Magere Flachland-Mähwiesen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Magere Flachland-Mähwiesen, auch FFH-Mähwiesen, sind ein durch die FFH-Richtlinie geschützter Lebensraum.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es handelt sich um Wiesen, die extensiv genutzt werden. Sie werden nur ein bis drei Mal jährlich gemäht. Diese Wiesen sind Lebensräume, die sich durch eine besonders hohe Vielfalt an Pflanzen- und Tierarten auszeichnen. Unter anderem ist das gemeinsame Vorkommen typischer Pflanzenarten charakteristisch. Diese Wiesen sind oft an der Farbenpracht ihres hohen und vielfältigen Blütenreichtums zu erkennen. Mit 30–45 Pflanzenarten je 25 m² weisen sie etwa doppelt so viele Arten wie intensiv genutztes Wirtschaftsgrünland auf. Die Anzahl an Tierarten liegt sogar bis zu zehnfach höher als die Pflanzenartenvielfalt.

Artenreiche Mähwiese bei Zons am Rhein
Artenreiche Mähwiese bei Zons am Rhein

In Deutschland (vermutlich sogar EU-weit) weist insbesondere das Land Baden-Württemberg eines der bedeutendsten Vorkommen solcher artenreicher Mähwiesen auf. Typisch für diese Mähwiesen sind z. B. Wiesen-Knautie, Wiesen-Margerite, Wiesen-Bocksbart und Wiesen-Glockenblume.

Aufgrund ihrer naturschutzfachlichen Bedeutung gehören die Mageren Flachland-Mähwiesen zu den im Anhang I der Fauna-Flora-Habitatrichtlinie (FFH-Richtlinie, vom 21. Mai 1992, 92/43/EWG) unter der Codenummer 6510 geschützten Lebensräumen. Die Mageren Flachland-Mähwiesen sind auch ein Kulturgut. Denn sie sind das Produkt jahrzehnte- bis jahrhundertelanger extensiver Nutzung. Sie wurden in der Regel ein bis zwei Mal jährlich als Heuwiese genutzt und können nur erhalten werden, wenn sie weiterhin extensiv bewirtschaftet werden.

Artenreiche Mähwiese auf einem Rheindeich bei Bonn
Artenreiche Mähwiese auf einem Rheindeich bei Bonn

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: FFH-Lebensraumtyp 6510 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien