Kanton Zürich

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Kanton Zürich
Wappen
Wappen
Kanton der Schweizerischen Eidgenossenschaft
Kürzel/Kontrollschild: ZH
Amtssprache: Deutsch
Hauptort: Zürich
Beitritt zum Bund: 1351
Fläche: 1729 km²
Website: www.ZH.ch
Bevölkerung
Einwohner: 1'466'100 (31. Dezember 2015)[1]
Einwohnerdichte: 848 Einwohner pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne Bürgerrecht)
26,1 % (30. September 2015)[2]
Arbeitslosenquote: 3,9 % (31. Dezember 2015)[3]
Lage des Kantons in der Schweiz
Lage des Kantons in der Schweiz
Karte des Kantons
Karte des Kantons
Politische Gemeinden des Kantons
Politische Gemeinden des Kantons

Koordinaten: 47° N, 9° O; CH1903: 687669 / 250557 Zürich (Kürzel ZH; zürichdeutsch Züri, französisch Zurich, italienisch Zurigo, rätoromanisch  Turitg?/i) ist ein deutschsprachiger Kanton im Nordosten der Schweiz. Der Hauptort ist die gleichnamige Stadt Zürich.

Der Mittellandkanton Zürich, der flächenmässig im oberen Mittelfeld der Kantonsrangliste angesiedelt ist, weist eine ausserordentlich hohe Bevölkerungsdichte auf und rangiert mit seinen 1,4 Millionen Einwohnern[4] auf dem ersten Platz der bevölkerungsreichsten Kantone. Geprägt wird der Kanton von seiner Hauptstadt Zürich und deren Agglomeration, die den grössten Teil des Kantonsgebietes einnimmt.

Er ist deckungsgleich mit der durch das Bundesamt für Statistik (BFS) definierten Region Zürich und liegt zwischen den Regionen Ost- und Nordwestschweiz.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kanton Zürich liegt grösstenteils im schweizerischen Mittelland, der äusserste Südosten des Kantons ist jedoch voralpin geprägt. Der Kanton grenzt im Norden an den Kanton Schaffhausen und Deutschland (Grenze zwischen Deutschland und der Schweiz), im Westen an den Kanton Aargau, im Süden an die Kantone Zug und Schwyz, und im Osten an die Kantone Thurgau und St. Gallen. Östlich des Kantons Zürich beginnt die Ostschweiz.

Gewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zürichsee vom Uetliberg aus gesehen

Das wichtigste Gewässer im Kanton ist der langgezogene Zürichsee, der das südliche Kantonsgebiet in zwei Teile trennt. Mit dem Greifensee und Pfäffikersee im Zürcher Oberland liegen zwei weitere grössere Seen auf dem Kantonsgebiet. Der Türlersee, der Katzensee, der Lützelsee und der Husemersee sind kleinere Gewässer.

Der wichtigste Fluss ist die Limmat, die in Zürich den Zürichsee verlässt, um sich später im Kanton Aargau mit der Reuss, der Aare und bei Koblenz AG mit dem Rhein zu vereinigen. Der Rhein bildet die Grenze zum Kanton Schaffhausen im Norden und stellenweise auch die Staatsgrenze der Schweiz zu Deutschland. Die Glatt, deren gesamter Lauf im Kanton liegt, entwässert das Glatttal und das Zürcher Oberland und fliesst nahe von Glattfelden im Zürcher Unterland in den Rhein. Die Töss ist ebenfalls ein Bergfluss, der im Zürcher Oberland entspringt und bei der Tössegg in den Rhein mündet. Auch die Thur fliesst auf den letzten wenigen Kilometern durch den Kanton Zürich. Die Sihl entspringt im Kanton Schwyz, fliesst durch das Zürcher Sihltal und mündet in Zürich in die Limmat. Die Reuss bildet im Südwesten einen kleinen Abschnitt der Grenze zum Aargau.

Die kleinen, aber wasserreichen Bergflüsse und Bäche des Zürcher Oberlandes bildeten mit ihrer Wasserkraft vor zwei Jahrhunderten den Anfang der Schweizer Industrie.

