Markus M. Hess

Markus Maria Hess (* 6. April 1959 in Washington, D.C.) ist ein deutscher Mediziner. Hess ist Facharzt für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde und Facharzt für Phoniatrie und Pädaudiologie. Von 1999 bis 2018 war er Direktor der Abteilung/Poliklinik für Hör-, Stimm- und Sprachheilkunde des Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). Hess ist Leiter der Deutschen Stimmklinik, die er im Jahr 2014 auf dem Gelände des UKE gründete. Hess wurde mit komplexen mikrochirurgischen Eingriffen bekannt, mit denen er Berufssprechern und Sängern die Weiterführung der Karriere ermöglichte.[1]
Werdegang
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Hess wurde 1959 als jüngstes von vier Kindern in Washington, D.C., USA geboren. Die Familie lebte in den USA, da der Vater Eduard Hess dort als Wissenschaftlicher Attaché der Deutschen Botschaft tätig war. Bis 1966 blieb die Familie in den Vereinigten Staaten und kehrte dann nach Deutschland zurück. Hess ging in Frankfurt, Königstein/Taunus und Hanau zur Schule und legte 1978 das Abitur mit Auszeichnung ab. Es folgte ein Studium der Humanmedizin in Mainz von 1978 bis 1985 sowie die Ablegung des amerikanischen Medizin-Examens (ECFMG). Im Jahr 1985 erfolgte die Promotion über hochauflösende Schilddrüsensonographie an der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Nach dem Grundwehrdienst als Stabsarzt über 18 Monate schloss er die Weiterbildung zum Facharzt für HNO-Heilkunde von 1987 bis 1991 an der Universitäts-HNO-Klinik in Düsseldorf unter Karl-Heinz Vosteen an. 1992 wechselte er zur Phoniatrie/Pädaudiologie an die Freie Universität (FU) Berlin nach Steglitz unter Manfred Gross. 1993 bis 1997 war er Oberarzt an der Klinik für Phoniatrie und Pädaudiologie der FU Berlin. 1995 wurde er Facharzt für Phoniatrie/Pädaudiologie. Er wurde 1995 über ein Thema der Kontaktdruckmessung am Kehlkopf habilitiert. Im Jahr 1997/1998 erhielt Hess ein Stipendium nach dem Heisenberg-Programm der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), um an der Harvard Medical School und dem Massachusetts General Hospital zu forschen. Sein Mentor dort war Steven M. Zeitels (Center for Laryngeal Surgery and Voice Rehabilitation und MGH Voice Center). Im Jahr 1997 erhielt Hess zwei Rufe: an die Uniklinik RWTH Aachen und das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Er ging nach Hamburg und leitete dort zwischen 1999 und 2018 die Poliklinik für Hör-, Stimm- und Sprachheilkunde. Im Oktober 2014 gründete er die Deutsche Stimmklinik (später in Medical Voice Center umbenannt) zusammen mit Susanne Fleischer und Frank Müller. Seine akademische Tätigkeit in Forschung und Lehre übt er weiterhin als Fakultätsmitglied des UKE aus. Hess lebt in Hamburg, ist verheiratet und hat drei Kinder.
Leistungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Hess beschäftigt sich mit endoskopischen und phonochirurgischen Verfahren, insbesondere mit Phonomikrochirurgie und Operationen am wachen Patienten. Sein besonderer Fokus liegt auf der Behandlung von Stimmstörungen sowie auf der Behandlung von Betroffenen in Sprech- und Singberufen (Berufssprecher, Sänger, Moderatoren). Seit einigen Jahren hat sich Hess auf die Stimmfeminisierung bei trans Frauen spezialisiert.[2] Er ist weiterhin spezialisiert auf die Diagnostik und Behandlung von Rekurrensparese und Papillomen sowie auf Stimmrehabilitation nach Tumoroperationen, Stimmlippen und Kehlkopf. Hess führt nach eigenen Angaben europaweit mit die meisten phonochirurgischen Operationen durch (600 bis 1.000 phonochirurgische Eingriffe pro Jahr). Neben klinischen und wissenschaftlichen Verbesserungen bei der Diagnostik und Therapie von Stimmstörungen, hält Hess ein Patent für LED-Stroboskopie. Hess führt vielfältige Interventionen mit CO2-Laser, Dioden-Laser und KTP-Laser, ambulante Unterfütterungen (Augmentationen), Thyreoplastiken sowie Botulinumtoxin-Behandlungen durch. In Forschung und Wissenschaft[3] beschäftigt er sich u. a. mit der Etablierung eines Pico-Sekunden-Infrarot-Lasers (PIRL) zur narbenfreien Behandlung kleinster Läsionen der Stimmlippen in Kooperation mit einer internationalen Arbeitsgruppe um R. J. Dwayne Miller vom DESY. Er entwickelte mikrochirurgische Instrumente und Endoskopiesysteme in Zusammenarbeit mit verschiedenen Firmen. In der Forschung hat sich Hess zudem auf Stimmphysiologie, Stimmlippenschwingungsanalyse und Stimmstörungen verschiedenster Ursachen konzentriert. Er hält Vorträge auf Kongressen und gibt Kurse über Themen um die Stimme und Phonochirurgie.
