Lunge Zürich

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LUNGE ZÜRICH
Logo Lunge ZH.jpg
Rechtsform Verein
Gründung 1908
Sitz Pfingstweidstrasse 10, 8005 Zürich
Personen Michael Schlunegger (Geschäftsführer), Alexander Turk (Präsident)
Angestellte rund 70
Motto Hilft. Informiert. Wirkt.
Website www.lunge-zuerich.ch

Der Verein Lunge Zürich ist eine Non-Profit-Organisation aus dem Kanton Zürich. Er bezweckt die Bekämpfung von Lungenkrankheiten, Atembehinderungen und Tuberkulose. Auf gemeinnütziger Grundlage und ohne Verfolgung von Erwerbs- oder Selbsthilfezwecken betreibt der Verein Gesundheitsförderung und Prävention sowie Behandlung, Beratung und Betreuung, Unterstützung, Schulung und Forschung in den Bereichen Lungen- und Atemwegserkrankungen sowie Tuberkulose.[1] 2019 feiert Lunge Zürich das 111-Jahre-Jubiläum.

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lunge Zürich, ehemals Lungenliga Zürich, ist eine von 19 kantonalen Lungenligen in der Schweiz und gehört dem Verein Lungenliga Schweiz an. Lunge Zürich ist als Verein organisiert und verfügt über einen Vorstand, bestehend aus neun Personen. Der Verein Lunge Zürich beschäftigt rund 70 Personen, mehrheitlich Pflegefachpersonen. Neben dem Hauptsitz an der Pfingstweidstrasse in Zürich gehören zum Verein drei weitere Beratungsstellen in Zürich, Winterthur und Uster. Jährlich betreut und behandelt Lunge Zürich rund 11 000 lungenkranke Personen.

Zusammenarbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen mit einer Lungenkrankheit werden für die weiterführende Betreuung und Beratung von Ärzten und Spitälern an Lunge Zürich verwiesen. Zudem führt Lunge Zürich im Auftrag des Kantons Zürich ein Tuberkulose-Zentrum zur Bekämpfung der Tuberkulose. Der Verein arbeitet mit diversen Gesundheitsorganisationen zusammen.

Ziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Ziel von Lunge Zürich ist die Verbesserung der Lebensqualität von Personen, die von einer Lungenkrankheit betroffen sind. Das beinhaltet Information über gesundheitsschädigende sowie -fördernde Einflüsse, Beratung und Betreuung, Instruktion im Umgang mit Atemhilfsgeräten sowie Förderung der Selbstständigkeit. Ein weiteres Ziel ist die Erhaltung intakter Umwelt- und Lebensbedingungen durch Förderung des Bewusstseins für gesunde Lungen und saubere Luft.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein Lunge Zürich wurde 1908 als «Liga zur Bekämpfung der Tuberkulose» gegründet, die zwischen 1850 und 1950 in der Schweiz zu Tausenden von Todesfällen führte. Hauptaufgaben von Lunge Zürich, damals noch Zürcher kantonale Liga zur Bekämpfung der Tuberkulose, waren die Früherfassung und Eliminierung von Tuberkulose-Infektionsherden, Aufklärung, Beratung und Betreuung von Betroffenen und ihren Angehörigen sowie die gezielte Aufklärung der Bevölkerung. Zwischen 1903 und 1922 wurden in der ganzen Schweiz diverse Ligen zur Bekämpfung der Tuberkulose gegründet. Durch die Arbeit der Ärzteschaft, der Ligen, die sich für die Bekämpfung der Krankheit einsetzten, und der Behörden konnte die Tuberkulose-Sterblichkeit im Kanton Zürich bis 1933 um 50 Prozent reduziert werden. Weitere medizinische Fortschritte und die Entwicklungen von Medikamenten führten dazu, dass die Ansteckungen massiv sanken. Der Auftrag der kantonalen Liga zur Bekämpfung der Tuberkulose veränderte sich in der Folge auch auf Anfrage der Ärzteschaft im Kanton Zürich zunehmend in Richtung der Beratung und Betreuung von Personen mit Atemwegs- und Lungenerkrankungen.

Zusammenschluss der Lungenligen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit den neuen Aufgaben änderte sich auch der Name der Liga: 1998 wurden die bis dahin nur lose zusammenhängenden kantonalen Ligen unter dem Verein Lungenliga Schweiz zusammengeschlossen und entsprechend umbenannt. Im Kanton Zürich existierten zu diesem Zeitpunkt drei verschiedene Organisationen – die Lungenliga Zürich Stadt, Zürich Kanton sowie die «Lungenliga der Bezirke Winterthur und Andelfingen». Zwischen 2001 und 2004 wurden diese zur Lungenliga Zürich zusammengeschlossen.

Initiative «Schutz vor Passivrauchen»[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 26. Juni 2006 reichte die Lungenliga Zürich die kantonale Volksinitiative «Schutz vor Passivrauchen» mit über 26 000 Unterschriften ein. Die Volksinitiative verlangte rauchfreie Gastronomiebetriebe im Kanton Zürich. Zwei Jahre später, am 28. September 2008, wurde die Initiative vom Zürcher Stimmvolk mit 57 % Ja-Stimmen angenommen.[2] 2010 wurde das Rauchen per Bundesgesetz schweizweit in den meisten Restaurants und Bars sowie in geschlossenen öffentlichen Räumen und Arbeitsräumen verboten.

