Marcus Pacuvius

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Marcus Pacuvius (* um 220 v. Chr. in Brundisium; † um 130 v. Chr. in Tarent) war ein römischer Schriftsteller und Maler.

Pacuvius' Familienname (nomen gentile) deutet auf eine oskische Herkunft. Er soll Neffe des Ennius gewesen sein, einer anderen Theorie zufolge[1] dessen Enkel, womit er später als Terenz anzusetzen wäre.

Ab 200 v. Chr. arbeitet Pacuvius als Maler und Dichter gleichzeitig, Plinius der Ältere berichtet von einem Gemälde des Pacuvius im Tempel des Herkules am Forum Boarium in Rom.[2] Im Alter soll er sich nach Tarent zurückgezogen haben. Gellius berichtet von einer zweifelhaften Zusammenkunft mit Accius.

Sein Werk gliedert sich in Tragödien und Saturae. Unter den Tragödien ist auch die Praetexta Paullus überliefert. Die übrigen Tragödien spielen in griechischem Gewand. Er gilt als Schüler des Ennius, greift aber nicht mehr wie jener weitestgehend auf Euripides zurück, sondern auch auf Aischylos und Sophokles, ebenso auf andere unbekannte Dichter. Seine Dramen behandeln den trojanischen Sagenkreis, etwa mit seinem armorum iudicium, und die Sagen um Medea aus der Perspektive nachfolgender Generationen.

Über seine Satiren ist wenig bekannt.

Textausgabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Petra Schierl (Hrsg.): Die Tragödien des Pacuvius. Ein Kommentar zu den Fragmenten mit Einleitung, Text und Übersetzung. De Gruyter, Berlin 2006, ISBN 3-11-018249-1

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Übersichtsdarstellungen

  • Michael von Albrecht: Geschichte der römischen Literatur von Andronicus bis Boethius und ihr Fortwirken. Band 1. 3., verbesserte und erweiterte Auflage. De Gruyter, Berlin 2012, ISBN 978-3-11-026525-5, S. 126–133
  • Michèle Ducos: Pacuvius (M.). In: Richard Goulet (Hrsg.): Dictionnaire des philosophes antiques. Band 5/1, CNRS Éditions, Paris 2012, ISBN 978-2-271-07335-8, S. 79–82
  • Raymund Gottschalk: Pacuvius. In: Künstlerlexikon der Antike. II (2004).
  • Peter L. Schmidt: Pacuvius. In: Der neue Pauly. 9 (1996), 136–138
  • Ekkehard Stärk: M. Pacuvius. In: Werner Suerbaum (Hrsg.): Die archaische Literatur. Von den Anfängen bis Sullas Tod (= Handbuch der lateinischen Literatur der Antike, Band 1). C. H. Beck, München 2002, ISBN 3-406-48134-5, S. 154–158

Untersuchungen

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hieronymus, Chron. a. Abr. 1864.
  2. Plinius, Naturalis historia 35,19.