Berge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Höchster Berg des Kantons ist das Schnebelhorn mit 1'292 m. Weitere bekannte Ausflugsgipfel im Zürcher Oberland sind der Bachtel und das Hörnli. Der Hausberg der Stadt Zürich, der Uetliberg, gehört zur Albiskette, die bis zu 915 m hoch ist. Die Lägern im Nordwesten ist bereits ein Ausläufer des Juragebirges.

Regionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kanton Zürich wird in verschiedene kleinere Regionen aufgeteilt. Teilweise sind diese noch sehr ländlich, doch die Verstädterung im Kanton Zürich ist weit fortgeschritten: Die Hauptstadt Zürich dominiert den Kanton.

Ganz im Norden des Kantons, zwischen Winterthur und Schaffhausen, liegt das Zürcher Weinland. Es ist sehr dünn besiedelt und hat wie keine andere Zürcher Region seinen ländlichen Charakter bewahrt. Südlich des Weinlands schliesst sich die Region Winterthur an. Winterthur ist die sechstgrösste Stadt der Schweiz, ihre Agglomeration hat allerdings nur die unmittelbaren Nachbargemeinden erfasst.

Westlich der Region Winterthur bzw. nordöstlich der Stadt Zürich liegt das Zürcher Unterland. Dieses ist bereits Teil der Agglomeration Zürich, insbesondere das mittlere Glatttal ist stark verstädtert bzw. teilweise mit Zürich verwachsen, während das Furttal, das Wehntal und das Rafzerfeld jenseits des Rheins noch weitgehend ausserhalb der inneren Agglomeration liegen. Im Unterland liegt und dominiert zudem der Flughafen Zürich.

Die eigentliche Stadt Zürich liegt etwas westlich vom geographischen Zentrum des Kantons am Nordende des Zürichsees. Sie nimmt dort die gesamte flache Ebene ein, die von Limmat und Sihl durchflossen und durch die Hügelketten von Uetliberg, Hönggerberg, Zürichberg und Adlisberg begrenzt wird. Westlich der Stadt, an der Limmat an der Grenze zum Kanton Aargau, liegt die Region Limmattal. Diese ist stark zersiedelt und ihre Gemeinden sind zu einem Teil mit Zürich zusammengewachsen.

Südlich der Stadt breitet sich der Zürichsee aus. Beide Ufer sind teilweise praktisch lückenlos überbaut. Das rechte Ufer ist aufgrund seiner sonnigen Lage zur wohlhabenden sogenannten Goldküste geworden, während das linke Ufer manchmal leicht abwertend Pfnüselküste genannt wird. Unmittelbar hinter den Zürichseegemeinden liegen die Hügel des Zimmerbergs (linkes Ufer) und des Pfannenstils (rechtes Ufer). Insbesondere der Zimmerberg mit der Region Hirzel im südlichsten Zipfel des Kantons ist im Vergleich dünn besiedelt.

Im Südosten des Kantons liegt das teilweise voralpine Zürcher Oberland, in dem sowohl Zürcher Vorortsgemeinden, ausgesprochen ländliche Gebiete als auch mittelgrosse ehemalige Industriezentren (Uster, Wetzikon) zu finden sind.

Im südwestlichen Zipfel liegt das Knonauer Amt, im Volksmund Säuliamt genannt. Es ist durch die Albiskette vom übrigen Kantonsgebiet abgetrennt und weist überwiegend einen ländlichen Charakter auf. Zwischen dem Albis und dem Zimmerberg liegt das Sihltal. In dessen nördlichem, stadtnahen Teil liegen weitere Vorortsgemeinden Zürichs, während es im Süden praktisch unbesiedelt ist.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nationalität/Herkunft Anteil (%)
Januar 2012[5]
SchweizSchweiz Schweiz 75,56
Europaische UnionEuropäische Union Europäische Union 15,63
Europäische Freihandelsassoziation Europäische Freihandelsassoziation
ohne Schweiz
0,08
DeutschlandDeutschland Deutschland 5,83
ItalienItalien Italien 3,55
PortugalPortugal Portugal 1,68
SerbienSerbien Serbien 1,48
TurkeiTürkei Türkei 1,01
MazedonienMazedonien Mazedonien 0,95
KosovoKosovo Kosovo 0,90
OsterreichÖsterreich Österreich 0,83
SpanienSpanien Spanien 0,75
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich 0,62
FrankreichFrankreich Frankreich 0,45
KroatienKroatien Kroatien 0,42
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten 0,31
Sri LankaSri Lanka Sri Lanka 0,31
NiederlandeNiederlande Niederlande 0,31
BrasilienBrasilien Brasilien 0,30

Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Amtssprache des Kantons ist Deutsch. Umgangssprache im Kanton Zürich ist Schweizerdeutsch respektive seine lokale Varietät, das Zürichdeutsche.

