Lymphogranuloma venereum

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Klassifikation nach ICD-10
A55 Lymphogranuloma venereum
ICD-10 online (WHO-Version 2016)

Lymphogranuloma venereum (auch Venerisches Granulom, Lymphopathia venerea, Lymphogranuloma inguinale oder Nicolas-Durand-Favre-Krankheit) ist eine in der westlichen Welt seltene, in den Tropen häufiger vorkommende sexuell übertragbare Erkrankung. Die Erreger, erstmals als Chlamydienart entdeckt von Yoneji Miyagawa (1885–1959) und zunächst Miyagawanella lymphogranulomatosis und später Calymmatobacterium granulomatis[1] genannt, sind die Serotypen L1-L3 von Chlamydia trachomatis.

Krankheitsbild[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lymphknotenschwellungen der Leisten bei Lymphogranuloma venereum

An der Kontaktstelle (genital, oral, rektal) bilden sich kleine schmerzlose Geschwüre, die sich nach 10-14 Tagen spontan zurückbilden. Anschließend schwellen die regionären Lymphknoten (Genital- und/oder Leistengegend bei Männern und Genital- und/oder Dammgegend bei Frauen) innerhalb von ein bis vier Wochen schmerzhaft an (Lymphadenitis). Die Haut kann sich an diesen Stellen blau-rot färben.

Unbehandelt kann diese Erkrankung in ein chronisches Stadium übergehen. Nach fünf bis zehn Jahren kann es dann über Jahrzehnte fortsetzend zu einem Verschluss der Lymphbahnen (Lymphsystem) und einem genitalen Lymphödem kommen. Chronische Geschwüre im Darmbereich sowie an den Geschlechtsorganen sind Anzeichen eines weit fortgeschrittenen Krankheitsverlaufs.

Allgemeine Symptome sind Fieber, Gelenk-, Muskel- und Kopfschmerzen.

Therapie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Behandlung mit Makroliden und Tetracyclinen. Alle Geschlechtspartner sollten einer Behandlung (Postexpositionsprophylaxe) unterzogen werden.

Vorbeugung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein wirksamer, jedoch nicht 100%iger Schutz sind Kondome.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Barbara I. Tshisuaka: Miyagawa, Yoneji. In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): Enzyklopädie Medizingeschichte. De Gruyter, Berlin/New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 1001.
Gesundheitshinweis Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte hierzu diesen Hinweis zu Gesundheitsthemen beachten!