M-Klasse (Leichter Kreuzer)

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M-Klasse
MclassCruiser2Dmap5-eBigFlagalt.jpg
Schiffsdaten
Land Deutsches ReichDeutsches Reich (Reichskriegsflagge) Deutsches Reich
Schiffsart Leichter Kreuzer
Bauzeitraum 1939 bis 1939
Gebaute Einheiten 6 geplant
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
183 m (Lüa)
178 m (KWL)
Breite 17 m
Tiefgang max. 7,25 m
Verdrängung Standard: 7.800/7.925 ts
Maximal: 10.400/10.566 ts
 
Besatzung 28 Offiziere, 892 Mannschaften
Maschine
Maschine 4 Dampfkessel
2 Satz Dampfturbinen
4 MAN 12-Zyl.-Diesel
Maschinen-
leistung
100.000 PS (73.550 kW)
Höchst-
geschwindigkeit
35,5 kn (66 km/h)
Propeller 3
Bewaffnung
Panzerung
  • Gürtel: 30-50 mm
  • Panzerdeck: 20-35 mm
  • Kommandoturm: 10-100 mm
  • Türme: 20-80

Die M-Klasse, auch als Kreuzer 1938 bezeichnet, war eine geplante Klasse von Leichten Kreuzern der deutschen Kriegsmarine, welche zu Beginn des Zweiten Weltkrieges storniert wurden.

Planung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Frühjahr 1936 begannen Planungen für eine neue Klasse von Leichten Kreuzern. Alle früher gebauten Leichten Kreuzer waren wegen der zu geringen Reichweite für die ihnen zugedachte Aufgabe im Handelskrieg ungeeignet. Deshalb sollten die neuen Schiffe der M-Klasse einen größeren Einsatzradius bekommen.

Wie die früheren Kreuzer sollten die Schiffe ein kombiniertes Antriebssystem mit Dieselmaschinen für die Langstreckenfahrt bei mittlerer Geschwindigkeit und zusätzlichen Turbinen für hohe Geschwindigkeit im Kampf erhalten. Für ihre Größe wären diese Schiffe im Vergleich zu Einheiten der Alliierten (wie der britischen Town-Klasse) nicht sehr stark bewaffnet oder gepanzert gewesen. Dies lag in erster Linie daran, dass die Forderung nach hoher Reichweite bei gleichzeitiger hoher Geschwindigkeit nur durch Gewichtseinsparungen erfüllt werden konnte. Nach den ersten vier Einheiten (M, N, O und P) waren zwei verbesserte Einheiten (Q und R) vorgesehen, die eine noch höhere Einsatzreichweite erreichen sollten und deren Flugabwehr deutlich verstärkt werden sollte.

Klassenbezeichnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bezeichnung „M“ leitet sich aus der marineinternen Nummerierung für Kreuzer ab, die ihre Baubezeichnung nach dem Alphabet erhielten: Nach den Kreuzern der Admiral Hipper-Klasse mit den Bezeichnungen G, H, J, K und L folgten M und N. Für die Schiffe sind keine offiziellen Namensvorschläge bekannt.

Bau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bauzeit war auf zweieinhalb Jahre projektiert, bei drei Fertigstellungen pro Jahr. Die Bestellungen für die ersten vier Schiffe wurden am 28. Mai 1938 abgegeben, die Bauaufträge für die Kreuzer Q und R folgten am 8. August 1938.

Bis zum Frühjahr 1939 waren die ersten drei Schiffe auf Kiel gelegt. Nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs erfolgte im September 1939 der Baustopp für alle drei Einheiten. Nach dem erfolgreichen Frankreichfeldzug gab es im Sommer 1940 Überlegungen, den Bau der Schiffe wieder anlaufen zu lassen. Schließlich wurden aber die noch auf Stapel liegenden drei Schiffsrümpfe bis 1943 verschrottet.

Von 1939 bis 1941 gab es in der Kriegsmarine Untersuchungen darüber, ob der M-Klasse-Kreuzer als Grundlage für den Bau von Leichten Flugzeugträgern oder Flugdeckkreuzern dienen könnte. Als 1942 ein neues Flugzeugträgerbauprogramm in Deutschland angefahren wurde, waren die M-Kreuzer nicht mehr darin enthalten.

Technische Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Panzerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Panzerung machte etwa 12,5 % der Standardverdrängung aus. Das Gewicht von circa 1000 Standardtonnen verteilte sich unter anderem auf einen Gürtelpanzer mit einer Stärke von 50 mm und ein Panzerdeck mit 20 mm, das in den Böschungen 35 mm stark war.

Bewaffnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Hauptartillerie waren acht 15-cm-SK C/28 Geschütze mit maximal 40° Rohrerhöhung und elektrischer Seiten- und Höhenrichtung in vier Doppeltürmen (Dopp.Dreh.L. C/34) vorgesehen. Je zwei sollten vor und hinter den Aufbauten installiert werden, wobei die inneren Türme so angeordnet worden wären, dass sie die äußeren Türme überschießen konnten (sog. überhöhte Endaufstellung). Es waren die gleichen Geschütze wie bei der Mittelartillerie der Bismarck, allerdings waren die Türme leichter.

Zur Flugabwehr waren vier 8,8-cm-SK C/32 Geschütze in zwei Doppellafetten (Dopp.L. C/32), vier 3,7-cm-SK C/30 in Doppellafetten (Dopp.L. C/30) und vier 2-cm-Flak C/30 in Einzellafetten (MPL C/30) vorgesehen. Da der Einsatz vor allem im Kreuzerkrieg weit draußen auf dem Ozean erfolgen sollte und die Bedrohung trägergestützter Flugzeuge zum Zeitpunkt der Planung noch nicht erkannt war, wurde diese geringe Anzahl an Flugabwehrgeschützen als ausreichend angesehen.

Mittschiffs in Nischen je Backbord und Steuerbord waren je ein Vierersatz Torpedorohre vorgesehen. Hinzu kam die Möglichkeit zum Einsatz von 120 Minen. Für den Einsatz von zwei Bordflugzeugen des Typ Arado Ar 196 gab es ein Katapult.

Einheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kreuzer M, N, O, P

M und N Kiellegung bei den Deutschen Werken Kiel, Bau gestoppt am 21. September 1939. O und P Kiellegung bei den Deutschen Werken Kiel vorgesehen.

Kreuzer Q, R

Kiellegung bei Schichau-Werken in Danzig vorgesehen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Siegfried Breyer/Gerhard Koop: Von der Emden zur Tirpitz. Band 1, Wehr & Wissen Verlag, Koblenz/Bonn 1981. ISBN 3-8033-0316-8. Seiten 111/112, 137 und 145/146.
  • M.J. Whitley: Deutsche Kreuzer im Zweiten Weltkrieg. Motorbuch Verlag, Stuttgart 2001. ISBN 3-613-01207-3. Seite 57 bis 62 und 198
  • M.J. Whitley: Kreuzer im Zweiten Weltkrieg. Motorbuch Verlag, ISBN 3-613-01842-X. Seite 48/49.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]