Laut der neuen Zürcher Verfassung fällt auch die Gebärdensprache unter die Sprachenfreiheit.

Religionen – Konfessionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende 2011 gehörten 34 Prozent der Bevölkerung zur Evangelisch-reformierten Kirche und 28 Prozent zur Römisch-katholischen Kirche. Je 0,1 Prozent gehörten zur Christkatholischen Kirche oder zu einer der beiden öffentlich-rechtlich anerkannten jüdischen Gemeinden (Jüdische Liberale Gemeinde oder Israelitische Cultusgemeinde).[6] 2011 hat die reformierte Kirche 5617 Mitglieder verloren (neu 467'000). Die Mitgliederzahl der Römisch-katholischen Kirche des Kantons Zürich wuchs 2011 um 1500 Personen (neu 389'000).[7]

Der Kanton Zürich gehört zu den traditionell reformierten Kantonen, da die Stadt Zürich unter Zwinglis Führung die Reformation angenommen und in ihrem ganzen Untertanengebiet durchgesetzt hat. Historische Ausnahmen sind das paritätische Dietikon (1803 bei Auflösung des Kantons Baden zugeteilt) und das ehemals katholische Klosterdorf Rheinau (ebenfalls 1803 als Ersatz für den Verlust von Stein am Rhein und Dörflingen zugeteilt).

Infolge starker Zuwanderung (Zürich als Wirtschaftszentrum) und zunehmender Konfessionslosigkeit ist der Kanton heute multireligiös; keine der Gemeinschaften verfügt mehr über eine absolute Mehrheit. Öffentlich-rechtlich anerkannt sind die Evangelisch-reformierte Landeskirche des Kantons Zürich, seit 1963 auch die Römisch-katholische Körperschaft des Kantons Zürich und die kantonalzürcherische Kirchgemeinde der Christkatholischen Kirche der Schweiz sowie auf der Grundlage der neuen Kantonsverfassung seit 2005 zwei der Zürcher jüdischen Gemeinden, wogegen andere es vorgezogen haben, privatrechtlich zu bleiben.

Wohnbevölkerung nach Religionszugehörigkeit (in Prozent)[8]
Religion 1990 2000 2010 2011
evangelisch-reformierte Landeskirche 47,9 40,5 33,9 33,3
römisch-katholische Kirche 35,1 31,2 27,9 28,0
andere christliche Glaubensgemeinschaften 4,4 5,2 6,5 6,5
islamische Glaubensgemeinschaften 2,3 4,5 5,7 6,0
jüdische Glaubensgemeinschaften 0,5 0,5 0,5 0,4

Staatswesen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verfassung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein vom Volk gewählter Verfassungsrat hat zwischen 2000 und 2004 eine neue Verfassung erarbeitet, welche die seit 1869 geltende und seither vielfach geänderte Kantonsverfassung ablösen sollte. Der Entwurf wurde in einer Volksabstimmung am 27. Februar 2005 von den Stimmberechtigten mit deutlicher Mehrheit angenommen. Die neue Verfassung trat am 1. Januar 2006 in Kraft.