Namensänderung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Lungenliga Zürich entwickelte sich über die Jahre zunehmend zu einem Kompetenzzentrum für Fragen und Beratung rund um Lungengesundheit und saubere Luft. Aus diesem Grund wurde der Verein Lungenliga Zürich im Jahr 2010 in Verein Lunge Zürich umbenannt. Einerseits als sprachliche Modernisierung, andererseits um den Umweltgedanken für saubere Luft und gesunde Lungen Ausdruck zu verleihen. Gleichzeitig änderten sich Farbe und Logo von einem grünen Baum zu blauen Lungenflügeln.

Tätigkeiten/Tätigkeitsbereiche/Dienstleistungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beratung und Betreuung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kernkompetenz von Lunge Zürich liegt in der Beratung und Betreuung von lungenkranken Personen. Dazu gehören die Vermietung von Sauerstoffgeräten, die regelmässigen Kontrollen der Geräte in den Beratungsstellen oder bei den Patienten zu Hause, die Begleitung der Therapie und die Beratung bei Fragen. Ein Fokus liegt dabei auf den Lungenkrankheiten COPD, Schlafapnoe und Asthma. Aber auch seltene Lungenkrankheiten (Orphan Diseases) gehören ins Leistungsspektrum der Organisation.

Tuberkulose-Zentrum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach wie vor erkranken im Kanton Zürich jährlich etwa 100 Personen an Tuberkulose, schweizweit sind es 500. Das Tuberkulose-Zentrum von Lunge Zürich arbeitet mit einem Leistungsauftrag des Kantons und der Stadt Zürich zur Bekämpfung der Tuberkulose. Die Mitarbeitenden führen Tuberkulose-Tests durch und übernehmen die Beratung, Therapiebegleitung und Betreuung von Tuberkulose-Kranken. Eine weitere Aufgabe ist die Durchführung von Vorsorge- und Umgebungsuntersuchungen zur Bekämpfung der Krankheit und zum Schutz der Bevölkerung.

Prävention[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit verschiedenen Präventions-Projekten wie dem LuftiBus,[3] dem umweltpädagogischen Projekt Baumwelten[4] sowie Informationskampagnen klärt Lunge Zürich über verschiedene Lungenkrankheiten und die Wichtigkeit von sauberer Luft auf. Mit Information (Merkblätter[5] und Broschüren) und Prävention setzt sich der Verein für gesunde Lungen und eine saubere Innen- und Aussenluft ein.

LuftiBus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der LuftiBus ist der Lungentest- und Informationsbus von Lunge Zürich. Er ist seit 1991 in der ganzen Schweiz unterwegs, um an verschiedenen Orten und Veranstaltungen Lungenfunktionstests, auch Spirometrie genannt, durchzuführen. Diese geben Auskunft über das Volumen und den Zustand der Lunge und dienen somit der Prävention und Früherkennung von Lungenkrankheiten. Der Bus kann von Schulen, Firmen, Gemeinden und anderen Organisationen gemietet werden.

Baumwelten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baumwelten ist ein umweltpädagogisches Projekt von Lunge Zürich. Im Rahmen von Baumwelten besuchen Umweltpädagogen an vier Tagen zu jeder Jahreszeit mit einer Schulklasse den Wald, um den Schülern die Bedeutung und die Funktion der Bäume zu erläutern und ihnen den Zusammenhang zwischen dem Wald, sauberer Luft und der Atmung aufzuzeigen. Am Projekt können jährlich 60 Schulklassen der 3. bis 5. Schulstufe aus dem Kanton Zürich teilnehmen.

Information[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lunge Zürich informiert mittels verschiedener Broschüren und Merkblätter über aktuelle Themen rund um Lungengesundheit und saubere Luft und ist Anlaufstelle bei Fragen zu diesen Themen.

Kursangebote[6][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für lungenkranke Personen, deren Angehörige sowie für Risikogruppen führt Lunge Zürich verschiedene Kurse durch, die den Umgang mit der jeweiligen Krankheit und die Vorsorge verbessern sollen. Dazu gehören Atem- und Bewegungskurse, Kochkurse speziell für Personen mit Lungenkrankheiten, Schulungen und Erfahrungsaustauschgruppen sowie verschiedene Angebote für Kinder.

Ärztekongress und Fachtagungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1946 organisiert Lunge Zürich jährlich den Ärztekongress[7] in Davos mit rund 800 teilnehmenden Ärzten, die meisten davon Hausärzte. Während drei Tagen finden dabei Referate von Fachärzten zu verschiedenen medizinischen Themen statt. Lunge Zürich organisiert zudem weitere Fachtagungen wie den COPD-Day oder das Lungen-Forum[8] im UniversitätsSpital Zürich.

Finanzierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lunge Zürich arbeitet weitgehend selbsttragend mit krankenkassenfinanzierten Dienstleistungen im ärztlichen Auftrag. Als weitere Finanzierungsquellen, insbesondere für Präventionsprojekte, stehen Mitgliederbeiträge, Spenden und Legate zur Verfügung. Die Erträge aus dem jährlichen Ärztekongress für Grundversorger in Davos werden für Forschungsaktivitäten zur Verfügung gestellt.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.moneyhouse.ch/u/verein_lunge_zurich_CH-020.6.000.750-3.htm
  2. http://www.staefa.ch/documents/Allgemeine_Information_Rauchverbot.pdf
  3. http://www.luftibus.ch
  4. http://www.lunge-zuerich.ch/baumwelten
  5. http://www.lunge-zuerich.ch/merkblaetter
  6. http://www.lunge-zuerich.ch/kursangebote
  7. http://www.aerztekurse.ch
  8. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 17. Februar 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.lunge-zuerich.ch

Koordinaten: 47° 23′ 17″ N, 8° 31′ 5,5″ O; CH1903: 681512 / 249142