Manipel (Liturgische Kleidung)

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Priester mit Manipel am linken Arm

Der Manipel (von lat. manipulus) ist ein nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil nicht mehr vorgeschriebenes und daher ungebräuchlich gewordenes liturgisches Gewand römisch-katholischer Geistlicher während der Messfeier. Vereinzelt wird der Manipel auch von lutherischen Pfarrern verwandt, beispielsweise in der Lutherischen Kirche - Missouri-Synode.

Form, Trageweise und Gebrauch[Bearbeiten]

Der Manipel ist streifenförmig und wird am linken Handgelenk getragen, d. h. über den Arm so gelegt, dass die Enden gleich lang herunterhängen. In seiner Form ähnelt er so der längeren, weil über den Schultern getragenen Stola.

Der Manipel kann vom katholischen Klerus (Subdiakon, Diakon, Priester und Bischof) benutzt werden. Wenn er gebraucht wird, dann wird er dem Priester vom Diakon – falls einer da ist, ansonsten legt er ihn selbst an – nach dem Schuldbekenntnis überreicht. Im tridentinischen Ritus legt der Priester ihn vor dem Stufengebet an; ggf. hilft dabei ein Diakon.

Mit dem Manipel wurde jeweils die linke Hand verhüllt, wenn man damit liturgische Geräte (Kelch, Hostienschale, leere Monstranz) und die liturgischen Bücher überreichte.

Der Manipel unterliegt wie das Messgewand dem liturgischen Farbenkanon.

Geschichte[Bearbeiten]

Ursprünglich war der Manipel eine Art Schweiß-, Hand- oder Mundtuch. Später wurde aus ihm ein Etikettetuch, mit dem der Römische Kaiser durch Fallenlassen das Zeichen für den Start der Zirkusspiele gab. Ob es auch als Etikettetuch, d. h. als Zeichen feiner Sitte von den Klerikern der frühen Christen übernommen wurde, oder ob es von Anfang an als Insignie dieser diente, ist nicht abschließend geklärt.

Spätestens ab dem 11. Jh. war der Manipel jedoch endgültig Rangabzeichen der höheren Kleriker (Subdiakon, Diakon, Priester, Bischof). Subdiakone wurden bei ihrer Weihe mit dem Manipel investiert. Schon zu dieser Zeit hatte er aber seinen ursprünglichen Sinn verloren und war zum bloßen Zierstreifen geworden. Er galt – da aus einem Schweißtuch entsprungen – auch als liturgisches Symbol von Mühe, Arbeit und Schweiß im priesterlichen Amt.

Nachdem durch Beschlüsse des Zweiten Vatikanischen Konzils die liturgische Kleidung allgemein vereinfacht worden war, ist der Gebrauch des Manipels nicht mehr verpflichtend. Dementsprechend kommt es heute in der sogenannten ordentlichen Form des Ritus der Hl. Messe nur noch selten vor, dass ein Priester während der Messe den Manipel trägt. Abgeschafft ist er jedoch nicht. Wenn die Hl. Messe in der sogenannten außerordentlichen Form des lateinischen Ritus (Messe nach dem Messbuch von 1962) gefeiert wird, ist der Manipel üblich.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Manipel – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien