Kamtschatka-Heckenkirsche

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Maibeere)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Kamtschatka-Heckenkirsche
Lonicera kamtschatica berries.jpg

Kamtschatka-Heckenkirsche (Lonicera caerulea var. kamtschatica)

Systematik
Ordnung: Kardenartige (Dipsacales)
Familie: Geißblattgewächse (Caprifoliaceae)
Unterfamilie: Caprifolioideae
Gattung: Heckenkirschen (Lonicera)
Art: Blaue Heckenkirsche (Lonicera caerulea)
Varietät: Kamtschatka-Heckenkirsche
Wissenschaftlicher Name
Lonicera caerulea var. kamtschatica
Sevast.

Die Kamtschatka-Heckenkirsche (Lonicera caerulea var. kamtschatica Sevast., Syn.: Lonicera kamtschatica (Sevast.) Pojark.), auch Maibeere, Sibirische Blaubeere, Honigbeere oder Gimolost genannt, ist eine Varietät der Pflanzenart Blaue Heckenkirsche (Lonicera caerulea) aus der Gattung Heckenkirschen (Lonicera) innerhalb der Familie der Geißblattgewächse (Caprifoliaceae).[1] Ihr Verbreitungsgebiet liegt in Sibirien, auf Kamtschatka und auf den Kurilen.[2]

Beschreibung[Bearbeiten]

Früchte der Maibeere

Die Maibeere wächst als reich verzweigter, sommergrüner Strauch und erreicht Wuchshöhen von 1 bis 2, selten auch bis 2,5 Metern. Die Rinde junger Zweige ist grün und verfärbt sich im Sommer rotbraun. Sie sind mit abwärts gerichteten Haaren bedeckt.[3] Die Laubblätter sind bei einer Länge von 4 bis 10 Zentimetern elliptisch, länglich-elliptisch oder verkehrt-eiförmig. Die Blattfläche ist anfangs samtig, über den Sommer deutlich behaart und der Blattrand ist bewimpert.

Die kurz gestielten Blüte stehen paarweise in den Blattachseln. Die Blüten sind zygomorph. Die gelbliche bis grünlich-gelbe Blütenkrone ist 1,1 bis 1,6 Zentimeter lang und röhrig-glockig. Die Staubblätter überragen die Krone. Die bei Reife schwarzblauen und hellblau bereiften Früchte sind bei einer Länge von 0,8 bis 3,1 Zentimetern unregelmäßig walzenförmig, ei- oder birnenförmig. Sie reifen im Mai und Juni und sind essbar und schmackhaft.[2]

Vorkommen[Bearbeiten]

Die Maibeere kommt in Sibirien, auf Kamtschatka und auf den Kurilen vor. Dort findet man sie in Bergwäldern und in alpinen Gebieten. Sie bevorzugt frische bis feuchte, saure bis neutrale, sandig-humose, kiesige oder felsige, flachgründige Böden. Sie ist frosthart und gedeiht in winterkalten und sommerkühlen Klimaten an sonnigen bis lichtschattigen Standorten.[2]

Systematik[Bearbeiten]

Die Erstveröffentlichung erfolgte 1818 unter dem Namen Lonicera caerulea var. kamtschatica durch A. F. Sevastianov in Krashen. Opican. Zemli Kamch., 1, S. 311. Der gültige wissenschaftliche Name ist Lonicera caerulea var. kamtschatica Sevast., also eine Varietät der Blauen Heckenkirsche (Lonicera caerulea L.). Ein Synonym von Lonicera caerulea var. kamtschatica Sevast. ist Lonicera kamtschatica (Sevast.) Pojark.[1]

Verwendung[Bearbeiten]

Die Maibeere wird selten zur Fruchtgewinnung kultiviert, vor allem die Sorten 'Maistar' und 'Mailon' werden zum Anbau genutzt. Die saftig-süßen Früchte können frisch verzehrt oder zu Marmeladen, Kompott, Mus, Saft verarbeitet werden.[4] Sie wird auch aufgrund der dekorativen Blüten und der bemerkenswerten Früchte als Zierstrauch verwendet.[2]

Nachweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Roloff, Bärtels: Flora der Gehölze. Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2008, ISBN 978-3-8001-5614-6, S. 384–385.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Lonicera caerulea var. kamtschatica im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 2. Juni 2014.
  2. a b c d Roloff et al.: Flora der Gehölze, S. 385
  3. Roloff et al.: Flora der Gehölze, S. 384
  4. Dericks-Tan, Vollbrecht: Auf den Spuren der Wildfrüchte in Europa, ISBN 978-3-00021129-4, Abadi-Verlag 2009. S. 106

Weblinks[Bearbeiten]