abgetragen. Das Halbrund der Terrassen der Ehrentribünen ist noch zu erkennen.

2006 wurde das Rock-Festival Rock im Park wegen der bevorstehenden Fußball-Weltmeisterschaft vom Zeppelinfeld in den Luitpolthain verlagert.

Der Park ist Schauplatz des Klassik Open Airs, des größten Open-Air-Konzerts klassischer Musik in Europa mit über 100.000 Besuchern.

Im Südwesten befindet sich eine Minigolf-Anlage. Die großen Rasenflächen werden im Sommer als Liegewiesen benutzt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. M. Schieber: Nürnberg, eine illustrierte Geschichte der Stadt, C.H.Bech, München 2000
  2. G. W. Schramm: Die Zerstörung, in 3 x Nürnberg, Verlag A. Hofmann, Nürnberg 1990, S. 71

Koordinaten: 49° 26′ 4″ N, 11° 6′ 23″ O