Legislative[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

5
13
36
14
8
9
5
31
54
5
13 36 14 31 54 
Von 180 Sitzen entfallen auf:

Gesetzgebende Behörde ist der Kantonsrat, der 180 fest auf vier Jahre vom Volk im Proporzwahlverfahren (Verhältniswahlrecht) gewählte Mitglieder zählt. Gewählt wird in 18 Wahlkreisen, die Zuteilung der Parlamentssitze erfolgt seit 2007 nach dem «Neuen Zürcher Zuteilungsverfahren», gemeinhin als «Doppelter Pukelsheim» bezeichnet. Dieses doppelt-proportionale Divisorverfahren beseitigt, im Vergleich zum zuvor angewandten Hagenbach-Bischoff-Verfahren, unter anderem die Benachteiligung kleiner Parteien. Mit dieser Änderung wurde eine Wahlkreisreform umgangen, als Hürde wurde allerdings festgelegt, dass eine Partei in mindestens einem Wahlkreis, mindestens fünf Prozent Wähleranteil erreichen muss, um ins Parlament einziehen zu können. Zudem wurden im Rahmen der Änderung die Listenverbindungen abgeschafft.

Zürcher Kantonsratswahlen vom 12. April 2015
Wahlbeteiligung: 32,65 %
 %
40
30
20
10
0
30,02
19,72
17,33
7,64
7,22
4,88
4,27
2,98
5,94
Sonst.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2011
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
+0,38
+0,40
+4,40
-2,63
-3,35
+0,02
+0,49
+1,35
-1,06
Sonst.
Expression-Fehler: Unerwartete schließende eckige Klammer

Dazu hat das Volk selbst direkten Anteil an der Gesetzgebung, indem ihm das Referendums- und das Initiativrecht zukommt. Obligatorische Volksabstimmungen finden bei allen Verfassungsänderungen statt, fakultative Volksabstimmungen bei Gesetzesänderungen, wenn dies von mindestens 3000 Stimmberechtigten verlangt wird. Volksinitiativen betreffend Änderung der Verfassung oder eines Gesetzes bedürfen der Unterstützung von mindestens 6000 Stimmberechtigten; sie unterliegen auch dann der Volksabstimmung, wenn sie vom Kantonsrat abgelehnt werden. Zürcherisches Unikum ist die Einzelinitiative: eine einzelne Person kann dem Kantonsrat eine Gesetzes- oder Verfassungsänderung beantragen, und diese ist der Volksabstimmung zu unterbreiten, wenn sie von einer Mehrheit des Kantonsrates unterstützt wird. Für die Behördeninitiative (zum Beispiel von einem Gemeindeparlament ausgehend) gilt das Entsprechende wie für die Einzelinitiative. Der Volksvorschlag (auch konstruktives Referendum) wurde im Kanton Zürich am 23. September 2012 wieder abgeschafft.

Wahlergebnisse der Zürcher Kantonsratswahlen 1971–2015
Partei Wahljahr Wähleranteil
in Prozenten
1971 1975 1979 1983 1987 1991 1995 1999 2003 2007 2011 2015
Schweizerische Volkspartei (SVP) 33 32 32 35 31 36 40 60 61 56 54 54 30,02
Sozialdemokratische Partei der Schweiz (SP) 43 42 49 35 34 43 45 43 53 36 35 36 19,67
FDP.Die Liberalen (FDP) 39 43 51 52 46 50 46 35 29 29 23 31 17,33
Grünliberale Partei (glp) 10 19 14 7,64
Grüne Partei der Schweiz (GPS) 4 20 20 16 11 14 19 19 13 7,22
Christlichdemokratische Volkspartei (CVP) 17 20 21 23 17 13 11 13 12 13 9 9 4,88
Evangelische Volkspartei (EVP) 11 14 12 14 11 8 9 9 9 10 7 8 4,27
Alternative Liste (AL) 1 2 3 5 2,98
Eidgenössisch-Demokratische Union (EDU) 1 1 5 5 5 2,66
Bürgerlich-Demokratische Partei (BDP) 6 5 2,62
Schweizer Demokraten/Nationale Aktion (SD/NA) 10 6 2 6 3 3 2 1
Landesring der Unabhängigen (LdU) 26 20 14 12 10 2 5 2
Auto-Partei/Freiheitspartei (APS/FPS) 2 3
Progressive Organisationen (POCH) 2 1 3 1
Andere 1 1 4 3 2 3 0,71

Exekutive[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die oberste leitende und vollziehende Behörde des Kantons ist der Regierungsrat. Er setzt sich aus sieben gleichberechtigten Mitgliedern zusammen, wird vom Volk im Majorzwahlverfahren (Mehrheitswahlrecht) fest auf vier Jahre gewählt und vom alljährlich wechselnden Regierungspräsidenten geleitet. Jedes Mitglied steht einer der sieben Direktionen (Ministerien) der Kantonsverwaltung vor. Die vom Staatsschreiber, Beat Husi, geleitete Staatskanzlei ist die zentrale Stabsstelle des Regierungsrates und unterstützt diesen in administrativen und juristischen Fragen.