Ehrungen/Mitgliedschaften
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Hufeland-Preisträger 2003[4]
- Gründungsmitglied der European Academy of Voice (EAV)[5]
- Gründungsmitglied und seit 2015 Präsident der Pan European Voice Conferences (PEVOC)[6]
- Präsident des internationalen Collegium Medicorum Theatri (CoMeT)[7]
- Scientific-Council des European Laryngological Society (ELS)[8]
- Ehrenmitgliedschaft der Austrian Voice Institute seit 2016[9]
- Gründungsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Phonochirurgie (DGPP)[10]
- Faculty der World Phonocon 2017[11]
- Präsident der International Association of TransVoice Surgeons[12]
Editorial- und Beiratsmitgliedschaften
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Journal of Voice, USA[13]
- Annals of Otolaryngology[14]
- The Laryngoscope[15]
- Logopedics Phoniatrics Vocology (LPV): Associate Editor[16]
- HNO[17]
- Laryngologie Rhinologie Otologie[18]
- American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine (ATS Journals)[19]
- European Archives of Otorhinolaryngology[20]
- Biomed Research International[21]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Beate Wagner und Johannes Mayer, Stimme weg – was nun? RBB-online, November 2015.
- Heiserkeit – Wenn die Stimme versagt. NDR Visite vom 27. April 2015.
- Dirk Schnack, In Hamburg wird geholfen, Ärzte Zeitung, 4. Mai 2016.
- Eva Thöne, Wenn die Stimme weg bleibt, die tageszeitung vom 20. Dezember 2014.
- Treffpunkt Hamburg / Das Stadtgespräch
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Und plötzlich bleibt Jan Delay die Stimme weg. Hamburger Abendblatt vom 2. Juni 2016, Und plötzlich bleibt Jan Delay die Stimme weg.
- ↑ Chirurgisch zur höheren Stimmlage. In: HNO-Nachrichten. Band 48, Nr. 3, 2018.
- ↑ Forschung an der Deutschen Stimmklinik, auf mevoc.de
- ↑ Hufeland-Preisträger 2003
- ↑ Gründungsmitglied der European Academy of Voice (EAV)
- ↑ Gründungsmitglied und seit 2015 Präsident der Pan European Voice Conferences (PEVOC)
- ↑ Präsident des internationalen Collegium Medicorum Theatri (CoMeT)
- ↑ Scientific-Council des European Laryngological Society (ELS)
- ↑ Ehrenmitgliedschaft der Austrian Voice Institute ( des vom 13. September 2016 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. seit 2016
- ↑ Gründungsmitglied der ‚Deutschen Gesellschaft für Phonochirurgie (DGPP)‘
- ↑ Präsident der International Association of TransVoice Surgeons ( des vom 13. September 2016 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
- ↑ Founding Members, auf transvoicesurgeons.com
- ↑ Journal of Voice, USA
- ↑ Annals of Otolaryngology ( vom 5. September 2016 im Internet Archive)
- ↑ The Laryngoscope
- ↑ Logopedics Phoniatrics Vocology (LPV): Associate Editor
- ↑ HNO
- ↑ Associate Editor Laryngologie Rhinologie Otologie
- ↑ American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine (ATS Journals)
- ↑ European Archives of Otorhinolaryngology
- ↑ Biomed Research International
- ↑ Veröffentlichungen (Auswahl)
- ↑ Neue Verfahren und Techniken der Stimmlippenchirurgie. Fachartikel in den HNO-Nachrichten 46(3) (28. Juni 2016)
- ↑ Neue Verfahren und Techniken der Stimmlippenchirurgie. Fachartikel in den HNO-NACHRICHTEN 2018; 48 (3)
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Hess, Markus M. |
| ALTERNATIVNAMEN | Hess, Markus Maria |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Mediziner |
| GEBURTSDATUM | 6. April 1959 |
| GEBURTSORT | Washington, D.C. |