Heisenberg-Programm

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Das Heisenberg-Programm der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) wurde nach dem deutschen Physiker Werner Heisenberg benannt, der im Alter von 31 Jahren den Nobelpreis für Physik erhielt. Das Programm richtet sich an herausragende Wissenschaftler, die alle Voraussetzungen für die Berufung auf eine dauerhafte Professur erfüllen, und dient der Förderung dieses wissenschaftlichen Nachwuchses.

Es umfasst seit 1977 das Heisenberg-Stipendium, seit 2005 die Heisenberg-Professur und seit 2018 auch die Heisenberg-Stelle.[1] Das Förderungsprogramm soll es den Wissenschaftlern ermöglichen, ihre Chancen auf eine Berufung zu erhöhen, sich auf eine wissenschaftliche Leitungsposition vorzubereiten und in dieser Zeit weiterführende Forschungsthemen zu bearbeiten. Die maximale Förderungsdauer beträgt fünf Jahre. Normalerweise ist die Habilitation Voraussetzung, um sich um die Aufnahme in das Programm bewerben zu können.

Im Juli 2017 hat der Hauptausschuss der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) beschlossen, dass das Heisenberg-Programm ab dem 1. Januar 2018 wahlweise die Förderung mittels eines Heisenberg-Stipendiums, einer Heisenberg-Stelle, einer Heisenberg-Rotationsstelle oder einer Heisenberg-Professur ermöglicht.[2] Nach einer Bewilligung der Aufnahme in das Programm kann seither zwischen vier wissenschaftlich gleichwertigen Varianten gewählt werden, auch ein (mehrmaliger) Wechsel innerhalb der Laufzeit ist möglich:

  • Ein Heisenberg-Stipendium kann im In- oder Ausland in Anspruch genommen werden.
  • Eine Heisenberg-Stelle ist für das Inland vorgesehen, sie ermöglicht aber auch Auslandsaufenthalte kürzerer oder mittlerer Dauer. Es handelt sich um eine von der DFG finanzierte befristete wissenschaftliche Mitarbeiterstelle an einer Hochschule.
  • Eine Heisenberg-Professur setzt voraus, dass die jeweilige Universität sich verpflichtet, die Stelle nach dem Auslaufen der Förderung durch die DFG weiter zu finanzieren, also mindestens in eine permanente W2-Professur zu überführen.
  • Eine Heisenberg-Rotationsstelle ist für klinisch arbeitenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern gedacht, die sich für einen Teil ihrer Zeit für die Forschung freistellen lassen können.

Das Heisenberg-Stipendium beträgt derzeit (inkl. Zuschläge) etwa 4800 Euro pro Monat, wobei vom Stipendiaten keine Sozialversicherungsbeiträge abgeführt werden müssen. Es kann gegebenenfalls eine private Krankenversicherung gewählt werden; in diesem Fall gewährt die DFG zwar keine Beihilfen in Anlehnung an die Regelungen, die für Bundesbeamte gelten, zahlt jedoch einen Zuschuss zu den Kosten der Krankenversicherung in Anlehnung an § 257 SGB V, wie er im Rahmen eines Beschäftigungsverhältnisses üblicherweise von einem Arbeitgeber gezahlt wird. Die Stipendiaten können weitere Fördermittel beantragen für Personal, Geräte, Reisen und Publikationen. Die Heisenberg-Professur kann sowohl nach W2 als auch nach W3 besoldet werden und wird nach positiver Zwischen-Evaluation nach fünf Jahren in eine unbefristete Professur umgewandelt.

Grundsätzlich handelt es sich bei diesem Programm zwar um eine personenbezogene Förderung, die deutschen Universitäten nutzen jedoch das hohe Renommee des Programms für die Ausweisung der eigenen Qualität und für eine proaktive Gestaltung ihrer eigenen Strukturentwicklung und Profilierung.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. academics.de (Die Zeit): Berichte und Nachrichten Die Heisenberg-Professur. Vgl. DFG: Heisenberg-Professur sichert nachhaltig Karrierewege. DFG finanziert Stelle für exzellente, berufbare Wissenschaftler (Memento vom 2. Juni 2008 im Internet Archive).
  2. Information der DFG, abgerufen am 4. ;Oktober 2017