Mitglieder des Zürcher Regierungsrates[9]
Regierungsrat Partei Direktion
Ernst Stocker, Präsident 2015/2016 SVP Finanzdirektion
Mario Fehr, Vizepräsident 2015/2016 SP Sicherheitsdirektion
Markus Kägi SVP Baudirektion
Thomas Heiniger FDP Gesundheitsdirektion
Carmen Walker Späh FDP Volkswirtschaftsdirektion
Silvia Steiner CVP Bildungsdirektion
Jacqueline Fehr SP Direktion der Justiz und des Innern

Judikative[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oberste Gerichte sind das Obergericht, das Verwaltungsgericht und das Sozialversicherungsgericht. Dem Obergericht sind das Handelsgericht angegliedert sowie die erstinstanzlichen Bezirksgerichte (als Kollegialgericht, Einzelgericht, Mietgericht und Arbeitsgericht) unterstellt. Auf kommunaler Ebene gibt es die Friedensrichter und weitere der ersten Gerichtsinstanz vorgeschaltete Schlichtungsbehörden. Daneben bestehen noch ein Baurekursgericht sowie ein Steuerrekursgericht, die dem Verwaltungsgericht vorgelagert sind.

Das Bezirksgericht Zürich ist mit seinen rund 400 Mitarbeitern das grösste Gericht im Kanton Zürich.

Parteiensystem[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Parteistärken Nationalratswahlen einschliesslich Listenverbindungen (in Prozenten)
Partei Wahlen
2015[10]
Wahlen
2011[11]
Wahlen
2007[12]
Wahlen
2003[13]
Wahlen
1999
SVP 30,68 29,84 33,92 33,39 32,48
SP 21,39 19,27 19,81 25,66 25,63
FDP 15,33 11,64 13,15 16,24 17,82
glp 8,16 11,49 7,01
Grüne 6,89 8,39 10,37 8,47 4,14
CVP 4,18 5,03 7,56 5,43 5,12
BDP 3,62 5,28
EVP 3,12 3,07 3,68 4,11 3,44
EDU 2,06 2,17 2,12 2,06 1,76
AL 2,01 1,26 1,34 2,17 2,01
Piraten 0,64 0,86
SD 0,18 0,28 0,54 0,87 1,55
übrige 1,74 1,42 0,50 1,60 6,07

Im Kanton Zürich gibt es die üblichen in der Schweiz agierenden Parteien. Früher hatte vor allem die FDP eine bestimmende Position, verlor diese aber zusehends und musste ihre Rolle als grösste Kantonsratsfraktion in den 90er-Jahren an die SVP abtreten. In den Land- und Agglomerationsgemeinden ist die SVP, in den Städten die SP überdurchschnittlich stark. Viertstärkste Partei sind die Grünen, inzwischen dicht bedrängt von der 2004 abgespaltenen glp. Langjährig im Kantonsrat vertreten sind zudem CVP und EVP, wobei erstere eidgenössisch deutlich einflussreicher ist als im Kanton Zürich. Zurzeit (2014) ebenfalls im kantonalen Parlament vertreten sind BDP, EDU und AL.

