Möve (Fahrrad)

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MÖVE
Moeve mhl fahrrad.jpg
Inhaber
Einführungsjahr 1897
Produkte Fahrräder
Märkte weltweit

Möve ist eine deutsche Fahrradmarke. Sie gehörte von 1897 bis 1947 der Walter & Co. (GmbH) und von 1948 bis 1961 dem Nachfolgeunternehmen VEB Möve-Werk in Mühlhausen/Thüringen. Seit 2012 gehört die Wort-Bildmarke der Möve equipment & design GmbH, die trotz gleichen Standorts keine Verbindung zu den Vorgängern hat.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühe Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 21. April 1894 gründete Gustav Walter die Firma Gustav Walter & Co. in Mühlhausen, eine Produktionsfirma für Strickmaschinen.

Die ersten Fahrräder unter den Namen Walters Möve, Adler, Wanderer, Brennabor, Claes Pfeil und Germania produzierte die Firma ab 1896. Ein Jahr später ließ sich Gustav Walter den Schriftzug Möve als eingetragenes Warenzeichen schützen und bot forthin die Marken Möve, Orion und Walter an. Nach der Umbenennung der Firma in Thüringische Maschinen- und Fahrradfabrik Walter & Co. 1902[1] änderte der Betrieb seine Rechtsform in eine damals neuartige GmbH. Neben dem inländischen Vertrieb konzentrierte man sich in Mühlhausen ebenfalls stark auf den Export.[2]

Ab 1936 wurden neben Fahrrädern auch Rüstungsgüter sowie Leichtmotorräder und Motorräder produziert. Trotz der Umverteilung der Produktionskapazität wurde 1937 das 500.000ste Möve-Fahrrad hergestellt.[2] In den Folgejahren erfolgte eine immer stärkere Konzentration auf die Produktion von Rüstungsgütern, sodass 1941 die Fahrradproduktion gänzlich eingestellt wurde.[1]

Nachkriegszeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Möve-Fahrräder zunächst hauptsächlich als Reparationsleistung an die UdSSR produziert und geliefert. Im Zuge der Verstaatlichung innerhalb der DDR ging die Firma Walter & Co. 1947 in den Besitz des Landes Thüringen über und wurde am 1. Juli 1948 in den Industrieverband Fahrzeugbau (IFA) eingegliedert und trug seither den Namen VEB Möve-Werk Mühlhausen.[1]

In den 1950er Jahren wurden Möve-Fahrräder aus Mühlhausen auch verstärkt in Deutschland angeboten. Die Möve-Werke avancierten dabei zum größten Betrieb Mühlhausens. Die bisher vor allem für preiswerte Tourenfahrräder bekannte Marke wurde stetig durch neue Modelle erweitert und verzeichnete 1955 die Produktion des 1.000.000sten Fahrrades.[1] Im Zuge der staatlichen Sortimentsbereinigung wurde das Angebot bereits 1959/60 entscheidend verringert. 1961 erfolgte schließlich die Zusammenlegung der Mifa- mit den Möve-Werken, in deren Zuge die gesamte Produktion an den VEB Mifa-Werk Sangerhausen übertragen wurde. Die Fahrradmarke Möve wurde aufgegeben. Stattdessen produzierte das Mövewerk ab 1962 Sitze für Nutzfahrzeuge und avancierte zum alleinigen Hersteller in der DDR.[3]

Markennutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2012 wurde die seither ungenutzte Wort-Bildmarke Möve auf die Möve equipment & design GmbH wieder eingetragen.[4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d DDR-FahrradWiki – Möve. Abgerufen am 22. September 2016.
  2. a b MÖVE – DAS FEINE RAD! – Geschichte der MÖVE Fahrräder. (Nicht mehr online verfügbar.) In: moeverad.de. Frank Bahn, 2012, archiviert vom Original am 7. Februar 2016; abgerufen am 12. Mai 2019.
  3. Die Geschichte der MÖVE – Eine Zeitreise. In: moevefahrzeugsitze.de. MÖVE Fahrzeugsitze GmbH, abgerufen am 12. Mai 2019.
  4. Wort-Bildmarke „Möve“ in der Registerauskunft des Deutschen Patent- und Markenamtes (DPMA)