Magisches Dreieck der Vermögensanlage

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Das magische Dreieck der Vermögensanlage mit den Anlagezielen Rentabilität, Liquidität und Sicherheit

Das Magische Dreieck der Vermögensanlage (auch Magisches Dreieck der Geldanlage) bezeichnet die bei der Vermögensanlage untereinander konkurrierenden Ziele Rentabilität, Sicherheit und Liquidität.[1] Die drei Ziele werden durch die Eckpunkte des Dreiecks symbolisiert.

Erläuterung der Begriffe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sicherheit: Mit der Sicherheit ist in diesem Zusammenhang der Erhalt des Vermögens gemeint. Sicherheit kann zum Beispiel durch die Streuung des Vermögens (Diversifikation) erreicht werden.
  • Liquidität (auch Verfügbarkeit): Liquidität einer Anlage drückt aus, wie schnell ein in diese Anlage investierter Betrag wieder zu Bargeld oder Bankguthaben umgewandelt werden kann beziehungsweise wie hoch die aus der Umwandlung resultierenden (Straf-)Kosten sind. Je kleiner dieser Umwandlungszeitraum ist, desto liquider ist die Vermögensanlage.
  • Rentabilität (auch Rendite): Die Rentabilität beschreibt den Ertrag, der aus einer Investition in eine Anlage resultiert. Erträge können beispielsweise durch Dividenden-, Zinszahlungen, Wertsteigerungen (Kursveränderungen) oder sonstige Ausschüttungen erzielt werden.

Gegenseitige Abhängigkeit der Ziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dreieck soll anschaulich darstellen, dass immer nur zwei der drei Ziele erreichbar sind bzw. dass bei dem Fokus auf zwei Ziele ein drittes vernachlässigt werden muss.

  • Geldanlagen mit hoher Sicherheit und hoher Liquidität bzw. schneller Verfügbarkeit sind wenig rentabel.
  • Geldanlagen mit hoher Rentabilität und hoher Sicherheit sind nicht liquide bzw. schnell verfügbar.
  • Geldanlagen mit hoher Rentabilität und schneller Verfügbarkeit sind riskant bzw. weisen eine niedrige Sicherheit auf.

Beispiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hohe Sicherheit, hohe Liquidität, niedrige Rentabilität:
    Sparbücher ohne zeitliche Bindung und Tagesgeldkonten sind in der Regel durch einen Einlagensicherungsfonds geschützt und weisen deshalb eine hohe Sicherheit auf. Zusätzlich sind sie täglich und damit schnell verfügbar, weisen also auch eine hohe Liquidität auf. Da das Vermögen der Bank für einen nicht feststehenden Zeitraum zur Verfügung steht, kann diese nur eingeschränkt damit wirtschaften und deshalb auch nur eine niedrige Rendite gewähren.
  • Hohe Sicherheit, niedrige Liquidität, hohe Rentabilität:
    Langfristige Anleihen und Sparverträge sind in der Regel ebenfalls durch einen Einlagensicherungsfonds gedeckt (hohe Sicherheit) und stehen der Bank im Gegensatz zu beispielsweise Tagesgeldkonten für einen längeren Zeitraum zur Verfügung (niedrige Liquidität). Dies ermöglicht der Bank wirtschaftliches Handeln in einem längerfristigen Zeitraum und sie kann auf das Vermögen höhere Renditen geben.
  • Niedrige Sicherheit, hohe Liquidität, hohe Rentabilität:
    Aktien oder Optionen können täglich gehandelt werden (hohe Liquidität) und können eine hohe Rentabilität aufweisen. Beispielsweise das Risiko von Kursschwankungen (Marktrisiko) oder das Emittentenrisiko senken die Sicherheit dieser Geldanlagen aber deutlich.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. "Magisches Dreieck": das Wunschtrio für die erfolgreiche Geldanlage. In: ing-diba.de. ING-DiBa AG, 21. Mai 2013, abgerufen am 27. März 2016 (deutsch).