Die Vertretung der Parteien widerspiegelt sich weitgehend auch im 200-köpfigen Nationalrat, in welchen der Kanton Zürich basierend auf der Bevölkerungszahl seit 2015 wieder 35 Vertreter stellt. Entsprechend der kleineren Anzahl verfügbarer Sitze im Vergleich zum 180-köpfigen Kantonsrat sind kleinere Parteien mit unter 3 % der Stimmen (namentlich EDU und AL) nicht vertreten.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Politisch nimmt der Kanton Zürich verschiedentlich eine Vorreiterrolle ein, zum Beispiel bei der Förderung des öffentlichen Verkehrs, in der Steuergesetzgebung, beim Umbau des Bildungswesens, bei Rechten für homosexuelle Paare und der Reform des Beamtenrechts (Abschaffung des Beamtenstatus); in anderen Bereichen wie der Vereinfachung der Verwaltungsgliederung hinkt er hinter anderen Kantonen wie Bern und St. Gallen nach. In die jahrzehntelang konstante Parteienlandschaft mit ihrer traditionellen Dominanz des Freisinns beziehungsweise der Freisinnig-demokratischen Partei (FDP) – die nur vorübergehend in zwei selbständige Parteien (s. Demokratische Partei) geteilt war – kam im ausgehenden 20. Jahrhundert Bewegung: Im Zusammenhang mit der schwieriger gewordenen wirtschaftlichen Lage wurde diese Vorherrschaft von der rechtskonservativen Schweizerischen Volkspartei (SVP) gebrochen, die seither die stärkste Kraft im Kanton ist. Auf der linken Seite erstarkte kurzfristig die Sozialdemokratische Partei (SP), die jedoch 2007 wieder einen Rückschlag hinnehmen musste.

Politische Gemeinden und Bezirke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kanton Zürich zählt 168 politische Gemeinden, welche die Träger der lokalen Selbstverwaltung sind; so kommt zum Beispiel jeder einzelnen das Recht zu, den kommunalen Steuerfuss selbst festzusetzen.

Weitere Gemeindearten sind die Schulgemeinden, die aber zunehmend in die politischen Gemeinden integriert werden, die evangelisch-reformierten Kirchgemeinden und die römisch- sowie christkatholischen Kirchgemeinden. Bis Ende 2009 existierten Zivilgemeinden.

Jede Gemeinde gehört zu einem der zwölf Bezirke (siehe unten), welche die dezentralen Einheiten der Kantonsverwaltung und somit ohne eigene Autonomie sind.

Per 1. Januar 2016 fusionierten die politischen Gemeinden Illnau-Effretikon und Kyburg zur neuen politischen Gemeinde Illnau-Effretikon.[14]

Städte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wichtige Orte im Kanton Zürich (Bezirkshauptorte unterstrichen)

Von den 168 politischen Gemeinden des Kantons Zürich haben 28 die geographisch-statistische Stadtgrösse von mehr als 10'000 Einwohnern, basierend auf dem zivilrechtlichen Wohnsitzbegriff mit Stand vom 31. Dezember 2015.

Nachfolgend aufgelistet sind die bedeutendsten Städte mit über 10'000 Einwohnern per 31. Dezember 2015:

Politische Gemeinde Einwohner
Zürich, Hauptort 396'027
Winterthur 108'044
Uster 33'853
Dübendorf 26'759
Dietikon 26'633
Wetzikon 24'373
Wädenswil 21'569
Horgen 20'164
Bülach 19'342
Adliswil 18'551
Volketswil 18'489
Opfikon 18'482
Schlieren 18'414
Kloten 18'412
Politische Gemeinde Einwohner
Regensdorf 18'010
Thalwil 17'729
Illnau-Effretikon 16'298
Wallisellen 15'603
Stäfa 14'152
Küsnacht 13'796
Meilen 13'515
Richterswil 13'177
Zollikon 12'744
Rüti (ZH) 12'011
Affoltern am Albis 11'695
Bassersdorf 11'561
Pfäffikon (ZH) 11'439
Männedorf 10'588

Bezirke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bezirke des Kantons Zürich
Bezirk Einwohner
(31. Dezember 2015)
Fläche
in km²
Hauptort BFS-Nr.
Zürich 396'027 87,78 Zürich 0112
Winterthur 163'385 251,19 Winterthur 0110
Bülach 143'948 184,97 Bülach 0103
Uster 127'484 112,20 Uster 0109
Horgen 122'313 104,20 Horgen 0106
Meilen 100'829 84,66 Meilen 0107
Hinwil 92'974 179,54 Hinwil 0105
Dietikon 88'167 60,16 Dietikon 0111
Dielsdorf 87'221 152,83 Dielsdorf 0104
Pfäffikon 58'733 163,66 Pfäffikon 0108
Affoltern 51'541 113,06 Affoltern am Albis 0101
Andelfingen 30'837 166,67 Andelfingen 0102
Gesamt (12) 1'463'459 1660,92

Seeflächenanteil im Kanton Zürich: 67,95 Quadratkilometer

Bestandsänderungen
Vom 1. Januar 1934 bis zum 31. Dezember 1985 umfasste der Bezirk Zürich neben der Stadt Zürich auch zwölf sogenannte «Landgemeinden».

