Marienkirche (Beeskow)

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Marienkirche zu Beeskow

Die gotische Marienkirche ist eine evangelische Pfarrkirche in Beeskow (Landkreis Oder-Spree) in Brandenburg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals wurde Beeskow 1272 in einer Urkunde Markgraf Heinrichs des Erlauchten von Meißen erwähnt, in welcher dieser das Beeskower Hospital dem Deutschen Orden schenkte. Im folgenden Jahr erhielt der Orden auch das Patronat über die Stadtpfarrkirche St. Marien. 1323 ging das Patronat an das Kloster Neuzelle über. In einer Urkunde des Bischofs Nikolaus von Meißen aus dem Jahr 1380 wurde dem Hospital der Vorrang vor der Pfarrkirche eingeräumt.[1]

Die heutige Marienkirche wurde im 15. Jahrhundert anstelle eines archäologisch nachgewiesenen kleineren Vorgängerbaus aus dem 14. Jahrhundert errichtet. Sie ist eine dreischiffige Hallenkirche, der sich südlich ein niedrigeres Seitenschiff anschließt. Der Chor ist ein Hallenumgang mit 7/14-Schluss. Der Turm mit achteckigem, zinnenbewehrten Aufsatz hat die Breite des Mittelschiffes und ist in das Langhaus hineingezogen. 1511 erhielt der Turm seine Spitze.

Durch Artilleriebeschuss der Roten Armee geriet die Marienkirche am 26. April 1945 in Brand, der Dachstuhl wurde zerstört und Teile des Gewölbes stürzten ein. Am Heiligen Abend 1947 stürzten vier Pfeiler und Teile des Chorgewölbes ein. Weiterer Verfall durch Witterungseinflüsse führte schließlich am 21. März 1950 zum Einsturz von weiteren drei Pfeilern. Unter Pfarrer Johannes Kandeler kam es schließlich in den 1950er Jahren zu wichtigen Sicherungsarbeiten, in deren Zuge das südliche Seitenschiff 1953 als Notkirche geweiht werden konnte. In den 1970er Jahren schlossen sich weitere Arbeiten an Mauerkronen und Dächern an. Ab 1991 begann der planvolle Wiederaufbau der Kirche, der bis heute nicht vollendet ist.

Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick vom Langhaus zum Chor

Im Chor lassen hochformatige Spitzbogenfenster das Tageslicht in das Kirchenschiff eintreten. Zum Kirchengebäude gehören eine Sakristei mit erhaltenen mittelalterlichen Malereien und ein Märtyrersaal (die frühere Empore „Märtyrerchor“).

Wichtiges Ausstattungsstück ist die Schuke-Orgel aus dem Jahr 1965.[2] Die Orgel ist gleichzeitig das Zentrum von Konzertreihen, die zweimal jährlich in St. Marien stattfinden. Sie ist jedoch stark restaurierungsbedürftig, so dass sich ein Förderverein Marienorgel Beeskow e. V. gegründet hat, der Spendengelder sammelt und Benefizkonzerte organisiert.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ekkehard Krüger, Dirk Schuman: Die Marienkirche in Beeskow. Berlin 2006.
  • Wilhelm Ziethe: Die Liebfrauenkirche zu Beeskow und ihre Geschichte. Beeskow 2011.
  • Ekkehard Krüger: Die Orgeln der Marienkirche Beeskow. Beeskow 2013.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Marienkirche Beeskow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ernst Gotthelf Gersdorf (Hrsg.): Urkundenbuch des Hochstifts Meissen 1357–1423 (= Codex diplomaticus Saxoniae regiae. Zweiter Hauptteil, 2. Band). Giesecke & Devrient, Leipzig 1865, S. 177 f. (Urkunde Nr. 659).
  2. St. Marienkirche. Kirchgeschichte mit Disposition und Abbildung der Schuke-Orgel. St. Marienkantorei Beeskow, abgerufen am 24. Februar 2015.

Koordinaten: 52° 10′ 18″ N, 14° 14′ 55″ O