Die Gemeinde Zollikon wechselte am 1. Januar 1986 zum Bezirk Meilen, die weiteren elf Gemeinden blieben aufgrund eines Rechtsverfahrens noch bis zum 30. Juni 1989 Teil des Bezirks Zürich und bilden seit dem 1. Juli den heutigen Bezirk Dietikon.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gründend auf der helvetischen Mediationsverfassung entstand der Kanton 1803 auf dem Herrschaftsgebiet Zürichs und führt auch Namen und Wappen der alten Stadtrepublik.

Der Untergang der Stadtrepublik und des Ancien Régime wurde 1798 eingeläutet, als die Landschaft die Aufhebung der Untertanenschaft und die Gleichstellung mit Zürich forderte. Die Bestrebungen einen Kanton zu gründen endeten nach wenigen Wochen erfolglos, aufgrund der Besetzung des Kantonsgebiets durch französische Truppen. Das alte Herrschaftsgebiet wurde Teil der Helvetischen Republik und damit ein unselbständiger Verwaltungsbezirk mit 15 Distrikten. Anhaltende Auseinandersetzungen innerhalb der Helvetischen Republik zwangen Napoleon Ende 1802 eine Helvetische Consulta einzuberufen. Aus dieser resultierte die Ratifikation der Mediationsakte im März 1803, mit welcher die Existenz der Helvetischen Republik endete und durch den Helvetischen Staatenbund Confoederatio Helvetica abgelöst wurde.

Mit der Mediationsverfassung von 1803 entstand der neue Kanton Zürich, ein autonomer Staat und Mitglied des Helvetischen Staatenbunds. Mit einer letzten Änderung wurde das seither unveränderte Kantonsgebiet festgelegt; an die Stelle der Distrikte traten fünf Bezirke.

Mit der Niederlage französischer Truppen bei Leipzig wurde die Mediationsverfassung Ende 1813 aufgehoben. Die neu ausgearbeitete Restaurationsverfassung wurde Mitte 1814 in Kraft gesetzt und stärkte wieder den Einfluss der aristokratisch dominierten Stadt, aber auch der ländlichen Aristokratie. Erneut wurde auch die Verwaltungsstruktur geändert, festgelegt wurden elf Oberämter, deren Einteilung bis heute weitgehend unverändert geblieben ist. Innerhalb des folgenden Jahres wurde am Wiener Kongress auch die Zürcher Staatsgrenze von 1803 endgültig bestätigt.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werk- und Finanzplatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kanton Zürich ist die wirtschaftlich stärkste Region der Schweiz. Um die Stadt Zürich hat sich eine Agglomeration mit über einer Million Einwohnern herausgebildet, die bereits über die Kantonsgrenzen hinausreicht.

Besonders ausgeprägt ist der Finanzplatz mit national und international tätigen Banken und Versicherungen, womit Zürich mit London und Frankfurt am Main konkurrieren kann. Zürich ist neben München ein weltweit führendes Zentrum für die Rückversicherung. Überdies ist Zürich ein beliebter Kongressort.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kanton Zürich wird von einem dichten nationalen und regionalen Eisenbahnnetz sowie von nach Osten, Westen, Norden und Süden führenden Autobahnen durchzogen. Auf dem Gemeindegebiet von Kloten liegt der internationale Flughafen Zürich, der die Funktion eines Hubs erfüllt, jedoch gemäss Monitoringbericht 2015[15] an die Kapazitätsgrenzen stösst. Auf dem Gemeindegebiet von Dübendorf liegt der Militärflugplatz Dübendorf, der zukünftig die Funktion eines Regionalflugplatzes im Sinne eines Relief Airport in Analogie zum Flughafen Mailand-Linate erfüllen könnte.

Der Kanton Zürich verfügt über gute internationale Bahnverbindungen in alle Nachbarländer und dank des Zürcher Verkehrsverbunds (ZVV) über ein ausgezeichnetes Nahverkehrsnetz für den Agglomerationsverkehr, das laufend weiter ausgebaut wird. Nach dem Beschluss des Kantonsrates vom 30. März 2015[16] wurde durch das Komitee Limmattalbahn – NEIN![17] das Referendum ergriffen. Dieses kam in kurzer Zeit zustande[18] und die Volksabstimmung wurde auf den 22. November 2015 angesetzt.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wegen seiner wirtschaftlichen Bedeutung ist der Kanton Zürich ein wichtiger Unternehmensstandort. Verschiedene Zürcher Unternehmen haben grosse nationale oder internationale Bedeutung. Eine Vielzahl ausländischer Unternehmen führen ihren Schweizer Hauptsitz im Kanton Zürich.

Zu den grössten Zürcher Unternehmen mit nationaler oder internationaler Bedeutung zählen:

Zu den grössten Schweizer Tochtergesellschaften ausländischer Konzerne mit Schweizer Hauptsitz im Kanton Zürich zählen:

Ausbildungsstätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spezielle Einrichtungen und Forschung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Portal: Kanton Zürich – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Kanton Zürich

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weiterführende Informationen in den
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Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige Wohnbevölkerung nach Kanton. Räumliche Verteilung: Kantone und Gemeinden. Bundesamt für Statistik (BFS), abgerufen am 7. Mai 2016.
  2. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Kanton, am Ende des dritten Quartals 2015. Bundesamt für Statistik (BFS), 15. Dezember 2015, abgerufen am 19. Januar 2016 (XLS; 47 kB).
  3. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt im Dezember 2015. Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO), 8. Januar 2016, S. 9, abgerufen am 13. Januar 2016 (PDF; 807 kB).
  4. Daten zur Wohnbevölkerung nach Heimat, Geschlecht und Alter (Gemeindeporträt). Statistisches Amt des Kantons Zürich, abgerufen am 13. April 2016.
  5. Bundesamt für Migration / Statistikdienst Ausländer: Bestand der ständigen Wohnbevölkerung nach Kanton. Tab. Nr.: 6.22. Bern-Wabern 2012. Abgerufen am: 2. März 2012.
  6. Anhaltend starkes Bevölkerungswachstum - statistik.zh.ch (abgerufen am: 2. März 2012).
  7. Immer weniger Reformierte, immer mehr Katholiken - News Zürich: Region - tagesanzeiger.ch (abgerufen am: 7. Juni 2012).
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  9. Der Regierungsrat. Staatskanzlei des Kantons Zürich, abgerufen am 29. Juli 2014.
  10. Nationalratswahlen 2015: Hochrechnung, Resultate, Stimmbeteiligung. Direktion der Justiz und des Innern, Statistisches Amt des Kantons Zürich, 18. Oktober 2015, abgerufen am 19. Oktober 2015.
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  12. Resultate im Kanton. Direktion der Justiz und des Innern, Statistisches Amt des Kantons Zürich, 22. Oktober 2007, abgerufen am 29. Juli 2014.
  13. Vergleich zu 2003 im Kanton. Direktion der Justiz und des Innern, Statistisches Amt des Kantons Zürich, 22. Oktober 2007, abgerufen am 29. Juli 2014.
  14. Herzlich willkommen, Kyburg! Stadtverwaltung Illnau-Effretikon, 1. Januar 2016, abgerufen am 6. Januar 2016.
  15. Monitoring der Wettbewerbsfähigkeit des Schweizer Luftverkehrs 2015. In: bazl.admin.ch. März 2015, abgerufen am 21. Juni 2015.
  16. http://www.kantonsrat.zh.ch/Geschaefte/Geschaefte.aspx?GeschaeftID=c256c87f-50fa-4aab-a922-895fd0e09ce3
  17. http://limmattalbahn-nein.ch
  18. http://limmattalbahn-nein.ch/wp-content/uploads/2015/07/Medienmitteilung_20150712.pdf